
„Der Mann, der nicht vergessen konnte“ ist der sechste Band der Reihe um die Journalistin Kajsa Coren. Trude Teige versteht es erneut, gesellschaftliche Themen in einen Kriminalfall einzubetten. In diesem Band spielt unter anderem die MeToo-Bewegung eine Rolle, teilweise auch politische Aspekte. Die Themen werden dabei sachlich und realistisch behandelt, ohne dass sie den Krimifall überlagern. Die Charaktere sind gut durchdacht und wirken authentisch, mit Ecken und Kanten. Kajsa Coren ist dabei wie gewohnt eine starke Hauptfigur. Sowohl ihr berufliches Engagement als Journalistin als auch ihr Privatleben werden in die Handlung eingebunden, was die Figur rund und nachvollziehbar macht. Auch Karsten, der Oberkommissar, ist gut in die Geschichte integriert. Die Kombination aus seinen Perspektiven und Kajsas journalistischer Sicht sorgt für Abwechslung und zusätzliche Spannung. Der Kriminalfall selbst ist solide aufgebaut und hält mehrere Wendungen bereit. Die nordische Atmosphäre wird überzeugend vermittelt und trägt zur dichten, stimmigen Kulisse bei. Insgesamt ein weiterer gelungener Band der Kajsa-Coren-Reihe. Wer Krimis mag, die sowohl inhaltlich als auch thematisch durchdacht sind und dabei nordische Spannung bieten, werden hier sich nicht enttäuscht werden.



