
Ein psychologischer Roman mit Mehrwert
Ich denke, also bin ich mir im Weg ist bereits das zweite Buch, das ich von Andrea Weidlich gelesen habe, und für mich fühlt es sich wie eine Fortsetzung an. Man kann das Buch problemlos unabhängig vom ersten Band lesen, freut sich aber, wenn man bekannte Figuren wiedertrifft und ihre Geschichten weiterverfolgen kann. Die Autorin wählt einen anderen Zugang zur Psychologie, als man ihn aus klassischen Ratgebern kennt. Sie spricht nicht direkt mit mir als Leserin, sondern erzählt die Geschichten mehrerer Menschen, ihre Gedanken, inneren Konflikte und Muster. Genau dadurch entsteht viel Raum zur Identifikation. Die acht Protagonist:innen bringen unterschiedliche Themen mit, begleitet von einem Psychologen, der durch gezielte Fragen Denkanstöße gibt – ohne belehrend zu wirken. Das Buch liest sich stellenweise fast wie ein Roman, nur mit deutlich mehr Substanz. Die Rahmenhandlung, eine gemeinsame Wanderung mit Gesprächen und gemeinsamen Momenten, macht die Inhalte greifbar und alltagsnah. Ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, einfach dabei zu sein, zuzuhören und gleichzeitig eigene Gedanken mitzunehmen. Besonders schön fand ich die kleinen Empowerment- oder Sinnsprüche am Ende jedes Kapitels. Sie greifen das Gelesene noch einmal auf, runden es ab und sorgen für einen sehr angenehmen Lesefluss. Für mich ist dieses Buch ruhig, nahbar und inspirierend – eines, aus dem man sich immer wieder etwas für den eigenen Alltag mitnehmen kann.





























