Die Welt ist ungerecht, aber muss man das hinnehmen ? Avid zieht nach dem Tod seines Vaters mit seiner Mutter Elena in eine neue Stadt. Eine neue Wohnung, eine neue Schule, ein neuer Arbeitsplatz und die Chance für einen Neuanfang, die Idee klingt gut. Pech nur, dass am Einzugstag aus dem Leihwagen vor der Haustür Avid‘s Laptop gestohlen wird. Avid ist außer sich, befinden sich doch unersetzbare letzte Erinnerungen an seinen Vater auf dem Gerät. Die Chance, dass die Polizei die Täter schnappt, ist äußerst gering und so begibt sich Avid selbst auf Spurensuche und entdeckt das Versteck der jugendlichen Diebesbande. Ist er anfänglich nur daran interessiert seinen Laptop wiederzubekommen und die Bande auffliegen zu lassen, ändert sich seine Einstellung zu den Jugendlichen, die auf ihre Weise versuchen zu einer gerechteren Welt beizutragen. Wie schon Robin Hood behaupten sie nur Reiche zu bestehlen, um es den Armen ein wenig leichter zu machen, Umverteilung eben. Mir ist die Geschichte von Nina Weger wirklich unter die Haut gegangen. Sie ist klug konstruiert, bestens recherchiert und spannend erzählt. Themen wie Altersarmut, Fast Fashion, Privatisierung der Trinkwasserversorgung, Lebensmittelverschwendung kommen zur Sprache. Der Wunsch die Ungerechtigkeiten in der Welt nicht einfach hinzunehmen ist nachvollziehbar. Aber darf man mit guten Motiven einfach Straftaten begehen? Avid verändert sich mit dem näheren Kennenlernen der Bandenmitglieder, die bis zum Schluß alle ihre richtigen Namen hinter einem Pseudonym verstecken. Er hinterfragt mehr und wird politischer. Auch die Gruppendynamik fand ich spannend. Das Buch bietet sich wunderbar an für Gespräche zwischen Eltern und ihren heranwachsenden Kindern. Ich denke es ist für Jugendliche im Alter von 12 Jahren gut geeignet und ich empfehle es sehr gerne weiter.
Ich habe gerade "Fair. Ohne Kompromisse" von Nina Weger gelesen und bin tatsächlich zwiegespalten, aber definitiv beeindruckt! Das Buch ist ein absoluter Wachmacher. Es stellt die großen Fragen: Was ist wirklich gerecht? Und wie weit darf man gehen, um etwas zu verändern? Besonders stark fand ich, dass die Geschichte nicht nur junge Leser, sondern auch uns Ältere dazu bringt, das eigene Handeln und unsere Privilegien zu hinterfragen. Ein Buch mit echtem moralischem Tiefgang! Obwohl ich die Story absolut spannend fand, fiel es mir manchmal schwer, die Charaktere ganz ernst zu nehmen. Der Protagonist Avid ist erst 14, wirkt aber (zusammen mit seinen Freunden) oft extrem abgeklärt, top informiert und fast schon zu perfekt organisiert. Für mich war das für dieses Alter ein wenig "too much" und hat dem Ganzen einen Funken Realismus geraubt. Trotzdem ein packendes Jugendbuch, das wichtige gesellschaftliche Themen mutig anpackt. Wer Lust auf Action mit Tiefgang hat, sollte hier zugreifen! Ab welchem Alter hat man eurer Meinung nach den vollen Durchblick in Sachen Gerechtigkeit?
gut, aber doch sehr konstruiert
Nachdem Avids Vater stirbt, ziehen er und seine Mutter in eine neue Stadt, um neu anzufangen. Am Tag des Umzugs, wird in der neuen Stadt ihr Mietauto aufgebrochen und alle Taschen daraus geklaut. Auch Avids Laptop ist dabei, mit all den Fotos und Videos von seinem Vater. Nachdem die Polizei es nicht für sehr wahrscheinlich hält die Diebe zu fassen, beschließt er auf eigene Faust loszuziehen. Und tatsächlich findet er die Bande. Doch die Sechs sind keine gewöhnlichen Kriminellen, sondern nennen sich selber Umverteiler. Sie klauen, machen daraus Geld und geben es Bedürftigen. Zahlen z.B die Heizkostennachzahlung einer alleinerziehenden Mutter, der das Gas abgestellt wurde. Besorgen einer alten Frau eine Brille, die sie sich von ihrer Rente nicht leisten kann etc. Avid steckt nun in der Zwickmühle, denn so ganz Unrecht haben sie damit nicht, oder? Wie weit darf man gehen , wenn es offensichtliche Ungerechtigkeit gibt? Und was ist fair? Es werden wichtige Themen angesprochen und die richtigen Fragen gestellt, das Ganze verpackt in einer sehr spannenden, gut geschriebenen Story, die allerdings doch sehr konstruiert wirkt.
Ein cooles Jugendbuch über das Thema Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit. Avid trifft auf eine Gruppe, die "umverteilt" - von den Reichen nimmt und es Bedürftigen gibt. Am Anfang hält er das für totalen Schwachsinn, aber nach und nach rutscht er tiefer mit rein. Ich mochte den Schreibstil, den wir aus Avids Sicht gelesen haben. Auch die Charaktere waren interessant, allerdings hätte ich mir hier noch ein bisschen mehr Tiefe gewünscht. Das Thema Ungerechtigkeit wird hier sehr gut aufgegriffen, unterlegt mit aktuellen Zahlen zu Lebensmittelverschwendung, Altersarmut und auch globalen Problemen. Das fand ich alles sehr gut eingebunden. Am Ende hat zwar ein bisschen was für ein absolutes Highlight gefehlt, aber es war definitiv eine spannende Geschichte, bei der ich auch noch ein wenig lernen konnte. Eine Empfehlung für alle Jugendlichen ab 12/13 Jahren.
Sozialkritische Auseinandersetzung mit dem Heute
Wenn ich heulen muss war es gut - und das musste ich tatsächlich. Avid zieht mit seiner Mutter der Polizistin Elena in eine neue Stadt. Nach dem Tod seines Vaters soll es einen neu Anfang geben, neuer Job, neue Wohnung alles neu - doch beendet alles neu auch alle Traurigkeit und Wut? Noch am Tag des Einzugs muss Avid ansehen wie in ihr Auto eingebrochen und sein Laptop mit all seinen Erinnerungen gestohlen wird. Da die Polizei ihm kaum Hoffnung macht , begibt sich Avid selbst auf die Spur der Täter und befindet sich schon bald unter ihnen - doch sind diese Täter wirklich böse , sind ihre Taten doch unter dem Slogan „ wir verteilen um“ Grenzen von dem was Avid gelernt hat und durch Vulkan der Bandenchefin erfährt verschwimmen, was ist richtig und was ist falsch , ist etwas falsches mit guter Intension richtig oder weniger falsch und was ist mit seinen Laptop auf dem doch alles was ihm genommen wurde ist! Dieses Buch behandelt auf sanfte und doch eindringlich ergreifende Art gleich mehrere Themen die unsre Welt bestimmen. Ob Fast Fashion oder die immer größer werdende Schneise von Arm und Reich , das Schicksal welches bestimmt wo man geboren wird und ob man Dinge hat und für selbstverständlich erachtet die anderswo auf der Welt hart erkämpft werden müssen. Fair was ist fair und gibt es Fairness überhaupt in einer Welt wo Menschen ohne etwas zu tun reich geboren werden und andere nur durch Erlaubnis Dritter in Frieden leben dürfen . Fair ist ein Jugendbuch was gelesen werden muss, was unter die Haut geht und mahnt genauer hinzuschauen und sein eigenes handeln zu überdenken .




