Das etwas andere Schicksalsbuch eines Mannes, welcher sein Burn Out zu spät erkannte, dann erst einmal akzeptieren musste, damit man ihm helfen konnte. Ehrlich, stellenweise überspitzt, aber doch sehr realitätsnah, was Gedanken und Gefühle angeht.
Ich habe diese Lektüre eine Weile vor mir hergeschoben, weil das Taschenbuch selber alles andere als leicht zu handeln war. Die Schrift sehr klein, was die Seitenaufteilung sehr gedrungen hat wirklich lassen. Und wenn man dann so seinen Leseabstand gefunden hatte, war das steife Buch wirklich sehr schwer offen zu halten. Die Tatsache, dass ich es tunlichst vermeide, Leserillen zu machen, hat die Sache nicht gerade vereinfacht. An den Schreibstil musste ich mich erst gewöhnen, da er doch relativ eigentümlich war. Aber als das dann geschen war, hat sich hier eine wirklich auf ihre Art faszinierende Lebensgeschichte eines Mannes eröffnet, der irgendwie von ganz oben nach unten geschleudert wird, damit er endlich mal nach seiner eigenen Mitte sucht. – Auch wenn so manche Situation, gerade in der Reha, sehr überspitzt dargestellt worden ist, war doch sehr viel tatsächliche Wahrheit in dem ganzen Buch vorhanden. Stellenweise konnte ich Parallelen zu meinem eigenen Aufenthalt in der Tagesklinik finden. Was die Therapien anging, war hier wirklich sehr viel ähnlich bis gleich. Im Grunde handelt es sich hier um einen Tatsachenroman, wie sie in den 90ern wohl jeder geschrieben hat, der Krebs hatte, einen Menschen verloren hat, oder einfach etwas Geld braucht. Nur dass dieses Buch weit mehr in die Tiefe geht, moderner gehalten ist und irgendwie glaubwürdig wirkte. Burn Out ist eine anerkannte Krankheit. Eine Krankheit, die man dem betreffenden Menschen nicht ansieht und dieser hat dann mit dementsprechenden Vorurteilen zu kämpfen. – Auf jeden Fall etwas, woran wir als Gesellschaft dringend noch arbeiten müssen.
