Ich mag diesen Mix aus dem hier und jetzt und der Vergangenheit. In diesem Buch wechselt es sich Kapitelweise ab, einmal sind wir bei Branca im hier und jetzt und dann wieder bei ihrer Uroma zur Zeit des 2. Weltkrieges. Die Geschichte ist so spannend geschrieben, das ich dachte, noch ein Kapitel und dann schlafe ich..noch eins und dann gehe ich ins Bett..ou schon wieder spannend, nur noch eins.. ja gut, ich habe fast das ganze Buch in einer Nacht durchgelesen weil es mich sehr gefesselt hat. Die Sicht wird von Branca in der Ich-Form erzählt. Sie ist eine tiefgründige Prota die ohne Karriere, Wohnung oder Mann dasteht, sie hat buchstäblich alles auf einen Schlag verloren. Als sie dann Oma's Haushalt auflösen will, stolpert sie über das Tagebuch der Uroma - und ab da beginnt die Suche. Sehr gut und fesselnd geschrieben, alle Elemente sammeln sich am Ende zusammen und ergeben einen runden Sinn. Alle Protagonisten werden liebevoll beschrieben und eingepflegt. Ein schönes Buch, spannend und mit der guten Prise Liebesgeflüster.
Die Geschichte von Branca war laut Inhaltsangabe sehr interessant für mich, nicht alleine aufgrund meines Kunstgeschichtsstudiums. Tatsächlich muss ich sagen, dass ich am Anfang nicht ganz so gut in die Geschichte reingekommen bin. Das erste Viertel des Buches ist auch sehr düster und bedrückend, weshalb ich mich am Anfang schwer getan habe. Mit der Zeit wird die Erzählung allerdings etwas heller und vor allem spannend aufgrund der Schatzsuche von Branca, die sich auf die Spuren ihrer Vorfahrin Anna nach Polen begibt. Die Charaktere waren relativ flach gestaltet, ich hatte als Leser das Gefühl der Plot würde eine wichtigere Rolle spielen. Sehr Posititv fand ich die Erzählung in den verschiedenen Zeitsträngen, die sich zwischen der Gegenwart mit Branca und der Vergangenheit mit Anna abwechseln. Das sorgt für einen Spannungaufbau und Abwechslung innerhalb des Plots. Ab der Hälfte des Buches unbedingt wissen, wie es weitergeht, außerdem sorgen zahlreiche Plottwists für viele Überraschungen, die ich so nicht kommen sah. Die Idee der Geschichte finde ich wirklich schön, da der Leser mit der Protagonistin auf eine Spurensuche in die Vergangenheit geht. Das Aufgreifen von historischen Ereignissen, wie die Vertreibung aus Polen und die Flucht nach Deutschland, sind in dem Buch gut gelungen. Das Thema der Bildhauerei ist ein wirklich interessanter Erzählstrang und sollte generell öfter in Büchern aufgegriffen werden. Fazit: Das Erbe der Bildhauerin ist eine tolle Geschichte, die eine Familiensaga mit historischen Ereignissen und den Bildenden Künsten vereint. Leider konnte mich nicht alles zu hundertprozent überzeugen, die Charaktere hätten vielschichter ausgebaut werden können und die Protagonistin war an einigen Stellen doch sehr kindlich für ihr Alter. Trotzdem hat es sehr Spaß gemacht dieses Buch zu lesen und ich freue mich auf weitere Werke der Autorin.
Aaaahhhh dieser Plottwist und wie sich während der Handlung immer mehr Puzzleteile zusammengefügt haben, war einfach super. Eine ausführliche Rezi folgt, denn ein paar Kritikpunkte gab es trotzdem 😅

