Kluges, zärtliches und politisches Buch über die Frage: Wie wollen wir lieben in einer sich verändernden Gesellschaft
Radikale Zärtlichkeit von Şeyda Kurt ist ein Buch, das ich als bereichernd erlebt habe. Kurt schlägt vor, den oft überfrachteten Begriff der Liebe durch Zärtlichkeit zu ersetzen – verstanden als Haltung der Zuwendung, Offenheit und Verantwortung. Dieser Perspektivwechsel wirkt befreiend: Liebe wird nicht länger auf romantische Zweierbeziehungen verengt, sondern als gesellschaftlich-politische Kraft sichtbar.
Kurt verbindet Theorie, Kulturkritik und ihre eigene Biografie zu einem sehr persönlichen, feministischen Blick auf unsere Sehnsucht nach Verbindung. Sie zeigt, wie stark wir durch Filme, Literatur und gesellschaftliche Narrative geprägt sind – und wie eng dadurch unser Verständnis von Beziehungen oft bleibt.
Das Buch liefert keine fertigen Antworten, aber es stellt die richtigen Fragen. Beim Lesen – bzw. Hören – gerät man in eine Selbstreflexion: Wie wollen wir lieben? Welche Beziehungen nähren uns wirklich? Welche Muster tragen wir weiter, ohne sie zu hinterfragen? Viele Passagen habe ich mir markiert.
Auch wenn nicht alle Gedanken völlig neu sind, wenn man sich bereits mit dem Thema beschäftigt hat, macht Kurts biografische Offenheit das Buch besonders lesenswert. Die Hörbuchfassung, von der Autorin selbst gesprochen, ist angenehm ruhig und klar – eine Stimme, die gut zu ihrem zärtlichen Ton passt.
Ein inspirierendes, kluges Buch für alle, die Liebe nicht als romantisches Ideal, sondern als politische, soziale und persönliche Praxis verstehen möchten.
Kaum eine Emotion ist so ursprünglich wie die Liebe. Sie bindet Kinder an ihre Eltern und sichert so ihr Überleben. Doch Liebe ist auch durch gesellschaftliche Konventionen geprägt – durch Regeln, die bestimmen, wie wir sie bewerten. Die romantische Zweierbeziehung – meist zwischen Mann und Frau – gilt dabei als Norm.
In ihrem Buch „Radikale Zärtlichkeit“ öffnet Şeyda Kurt einen Möglichkeitsraum dessen, was Liebe ist und sein könnte. Ist eine Freund*innenschaft nicht genauso viel wert wie eine romantische Beziehung? Was ist Romantik – und zwischen wem findet sie statt? Welche Rolle spielt Sexualität? Was ist Familie, und wer gehört dazu?
Es werden viele Gedanken und Perspektiven aufgemacht, die einen niedrigschwelligen und kurzweiligen Einstieg in das Thema bieten. Gleichzeitig hätte ich mir stellenweise mehr Tiefe gewünscht, kann aber gut damit leben, die offenen Enden gedanklich selbst weiterzuführen. Denn wie wir lieben wollen, ist so persönlich und individuell, dass es keine Fachliteratur abschließend beantworten kann.
Ich bin mir nicht sicher was aber irgendwas stört mich an dem Buch, es ist auf jeden Fall eine gute Sammlung an Ansätzen zum Thema. Ich glaube es ist ein guter Anfang um in das Thema Feminismus einzusteigen.
Radikal, zärtlich, befreiend: Gedankenreise zur Befreiung der Liebe
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Dieses Buch hat meine Sicht auf Liebe grundlegend verändert. Şeyda Kurt schreibt hier kein klassisches Sachbuch, sondern einen philosophischen Text. Sie nimmt einen mit auf eine Gedankenreise über Liebe, Macht und die vielen Schichten von Indoktrination, die durch Sozialisierung, Religion und Medien entstehen.
Beim Lesen habe ich angefangen, meine eigenen Vorstellungen von Liebe kritisch zu hinterfragen: Was davon stammt wirklich von mir, und was ist mir gesellschaftlich auferlegt? Gerade dieser Blick auf andere Formen der Liebe, auf ihre Bedeutungen und ihre Kraft, hat mir geholfen, meine eigene Beziehung in einem neuen Licht zu sehen. Vieles, was sich einschränkend oder bindend anfühlte, konnte ich ablegen – und das hat mir Freiheit geschenkt.
Immer wieder wird deutlich, wie sehr Liebe historisch und gesellschaftlich dazu benutzt wurde, Frauen kleinzuhalten und zu bändigen. Kurt entlarvt diese Strukturen und zeigt zugleich Wege auf, Liebe als etwas Befreiendes, Radikales und Zärtliches zu begreifen. Für mich war das Buch nicht nur inspirierend, sondern nachhaltig verändernd – ein Werk, das lange nachhallt.
Mochte das Buch sehr, habs an einem Tag durchgefressen. Ich finds ne gute Mischung aus theoretischem Input und persönlicher Erzählung, was das Lesen für mich niedrigschwelliger macht.
Konnte neue Gedanken sammeln zu Alternativen Fürsorgebeziehungen, meinen Weisen zu lieben, Ansprüche an Beziehungen/Partner:innenschaft, Verantwortung, ...
Eher ein "regt neue Gedanken an" Buch
als ein "habe neues Wissen jetzt" Buch
Konnte mit den Cyborg Seiten nicht ganz so viel anfangen wie mit dem Rest vom Buch.
Da mich Feminismus schon lange interessiert, ist mir dieses Buch in die Hände gefallen und ich musste es unbedingt lesen. Es hat viele wichtige Punkte, jedoch fehlte mir ein wenig die Leichtigkeit/ Humor. Es fiel mir schwer, mehrere Seiten bzw. Kapitel am Stück zu lesen, weil es sich einfach ziemlich zog.
Ein wirklich gutes Hörbuch, aus dem man viele Impulse zu verschiedenen Formen von Liebe, aber auch zu unterschiedlichsten Diskriminierungsformen mitnehmen kann. Die Autorin, die das Hörbuch auch spricht, hat es sehr angenehm vorgelesen!
Ich mochte dieses Hörbuch, da es sowohl biografische Elemente aus dem Leben der Autorin und ihrer Familiengeschichte beinhaltete, als auch viele wissenschaftliche Perspektiven und philosophischen Auseinandersetzungen aufgegriffen wurden. Dadurch konnte die Thematik in ihrer Intersektionalität beleuchtet werden, wurde jedoch nicht ausschließlich durch Fakten und Thesen erläutert und aufgrund dessen verständlich erklärt.
Das Buch ist gut.
Ich glaube wenn man sich mit dem Thema noch nicht wirklich auseinandergesetzt hat ist es super. Und dadurch dass es relativ kurz ist wirkt es auch nicht so einschüchternd. Für mich war es nicht wirklich etwas Neues, deswegen nur 3 Sterne. Ich fand es gut aber nicht überragend :)
Ein gutes Buch, aber ich habe leider wenig Neues daraus mitgenommen.
Die Autorin spricht viele wichtige Themen an, allerdings haben Cover und Klappentext bei mir andere Erwartungen geweckt als dann schlussendlich erfüllt wurden. Hätte ich das Buch mit den richtigen Erwartungen gelesen, würde meine Kritik bestimmt besser ausfallen. Andererseits ist diese Dissonanz zwischen hervorgerufenen und erfüllten Erwartungen meiner Meinung nach auch ein legitimer Kritikpunkt.
Inhaltlich beschäftigt sich das Buch mit sehr aktuellen und relevanten Themen, die für mich allerdings teilweise etwas oberflächlich bleiben. Insgesamt aber definitiv lesenswert.
Radikale Zärtlichkeit ist ein Buch, das mir viele neue Denkimpulse gegeben hat - und gleichzeitig viele Fragen offen ließ. Seyda Kurt schreibt klug, engagiert und mit einem klar politischen Blick auf etwas, das wir oft als rein privat betrachten: Liebe. Sie zeigt eindrücklich, wie sehr patriarchale, kapitalistische und rassistische Strukturen auch unsere Vorstellung von romantischer Liebe prägen - und wie befreiend es sein kann, diese Muster zu hinterfragen.
Gerade die Mischung aus persönlichen Erfahrungen, Theorie und politischer Analyse fand ich spannend, und viele Stellen haben mich dazu gebracht, meine eigenen Vorstellungen von Nähe, Beziehung und Fürsorge zu reflektieren. Aber: An manchen Punkten hatte ich das Gefühl, dass zu viele Themen gleichzeitig aufgemacht wurden, ohne sie wirklich in die Tiefe zu führen. Es fehlte mir manchmal ein klarer roter Faden und mehr Antwort - nicht noch mehr Fragen. Trotzdem - oder vielleicht gerade deswegen - ist dieses Buch wichtig. Es will keine endgültigen Wahrheiten liefern, sondern Denkräume öffnen. Ein bedeutender Beitrag zu einer notwendigen Diskussion, auch wenn ich mir an einigen Stellen mehr Struktur und eigene Lösungsansätze gewünscht hätte.
Seyda Kurt schafft es ein Buch zu schreiben in der, die eigene Geschichte in spannenden kurzen Anekdoten erzählt wird und gleichzeitig philosophisch und geschichtlich betrachtet sowie hinterfragt wird. Es gibt einem Neue Einblicke, öffnet einem die Augen und lässt einen die eigene Idee der Liebe in Frage stellen.
Dies Buch ist für jeden, der die Welt auch mal mit anderen Augen betrachten möchte, der mal einen anderen Blick erhalten will, der stolz „anders“ sein will und dies nicht nur leise, sondern auch laut - lasst uns den Stein ins Rollen bringen und aus den Normen auch mal ausbrechen.
Ein wichtiges Buch welches nachhaltige Fragen aufwirft ...., für mich etwas zu chaotisch und es bleibt häufig im Imperativen und Plakativen hängen. Hier sind soviele Ansätze und Fragen verarbeitet, dass weniger und dafür tiefgründinger besser gewesen wäre.
Eine so schlaue Frau, die sich in diesem Buch unfassbar wichtigen Themen widmet 🙇🏼♀️
In diesem Buch sind so viel kluge und tiefgreifende Gedanken, welche einem helfen seine eigene Wahrnehmung und Ansicht zu hinterfragen. Ich bin so froh, diese tolle Autorin gefunden zu haben!
3,5 Sterne
An sich ein sehr interessanter Gedanke. Es werden wichtige und interessante Quellen herangezogen, aber irgendwie ist das Buch inhaltlich auch nichts neues? Ich hatte das Gefühl, dass inhaltlich viel zwischen den (sehr wichtigen und interessanten) Themen gesprungen wird. Mir hat der rote Faden gefehlt. Zwischendrin habe ich mich selbst gefragt "Wie sind wir jetzt hierhin gekommen? Und wo will die Autorin mit diesem Gedanken hin?" Und die Fragen werden leider nicht wirklich beantwortet. Die Zusammenhänge von Anti-Kapitalismus, Feminismus, Queerness mit dem System sind so interessant, nur leider fehlt eine große, zusammenhängende Einordnung. Das Wechseln zwischen autobiographischen Erfahrungen und Erzählungen ergänzt die theoretischen Abhandlungen und Einordnungen größtenteils sehr gut.
Vielleicht ist mir aber auch einiges entgangen. Ich glaube, ich muss das Buch noch einmal lesen.
Ich will gar nicht behaupten, dass ich alles verstanden hätte, aber das Buch hat mir viele neue Denkanstöße gegeben und fürs erste ist das für mein siebzehnjähriges Ich genug.
Ich weiß nicht, ich hatte irgendwie mehr erwartet.
So richtig viel neuen Input zum Thema Liebe/Zärtlichkeit gab es in meinen Augen nicht. Auch fand ich das Buch nicht so gut strukturiert, ich fand es schwierig, den Inhalten und Ideen zu folgen.
Besonders stark fand ich die autobiografischen Einschübe der Autorin, die mir aber leider zu kurz gekommen sind. Das fiktive Interview mit Karl Marx war noch ganz amüsant :)
Es fühlt sich an als wurde viel und doch irgendwie nichts gesagt. Ich fand einige Sachen gut, musste mich durch viele Sachen zwingen und hätte es bestimmt nicht beenden können, wenn ich es nicht als Hörbuch gehört sondern gelesen hätte.
Dazu muss ich aber auch sagen, dass die meisten Sachen für mich absolut nichts neues waren. Vielleicht hat es für andere Menschen mehr Mehrwert.
Leider hat mich das Buch gar nicht abgeholt, obwohl ich mir so viel davon erhofft hatte. Entweder es war einfach absolut nix für mich...oder keine Ahnung.
Ich hab kaum verstanden wovon die Autorin da gerade redet, in fast jedem Absatz ging es um ein neues Thema.
Wie viele andere schon berichteten, es fühlt sich oft an wie ein angefangen Gedanke, der nicht zu Ende geführt wird. Es hat mich unheimlich irritiert, gerade weil ich die Themen einfach sehr spannend fand/finde und mehr darüber lernen möchte.
Wie das Buch geschrieben wurde, konnte ich das allerdings einfach nicht machen. Vielleicht liegt der Fehler einfach an mir oder wieso auch immer. Ich bin unheimlich enttäuscht und hoffe, dass es andere Bücher zu dem Thema gibt, mit denen ich besser zurecht komme.
Hätte gedacht es wird mich total provozieren aber nein - teile viel der Kritik an heteronormativen Idealen und finde da sind einige gute Gedanken dabei, die ich weiterdenken mag. ☺️
„Radikale Zärtlichkeit - Warum Liebe politisch ist“ von Şeyda Kurt ist ein fesselndes und inspirierendes Buch, das den:die Leser:innen dazu anregt, Liebe als eine transformative Kraft in der Gesellschaft zu betrachten. Mit einer einzigartigen Mischung aus persönlichen Erlebnissen, philosophischer Reflexion und politischer Analyse eröffnet Kurt eine neue Perspektive auf das Thema Liebe. Das Buch fordert konventionelle Vorstellungen von Liebe heraus und zeigt, dass Liebe weit mehr ist als nur eine private Angelegenheit. Kurt argumentiert überzeugend, dass Liebe politisch ist und die Macht hat, soziale Veränderungen herbeizuführen. Durch ihre Schreibweise und ihre tiefgreifenden Einsichten führt sie den:die Leser:in auf eine Reise, die dazu anregt, die Beziehungen zwischen Liebe, Macht und gesellschaftlichem Wandel neu zu überdenken. Mit einer Bewertung von 5/5 ist ein unverzichtbares Buch für alle, die sich für soziale Gerechtigkeit und positive Veränderungen in der Welt einsetzen.
Ich bin sehr hin und her gerissen, wie ich dieses Buch bewerten soll. Şeyda Kurt schafft mit dem Titel allein schon ein enorm großes Themenfenster, das sich innerhalb des Buches, das nun mal nur etwa 220 umfasst, immer weiter öffnet, bis es nicht mehr nur ein Fenster, auch keine Tür mehr ist, sondern sich als weit offenes Scheunentor herausstellt. Natürlich gibt es rund um die Begriffe und Konzepte Zärtlichkeit, Liebe und all das im politischen Schein enorm viele sehr eng verbundene Themenbereiche, die man vermutlich alle in einem Schwung mit einbeziehen möchte, doch dass das gar nicht so einfach und vermutlich schlicht nicht in diesem Format dieser Größe umsetzbar ist, zeigte sich für mich in diesem Buch. Während Şeyda Kurt es meisterhaft schafft, immer wieder neue Blickwinkel zu öffnen, neue Zusammenhänge herzustellen, die der Leserschaft vielleicht noch nicht bekannt oder bewusst waren, so fehlte mir persönlich in vielen dieser Sprünge dann die Tiefe in das Thema wirklich hineinzugehen.
Ein besonders prominentes Beispiel hierfür war für mich persönlich die kurze Abschweifung in die Care-Arbeit, damit dann auch die Problematik in Pflegeberufen und die Arten und Weisen wie Familien oder Einzelpersonen mit diesen Problemen umgehen, wenn sie überwältigend werden. Während ich sehe, wie das thematisch mit dem Überthema zusammenhängt, so wird dennoch alles kurz angerissen, die eigentliche Problematik in diesem Zusammenhang (nämlich, dass Pflege dermaßen unzugänglich ist, dass sich sogar privilegierte Menschen diese nicht leisten können, die in der absoluten Unterzahl zur Gesamtgesellschaft stehen) dann aber nicht thematisiert. Ob es dann sinnvoll ist, Themensprünge wie diesen zu wagen, auch wenn sie natürlich unbestritten mit dem Fokusthema verbunden sind, dann in dieser Oberflächlichkeit darüber hinwegzugehen, fand ich in dem Maße wie es hier passiert zu bezweifeln.
Insgesamt wirkt das Buch voller solcher Sprünge, die zusammen dann ein sehr unruhiges Lesegefühl zur Folge haben und das stetige „angerissen und verworfen“-Gefühl immer prominenter werden lassen. Es wirkt, als öffne jeder neue Punkt, der angemerkt wird, erneut vier neue Wege, von denen dann keiner wirklich gegangen wird.
Bei mir hatte das eine gewisse Frustration zur Folge, wenn ich dann gern mehr gewusst hätte, als die Autorin schließlich lieferte.
Während das natürlich recht negativ anhaftete, möchte ich die persönliche Ebene hervorheben, die Şeyda Kurt für den Leser durch biografische Anekdoten schaffen kann und die den Zugang zur Materie definitiv erleichtern. Weiterhin sind die Konzepte, Theorien und Ideen verständlich zusammengefasst und bieten einen gefühlt recht umfassenden Überblick – die tiefergehende Analyse muss dann jedoch wie angemerkt vermutlich ein anderes Werk spezifischer ermöglichen.
"Viel zu selten sprechen wir darüber, wie unser Miteinander anders sein könnte. Vielleicht, weil wir zu oft davon ausgehen, dass das Verständnis dafür, etwa für das Phänomen der Liebe und Freund*innenschaft, in uns eingepflanzt ist und nicht zur Neuverhandlung steht. Als gäbe es eine Mechanik der Umgangsformen, die wir nur ab und an mit ein paar Küssen und Worten ölen müssten. Viele denken, weil wir Menschen seien, wüssten wir automatisch, wie wir einander begegnen hätten. Doch wenn ich mir einer Tatsache sicher bin, dann, dass wir imstande sind zu erkunden, wie wir einander begegnen wollen. Und diese Angelegenheit ist höchst politisch." – Buchzitat.
In ihrem Buch "Radikale Zärtlichkeit. Warum Liebe politisch ist" wirft die Autorin Şeyda Kurt einen kritischen Blick auf die verschiedenen Facetten von Liebe im Spannungsfeld von Patriarchat, Rassismus und Kapitalismus. Das Buch ist nicht nur eine theoretische Auseinandersetzung, sondern auch eine persönliche Reise durch die Biografie der Autorin, die anhand von philosophischen Betrachtungen, kulturellen Analysen und eigenen Erfahrungen die politische Dimension von Liebe aufzeigt.
Die Autorin, Şeyda Kurt, geboren 1992 in Köln, studierte Philosophie, Romanistik und Kulturjournalismus in Köln, Bordeaux und Berlin. Als freie Journalistin und Kolumnistin schreibt sie für unterschiedliche Print- und Onlinemedien, darunter ZEIT ONLINE. In "Radikale Zärtlichkeit" untersucht sie die Liebe als Spiegel der Gesellschaft und als politische Kraft. In den einzelnen Kapiteln werden zentrale Themen wie Monogamie, offene Beziehungen, ungleiche Beziehungen in einer ungerechten Welt, eine neue Sprache der Zärtlichkeit, Fürsorge, Technologie und Utopien der radikalen Zärtlichkeit behandelt. Die Autorin verknüpft dabei persönliche Anekdoten mit theoretischen und philosophischen Überlegungen und schafft so eine vielschichtige Perspektive.
Besonders beeindruckend ist Kurts Einsatz für eine inklusive Sprache. Ihr Glossar der komplizierten Begriffe gibt Einblicke in ihre Denkweise und schafft eine Grundlage für die weiteren Überlegungen. Durch die Vermeidung bestimmter Begriffe wie "Migrationshintergrund" zugunsten von "rassifiziert" zeigt sie ihre Sensibilität für die Nuancen von Diskriminierung. Das alternative Alphabet der Zärtlichkeit, das Kurt im Buch präsentiert, ist ein Höhepunkt. Es regt dazu an, die Sprache zu hinterfragen und einen neuen Blick auf die Art und Weise zu werfen, wie wir miteinander kommunizieren. Hier zeigt sich Kurt als innovative Denkerin, die nicht nur bestehende Konzepte dekonstruiert, sondern auch konkrete Vorschläge für einen neuen Sprachgebrauch macht.
Trotz der vielen positiven Aspekte gibt es auch Kritikpunkte. Stellenweise sind mir persönlich die Ausführungen etwas zu kurz, da das Buch oft komplexe Themen nur anreißt, aber nicht in die Tiefe geht. Zudem werden die Themen teilweise wild durcheinander gemischt ohne richtigen Übergang – was mich etwas verwirrt hat.
Insgesamt hat Şeyda Kurt mit "Radikale Zärtlichkeit" aber ein inspirierendes Buch geschaffen, das zum Nachdenken anregt und auffordert, über traditionelle Beziehungsmodelle und gesellschaftliche Normen nachzudenken. Die Kombination aus persönlichen Erfahrungen, philosophischen Überlegungen und konkreten Handlungsansätzen macht das Buch zu einer empfehlenswerten Lektüre. In diesem Sinne verdient "Radikale Zärtlichkeit" 4 von 5 Sternen als inspirierendes Werk mit Raum für spannende Diskussionen.
Zum Abschluss möchte ich Şeyda Kurt mit einem Zitat aus ihrem Buch würdigen: "Radikale Zärtlichkeit bedeutet, im Rahmen meiner Möglichkeiten meiner Verantwortung nachzukommen, mir und meinem Gegenüber einen Sprachraum zu bieten, der es uns beiden ermöglicht, uns in unserer Verschiedenheit und Gemeinsamkeit anzuerkennen und zu erfahren. Und so wirklich füreinander da zu sein."
4.5
Mag es sehr! V.a die autobiographischen Stellen, die wirklich super witzigen Einwürfe (siehe Marx-Abschnitt am Ende) und die Radikalität der von Şeyda konstruierten Utopien :)
Ich hab mich schon mit feministischen Theorien beschäftigt, deswegen waren es stellenweise eher Wiederholungen als Neues für mich, aber das hat auch nicht geschadet! Mir haben die Gedanken über queere Freund*innenschaft + Konzepte neben monogamen Beziehungen gefallen. Und bin auch ganz begeistert von der ständigen Selbstreflexion und Position-in-der-Gesellschaft-Check von Şeyda, das war notwendig und auch angenehm zu lesen. All in all auch einfach (für mich) ziemlich zugänglich geschrieben, ich kam gut durch und es hat sich an keine Stelle gezogen.
Props auch an die Absatzgestaltung, hat mein Gehirn zur Ordnung sehr gefreut :)
Es ist sehr spannend zu lesen wie Patriarchat, Kapitalismus und Rassismus unsere Art der Romantischen Liebe beeinflussen. In mir hat das Buch immer wieder neue Denkprozesse angestoßen und mich dazu angeregt mehr über meine eigene Wahrnehmung der romantischen Liebe nach zu denken.
Das letzte Kapitel wirkt im Vergleich zum Rest vom Buch weniger trocken oder Sachbuchmäßig sondern eben zärtlich und leidenschaftlich alles was Seyda Kurt vorab auf 200 Seiten versucht zusagen wird nochmal schön zusammengefasst und hinterlässt mich mit einem fast schon träumerischen Gefühl.
Dass ich diesem Buch nicht mehr Sterne geben kann liegt glaube ich vor allem daran, dass ich es über einen sehr langen Zeitraum gelesen habe und mir der rote Faden ein wenig fehlt. Gelegentlich werden mir Themen zu albern angerissen (fiktives Interview mit Karl Marx zb) aber das ist ja vor allem mein persönliches Empfinden. Denke sonst wären es für mich 4 Sterne gewesen
Das Sachbuch behandelt die Frage wieso Liebe politisch ist und in welche Bereiche unseres Lebens Liebe greift.
Das Buch hinterfragt unser Verständnis von romantischer Liebe und weitet den Liebesbegriff aus. Zum Beispiel wird das Konzept der Monogamie hinterfragt und auch diskutiert inwiefern Liebe so wie wir sie kennen mit Machtstrukturen zusammen hängt.
Ich konnte aus diesem Buch leider nicht wirklich etwas mitnehmen. Viele Punkte sind in anderen feministischen Werken ebenfalls zu finden, leider fehlt dadurch der AHA-Moment. Viele Themen werden nur angeschnitten und nicht tiefer behandelt, dadurch wurde die Struktur des Buches etwas chaotisch und wenn man tiefer in die Themen eingetaucht wäre, hätte man ein besseres Verständnis bekommen können.
Tolles Buch, etwas viele Fachbegriffe, die man nicht so gut versteht, wenn man sich vorher nicht schon mit solchen oder ähnlichen Büchern auseinander gesetzt hat.
Trotzdem viele Denkanstöße und Inspiration in diesem Buch. Danke für diese Gedanken!
"Radikale Zärtlichkeit bedeutet für mich, mir selbst gegenüber zärtlich und nachsichtig zu sein, meine Abhängigkeiten anzuerkennen, mich selbst anzuerkennen, mit all den Widersprüchen, den Ängsten und dem vermeintlichen Scheitern an mir selbst und an den Verhältnissen, die es mir schwer machen. Und gleichzeitig will ich radikal und unnachgiebig sein in meinen Forderungen an die Dominanzgesellschaft, in der positiven Ge staltung unserer Abhängigkeit voneinander. In einer Welt, in der Marginalisierten beigebracht wird, dass der Hass gegen sie legitim ist und sie diesen Hass verinnerlichen, ist der gemeinsame Kampf für eine andere Welt vielleicht die größte Zärtlichkeit, die ich mir und anderen Menschen entgegenbringen kann."
Fesselnd, provokativ und manchmal wild durcheinander. Şeyda Kurts Perspektive auf Liebe und Gesellschaft bleibt nachhaltig.
"Viel zu selten sprechen wir darüber, wie unser Miteinander anders sein könnte. Vielleicht, weil wir zu oft davon ausgehen, dass das Verständnis dafür, etwa für das Phänomen der Liebe und Freund*innenschaft, in uns eingepflanzt ist und nicht zur Neuverhandlung steht. Als gäbe es eine Mechanik der Umgangsformen, die wir nur ab und an mit ein paar Küssen und Worten ölen müssten. Viele denken, weil wir Menschen seien, wüssten wir automatisch, wie wir einander begegnen hätten. Doch wenn ich mir einer Tatsache sicher bin, dann, dass wir imstande sind zu erkunden, wie wir einander begegnen wollen. Und diese Angelegenheit ist höchst politisch." – Buchzitat.
In ihrem Buch "Radikale Zärtlichkeit. Warum Liebe politisch ist" wirft die Autorin Şeyda Kurt einen kritischen Blick auf die verschiedenen Facetten von Liebe im Spannungsfeld von Patriarchat, Rassismus und Kapitalismus. Das Buch ist nicht nur eine theoretische Auseinandersetzung, sondern auch eine persönliche Reise durch die Biografie der Autorin, die anhand von philosophischen Betrachtungen, kulturellen Analysen und eigenen Erfahrungen die politische Dimension von Liebe aufzeigt.
Die Autorin, Şeyda Kurt, geboren 1992 in Köln, studierte Philosophie, Romanistik und Kulturjournalismus in Köln, Bordeaux und Berlin. Als freie Journalistin und Kolumnistin schreibt sie für unterschiedliche Print- und Onlinemedien, darunter ZEIT ONLINE. In "Radikale Zärtlichkeit" untersucht sie die Liebe als Spiegel der Gesellschaft und als politische Kraft. In den einzelnen Kapiteln werden zentrale Themen wie Monogamie, offene Beziehungen, ungleiche Beziehungen in einer ungerechten Welt, eine neue Sprache der Zärtlichkeit, Fürsorge, Technologie und Utopien der radikalen Zärtlichkeit behandelt. Die Autorin verknüpft dabei persönliche Anekdoten mit theoretischen und philosophischen Überlegungen und schafft so eine vielschichtige Perspektive.
Besonders beeindruckend ist Kurts Einsatz für eine inklusive Sprache. Ihr Glossar der komplizierten Begriffe gibt Einblicke in ihre Denkweise und schafft eine Grundlage für die weiteren Überlegungen. Durch die Vermeidung bestimmter Begriffe wie "Migrationshintergrund" zugunsten von "rassifiziert" zeigt sie ihre Sensibilität für die Nuancen von Diskriminierung. Das alternative Alphabet der Zärtlichkeit, das Kurt im Buch präsentiert, ist ein Höhepunkt. Es regt dazu an, die Sprache zu hinterfragen und einen neuen Blick auf die Art und Weise zu werfen, wie wir miteinander kommunizieren. Hier zeigt sich Kurt als innovative Denkerin, die nicht nur bestehende Konzepte dekonstruiert, sondern auch konkrete Vorschläge für einen neuen Sprachgebrauch macht.
Trotz der vielen positiven Aspekte gibt es auch Kritikpunkte. Stellenweise sind mir persönlich die Ausführungen etwas zu kurz, da das Buch oft komplexe Themen nur anreißt, aber nicht in die Tiefe geht. Zudem werden die Themen teilweise wild durcheinander gemischt ohne richtigen Übergang – was mich etwas verwirrt hat.
Insgesamt hat Şeyda Kurt mit "Radikale Zärtlichkeit" aber ein inspirierendes Buch geschaffen, das zum Nachdenken anregt und auffordert, über traditionelle Beziehungsmodelle und gesellschaftliche Normen nachzudenken. Die Kombination aus persönlichen Erfahrungen, philosophischen Überlegungen und konkreten Handlungsansätzen macht das Buch zu einer empfehlenswerten Lektüre. In diesem Sinne verdient "Radikale Zärtlichkeit" 4 von 5 Sternen als inspirierendes Werk mit Raum für spannende Diskussionen.
Zum Abschluss möchte ich Şeyda Kurt mit einem Zitat aus ihrem Buch würdigen: "Radikale Zärtlichkeit bedeutet, im Rahmen meiner Möglichkeiten meiner Verantwortung nachzukommen, mir und meinem Gegenüber einen Sprachraum zu bieten, der es uns beiden ermöglicht, uns in unserer Verschiedenheit und Gemeinsamkeit anzuerkennen und zu erfahren. Und so wirklich füreinander da zu sein."
Interessantes Thema. Oder besser gesagte viele, wichtige, interessante (Unter-)themen. Die aber alle zusammen gehören.
Aber es war einfach nur anstrengend zu lesen. Ich habe mich leider mehr gequält beim lesen und wollte es dann einfach nur noch fertig haben…Schade.
Dieses Buch hat sehr viel Potential und gibt sehr viele wichtige Denkanstöße, aber da liegt auch ein bisschen das Problem für mich: Es werden sehr viele Themen und Bereiche angesprochen, jedoch werden all diese Themen aufgemacht und dann nicht vertieft betrachtet und zuende gebracht.
Ich fand es einerseits toll, dass das Buch so viele Perspektiven auf das Thema Zärtlichkeit aufnimmt, andererseits war es mir auch manchmal zu viel auf einmal. So viel Input, Kapitel für Kapitel ein neues Thema, das letzte hängt noch in meinem Kopf und möchte durchdacht werden, doch dafür lässt die Autorin keine Zeit.
Den Ansatz finde ich trotzdem gut, etwas mehr Struktur oder etwas weniger Themen weiter ausgearbeitet wären jedoch vielleicht für Leser*innen hilfreicher um das Thema anzugehen.
Was mir ebenfalls gefallen hat, waren die persönlichen Einblicke der Autorin, wir erfahren, warum sie sich mit Themen beschäftigt und auch, wie sich ihre Sicht mit der Zeit geändert hat. Es ist wohl normal, dass man als Kind / Jugendliche*r Dinge aufnimmt und wiedergibt ohne sie zu hinterfragen. Als Erwachsene müssen wir dies jedoch ablegen. Wichtig finde ich hierbei, dass es ok und wichtig ist, seine Meinung zu ändern und sein Verhalten zu reflektieren. Es ist wichtig sagen zu können "damals habe ich das nicht verstanden und mich falsch verhalten, heute weiß ich es besser und es tut mir leid, ich verhalte mich jetzt anders." Das ist so wichtig, heutzutage aber so selten! Dafür danke ich der Autorin.
In diesem Buch steckt so viel Kluges drin, dass ich es nun zum zweiten Mal, aber bestimmt nicht das letzte Mal, gelesen habe. Ich bewundere Şeyda Kurts Weitsicht, wie sie die Ursachen für Zustände herleitet und Zusammenhänge herstellt.
Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, dass alle Gruppen unserer Gesellschaft in ihrer Pluralität Teil einer kollektiven Geschichte werden, die von Medien miterzählt wird.
Was für ein Buch! Ich liebte die Mischung aus Popkultur, Philosophie und Feminismus. Auch wenn es (zumindest für mich) philosophischer war als erwartet, wollte ich dieses Buch kaum aus der Hand legen.
Die Autorin liefert so viele wahnsinnig interessante und neue Denkansätze, dass ich mir immer wieder verschiedene Stellen anstrich und Notizen dazu schrieb. Auch die Ansätze, wie Kolonialismus die Liebe beeinflusst, fand ich sehr interessant. Zudem liebte ich die Kapitel über die Bedeutung von Namen und das Kapitel "Von Bildern, Szenen und Gesten" über Populärkultur und den Einfluss von Medien.
Ein Stern Abzug für das kurze Kapitel, wo sie ein (offensichtlich fiktives) Interview mit Karl Marx führte. Das gefiel mir so gar nicht und passte meiner Meinung nach nicht in das Buch.
Dennoch eine absolute Kaufempfehlung. Ein Buch, das jeder mal gelesen haben sollte!
Viele interessante Punkte, denen man dank der kurzen Kapitel ganz gut folgen konnte. Allerdings fehlte mir an einigen Stellen das gewisse Extra und der Zielpunkt.
Ich fand in diesem Buch wurden viel zu viele Themen angesprochen und das mit etwas zu wenig Tiefgang, als wären Gedanken nicht zu Ende gedacht worden. Das macht dieses Buch vielleicht am Ende auch so verwirrend für mich. Außerdem hatte ich das Gefühl, es wurden vorrangig nur schon bestehende Fakten, Theorien bzw. Konzepte aufgegriffen/präsentiert und kaum eigene Lösungsansätze der Autorin. Ich finde dennoch, dass die einzelnen Argumentationsansätze und vor allem die biografischen Bezüge der Autorin interessant waren. Ich denke als ganz grober Einstieg in die Philosophie/Politik/Gesellschaft ist dieses Buch schon gut, aber wenn man dann doch vertiefendes Wissen zu beispielsweise Kapitalismus, Queer, Patriarchat und Feminismus sucht, ist man bei dem Buch eher falsch.
Tolles Buch mit vielen Stellen, die zum Nachdenken anregen, aber auch altbekannte Probleme in unserer Gesellschaft werden wieder beleuchtet - was auch gut so ist. Über gewisse Dinge kann nicht genug geschrieben/gesprochen werden. Şeyda Kurt ist eine sehr kluge Frau, die inspiriert und von der es hoffentlich noch mehr zu lesen gibt.