"Rügenmord" – Ein ambitionierter Fall mit kleinen Längen, aber ich bleibe Romy treu! 🌊
Wichtige Themen und gewohnt starke Rügen-Atmosphäre – trotz zähem Mittelteil ein Muss für Serien-Fans Meine Bewertung: 2,5 / 5 Sterne ⭐⭐✨ Als großer Fan von Katharina Peters und ihrer Romy-Beccare-Reihe – deren Vorgänger ich fast durchgehend mit begeisterten 4 bis 5 Sternen bewertet habe – war die Vorfreude auf Rügenmord riesig. Auch wenn dieser Band für mich persönlich zu den etwas schwächeren Teilen gehört, hat er dennoch seine Qualitäten. Was mir gut gefallen hat: Der Einstieg in das Buch ist der Autorin absolut gelungen – die Geschichte fängt stark und packend an. Ein echtes Highlight sind wie immer die wunderbar bildhaften Orts- und Naturbeschreibungen, die sofort das typische, stimmungsvolle Rügen-Feeling aufkommen lassen. Es ist toll zu sehen, wie sehr Romy Beccare über die Bände hinweg als Charakter gewachsen ist. Ein echtes Schmankerl für treue Fans ist das Crossover mit der Dienststelle in Berlin und der Wismarer Ermittlerin Emma Klar. Dieses Wiedersehen mit bekannten Gesichtern bringt eine schöne Dynamik hinein (auch wenn genau deshalb Neueinsteiger lieber mit einem früheren Band starten sollten, um alle Zusammenhänge voll zu genießen). Was man hätte besser machen können: Der Fall an und für sich ist sehr komplex und ambitioniert. Katharina Peters greift unglaublich wichtige gesellschaftliche und historische Themen auf – es geht um die Vergangenheit und das Judentum, um kostbare Antiquitäten, die damals durch Enteignung weggenommen wurden, und die heutige Aufarbeitung dieser Fälle. Auch das spannende Spannungsfeld zwischen Gier und Gerechtigkeit sowie das Thema Homophobie werden aufgegriffen. Das alles ist hochrelevant, allerdings wirkte es durch die Fülle an Aspekten manchmal etwas überladen und wurde in der Tiefe leider recht oberflächlich behandelt. Da hätte ich mir als Leser, gerade weil mich die Themen persönlich sehr ansprechen, einfach noch mehr emotionale Tiefe gewünscht. Der Mittelteil verlangt etwas Geduld: Die Ermittlungen spiegeln den echten, manchmal eben zähen und frustrierenden Polizeialltag wider. Das ist zwar realistisch, führte hier aber zu einigen Längen und Wiederholungen, bei denen Romy leider ihr gewohntes Durchsetzungsvermögen und ihren Mut zum Risiko nicht ganz so ausleben konnte wie sonst. Das Finale zieht das Tempo dann im "Tack-Tack-Tack"-Verfahren noch einmal extrem an. Die überraschende Auflösung auf den letzten Seiten kommt dadurch sehr plötzlich, liefert aber immerhin alle Antworten. Fazit: Rügenmord wollte diesmal vielleicht einfach ein bisschen zu viel auf einmal und verliert sich dabei manchmal im Erzähltempo. Aber ein schwächerer Band wirft einen echten Fan natürlich nicht aus der Bahn! Die Reihe hat über Jahre hinweg bewiesen, wie viel Potenzial in ihr steckt. Ich freue mich trotz der kleinen Kritikpunkte definitiv schon auf den nächsten Band und bin gespannt, wie es mit Romy weitergeht



