
“Die Hölle ist nämlich kein Ort, sondern ein Zustand, tief in dir drin, eine Finsternis, die dein Herz zerdrückt.”
Deep Fake ist ein düsterer und sehr atmosphärischer Thriller, der zwar eher langsam voranschreitet, dabei aber kaum an Spannung verliert. Besonders den Schreibstil mochte ich sehr. Die Autorin schafft es, Szenen und Stimmungen so bildlich zu beschreiben, dass man sofort in die Geschichte eintaucht. Gleichzeitig gelingt es ihr unglaublich gut, die Dynamiken innerhalb eines Dorfes einzufangen, mit all dem Tratsch, den Vorurteilen und den Konsequenzen, die daraus entstehen können. Gerade in Kombination mit dem Thema Deep Fakes zeigt das Buch auf erschreckende Weise, wie gefährlich solche Entwicklungen heutzutage sein können. Erzählt wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen: in der Gegenwart und im Jahr 2003, als die Freundesgruppe noch im Teenageralter war. Besonders die Tagebucheinträge aus der Vergangenheit waren für mich das absolute Highlight der Geschichte. Sie haben nicht nur für zusätzliche Spannung gesorgt, sondern auch dabei geholfen, die Figuren und ihre Beziehungen besser zu verstehen. Ich war mir während des Lesens mehrmals sicher, die meisten Wendungen bereits durchschaut zu haben, aber nope. Am Ende wurde ich wirklich kalt erwischt. Ein kleiner Kritikpunkt waren für mich allerdings die Längen in der Mitte, vor allem auf der Zeitebene der Gegenwart. Dort zog sich die Handlung stellenweise etwas, was für mich die Spannung kurzzeitig etwas gebremst hat. Außerdem sind mir ein paar kleinere Fehler aufgefallen, beispielsweise dass ein Charakter zwischenzeitlich plötzlich anders genannt wurde. Das hat mich zwar nicht massiv gestört, aber kurz aus dem Lesefluss gebracht. Insgesamt ist Deep Fake ein atmosphärischer Thriller mit einer spannenden Grundidee, starken Themen und einem Ende, das mich wirklich überrascht hat. Besonders die Vergangenheitsebene und die Darstellung von Dorfdynamiken werden mir definitiv im Gedächtnis bleiben.

































































