Sommer, Sonne, Angst
"Sowas wie Sommer, sowas wie Glück", geschrieben von Lise Villadsen, ist eine kurzweilige Geschichte, über das Leben einer jungen Frau, deren Schwester unter psychischen Problemen leidet. Inhalt: "Für Astrid könnte es der Sommer ihres Lebens werden, auf Interrail-Reise gehen, Partys feiern und, vor allem, mit Kristoffer zusammen sein, der alles in ihr kribbeln lässt. Aber zu Hause wartet immer und immer ihre große Schwester Cecilie auf sie. Cecilie, die mit Ängsten kämpft und kaum noch aus dem Haus geht. Darf Astrid glücklich sein, wenn Cecilie es nicht ist?" (Klappentext) Die Charaktere: Astrid, die Protagonistin, befindet sich eigentlich gerade in einer der aufregendsten Zeiten ihres Lebens. Sie steht kurz vor dem Ende ihres vorletzten Schuljahres und hat große Pläne für die bevorstehenden Sommerferien. Aber viel Freude kommt bei ihr nicht auf, wenn sie an ihre große Schwester denkt. Cecilie hat mentale Probleme und ist damit unfreiwillig der Mittelpunkt, der Familie. Eine Familie, die im Laufe der Geschichte immer weiter unter den Krankheiten Cecilies, zu zerbrechen droht. Astrid übernimmt schon jetzt sehr viel Verantwortung für Cecilie, sodass sie ihr eigenes Leben immer weiter vernachlässigt. Aufgrund der bescheidenen Länge des Buches, konnte ich zu Astrid keine emotionale Bindung aufbauen. Dennoch ist ihr innerer Konflikt zwischen der Liebe zu ihrer Schwester einerseits und ihr eigenes Leben, ihre eigenen Freunde andererseits, gut herausgearbeitet worden. Es ist auch mal etwas anderes, wenn in Sachen Mental Health nicht die Betroffenen, sondern Angehörige zu Wort kommen. Diese Perspektive bleibt leider oft unbeachtet. Der Schreibstil: Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive Astrids. Der Schreibstil ist recht einfach gehalten. Wodurch die Problematik und Schwere des Themas, aber nicht weniger gut zur Geltung kommt. Nur leider konnte ich keine Bindung zu den Charakteren aufbauen. Astrid kam mir das ganze Buch relativ kühl und distanziert vor und auch die Beziehung, die sich zwischen ihr und Kristoffer entwickelt hat, hat mich emotional nicht berührt. Ich denke, dass die Geschichte einfach einen kurzen Querschnitt zeigen wollte, wie das Leben aussieht, wenn man mit einer Person in seiner Familie lebt, die unter psychischen Erkrankungen leidet und diese Thematik ist dennoch sehr gut rübergekommen. Themen: Dieses Buch ist ein Jugendbuch, in dem natürlich auch Themen behandelt werden, die typisch im Teenager-Alter sind, wie bspw. die erste Liebe, das erste Mal, die Zukunft nach der Schule. Aber vorallem die Thematik, rund um Cecilie und ihre Probleme und wie die Familie mit ihr umgeht, fand ich wirklich gut umgesetzt. Und die Message, dass die Angehörigen, den/die Betroffenen/Betroffene nicht retten können, sondern, dass man sich irgendwo auch selber helfen muss und will, das wurde gut vermittelt. Vielleicht wäre eine kleine Triggerwarnung gut gewesen, aber wirklich explizit wird das Buch nicht. Fazit: "Sowas wie Sommer, sowas wie Glück", von Lise Villadsen, ist ein gut gelungenes Jugendbuch, rund um mentale Krankheiten einerseits und auf der anderen Seite, das Erwachsen werden und die sich zu erkämpfende Freiheit. Mir hat das Buch wirklich gut gefallen und ich kann es nur weiterempfehlen. Ein wichtiges Jugendbuch!









