Bis etwa zur Hälfte verlangt das Buch dem Leser einiges ab: Luke Livingstone, Familienvater, Großvater, seit 25 Jahren glücklich verheiratet - so sehen ihn alle, bis ihm diese Rolle als unerträglich erscheint und er seiner Familie verkündet, sich seit seiner Kindheit als weiblich zu empfinden und er diese Schauspielerei nicht mehr ertrage. Alle reagieren fassungslos und empört auf sein Outing, manche mehr (wie sein Sohn Simon), andere weniger (wie seine Tochter Kate). Seine Frau kann sich ein Leben mit ihm in seiner für sie neuen Rolle nicht mehr vorstellen. Sie trennt sich von ihm. Nur noch Kate hält den Kontakt zu ihm aufrecht. Luke wird zu Lucia, sie hat aber große Hemmungen, als Frau in die Öffentlichkeit zu treten. Eine Spirale von Selbstzweifeln und Anfeindungen nimmt ihren Lauf. So etwa in der Mitte des Buchs dreht sich die Spirale in die umgekehrte Richtung: Lucia geht in eine Selbsthilfegruppe, erfährt dort und auch in Familie und sogar im Beruf Unterstützung, Respekt oder zumindest Akzeptanz. Mehr will ich jetzt nicht vorwegnehmen. Der Autorin ist es gelungen, mir mit ganz viel Sensibilität ein Thema näher zu bringen, um das ich bisher einen Bogen gemacht hatte - Respekt!
20. JuniJun 20, 2025
Das Geständnis meines Mannesby Charity NormanbeHEARTBEAT
