31. Aug.
Rating:3

Besonders und experimentell

„Wovon spricht der Grund, auf dem wir gehen? In Fabian Sauls erstem, zutiefst menschlichem Roman geraten Gewissheiten ins Wanken: Ein Freund stirbt, eine Liebe zerbricht. In einer Welt, in der die Steine von der Vergangenheit sprechen, begegnet der Protagonist den eigenen Gefühlen in der Topografie. Alles weiß von der Vergänglichkeit – und weiß alles über ihn.“ Und diese Gefühlstopografie ist mal holprig, mal gängig. Bringt mich auf den richtigen Pfad, um wenig später literarisch zu verwirren. #dietrauerdertangente ist ein „für immer Buch“. Ich möchte es liegen lassen, darin stöbern, wenn die Zeit gekommen ist. Mich darin verlieren oder nur einzelne Versatzstücke kosten. Der Text erzählt von dem fortlaufenden Plot des Lebens. Den Segmenten des Erlebens. Musikstücke werden verwoben, Hinweise auf politische Begebenheit benannt, um im Anschluss wieder in dem Moment der Trauer zu finden. Diesem großen Gefühl, welches man für sich persönlich über eventuelle Bürgerkriege stellen kann? Ich denke schon. Denn unser aller Leben ist sperrig und faltig und selten glatt und geschmeidig. Es stehlen sich so viele Augenblicke in einen Tag, um zu einem Gesamtempfinden zu werden. Gemeinsame Orte, gemeinsame Essen, gemeinsame Musik und die dann das Nichts! Es entstehen eigenwillige Augenblicke, die mich anspruchsvoll anblicken und ich oft nicht weiß, wo die Reise hingehen soll. Zusammenhänge verweigern sich mir unter all der Faszination und lassen mich nicht zueinander finden. Dieses Stück Literatur mag entdeckt und erforscht werden. Nicht immer leicht verdaulich, aber zu 100% individuell.

Die Trauer der Tangente
Die Trauer der Tangenteby Fabian SaulMatthes & Seitz Berlin