
Der Nordmann und das Kind des Windes
Kayden ist ein Jäger und ein Nordmann, niemand beherrscht die Meere so wie er. Lange Jahre hat er gearbeitet, um sich diesen Ruf zu sichern. Dann jedoch erhält er einen ungewöhnlichen Auftrag von einer noch viel seltsameren Person: Er soll eine Hochzeit verhindern und die Prinzessin Aira von Jandor retten. Dabei helfen soll ihm ein wundersames Mischwesen aus Fuchs und Mensch. Während Kayden noch an seinem Verstand zweifelt, zieht jedoch eine Bedrohung auf, die den ganzen Kontinent mit Dunkelheit überzieht und so bleibt ihm nichts anderes übrig, als das Wagnis einzugehen… Das Autorenduo Mira Valentin und Erik Kellen präsentieren mit der Lichtsplitter-Saga eine epische Fantasy inspiriert von nordischer Mythologie und klassischer mittelalterlicher Fantasy. Es wird nicht gespart mit den verschiedensten Königreichen, mehr oder weniger ehrenvollen Rittern, wagemutigen Soldaten und magischen Monstern. Es braucht seine Zeit, doch dann kann der Leser an der Seite der Prinzessin und des Jägers in eine abwechslungsreiche und auch spannende Geschichte eintauchen. Der Beginn jedoch ist etwas holprig. Die Geschichte beginnt recht unspektakulär, der Auftakt dient wohl nur dazu, dem Leser vorneweg viele Erklärungen zu bieten. Es beginnt nämlich eine umfangreiche Rückblende aus der Sicht beider Charaktere, die den jeweiligen Lebensweg der beiden erklärt. Das war auch nicht langweilig, doch es war schwer zu erkennen, an welchem Punkt die wahre Handlung eigentlich begonnen hat. Tatsächlich nämlich erst nach der Hälfte des Buches. Mit anderen Worten: Der Einstieg war etwas verwirrend. Dafür kennt man sich danach recht gut auf der Karte aus und kann die Namen der Königreiche und ihrer Bewohner gut zuordnen. Wie gewohnt haben die Autoren nicht an Kreativität und Details gespart, um ihre Welt auszuschmücken. Es sind allerdings auch noch genug Fragen offen geblieben, damit man gespannt auf die nächsten Teile sein kann. So wurden der Kernkonflikt, die Bedrohung und die Magie je nur kurz angerissen und die richtige Action beginnt dann vermutlich in Teil zwei. Man darf also gespannt sein, wohin es die ungleichen Protagonisten auf ihrer chaotischen Reise noch führen wird und welche Geheimnisse sie aufdecken. Wer Lust auf eine klassische Fantasyreise in einer düsteren, rauen Welt hat, aber auch ein klein wenig Humor an mancher Stelle zu schätzen weiß und sich nicht von einem (zwar gut zum Setting passenden, aber doch) stellenweise etwas groben Wortschatz stören lässt, der hat mit der Lichtsplitter-Saga vielleicht seinen nächsten Fantasy-Urlaub gefunden, auch wenn Band eins eher ein guter Prolog ist und man auf mehr von allem in den Folgebänden hoffen darf.






