„Ein Land ist stärker als sein Heer.“ Wir tauchen ein in die Welt des großen Simon de Montfort & seiner Tochter Eleonore, Edward „Hammer der Schotten“ & Llywelyn von Wales & erleben die Eroberung Wales mit. Der Schreibstil ist angenehm, die Kapitel teilweise etwas lang. Die historischen Fakten sind allgemein gut eingearbeitet, allerdings hat mich die Person Tudur & die Größe seiner Rolle nicht so gefallen. Ja, es ist ein Roman & Fakten werden mit Fiktion verwoben & ja, ich mochte Tudur. Nur eben seine Rolle & „Wichtigkeit“ nicht. Es ließ mir Llywelyn doch etwas verzweifelt wirken & das passte für mich nicht ins Bild von ihm. Eleonore selbst erleben wir von Kindheitstagen an & lernen sie bis ins Erwachsenenalter kennen, was auch glaubwürdig ist. Vlr allem Edwards Darstellung seines Charakters gefiel mir sehr gut.

Geschichte, die unter die Haut geht
⭐️⭐️⭐️⭐️ Das Erbe der Drachenkrone hat mich sofort in seine Welt gezogen. Sabrina Qunaj verbindet große historische Konflikte mit sehr persönlichen Schicksalen und schafft damit einen Roman, der nicht nur spannend ist, sondern auch emotional berührt. Man spürt auf jeder Seite, wie sehr Macht, Politik und Herkunft über das Leben der Menschen bestimmen. Im Mittelpunkt steht Eleanor de Montfort, eine junge Frau, die früh zum Spielball politischer Interessen wird. Ihre Geschichte ist leise, aber intensiv erzählt. Gerade weil Eleanor keine klassische Heldin ist, sondern zweifelt, Angst hat und innerlich kämpft, wirkt sie so glaubwürdig. Ihre Entwicklung geschieht langsam, fast unauffällig und genau das macht sie umso berührender. Besonders gefallen hat mir die dichte, fast melancholische Atmosphäre des Romans. Die Autorin schildert Intrigen, Kriege und Verrat ohne Effekthascherei. Grausamkeit wird nicht ausgeschlachtet, sondern bleibt im Hintergrund spürbar, was der Geschichte eine große Ernsthaftigkeit verleiht. Gleichzeitig sind die historischen Hintergründe sehr präsent, ohne jemals trocken zu wirken. Das Erbe der Drachenkrone ist für mich ein starker historischer Roman, der zeigt, wie eng persönliche Gefühle und politische Macht miteinander verwoben sind. Eine Geschichte, die leise erzählt wird, aber lange nachklingt und die man nicht so schnell vergisst 🙌🏼
Historisch, politisch, spannend
Die Autorin schließt mit diesem Roman die Reihe um die Eroberung Wales durch die Normannen ab. Auch in diesem Teil geht es viel um die politischen Ränkespiele des Adels. Wer mit wem und warum war damals die wichtigste Frage. Und so findet sich die anfangs 13jährige Eleonore de Montfort darin mittendrin wieder. Sie wird von ihrem Vater an Fürst Llewelyn von Wales versprochen, da dieser mit ihm ein Bündnis gegen den englischen König eingehen will. Dann jedoch stirbt der König und dessen jähzorniger, grausamer aber nicht minder intelligente Sohn Edward besteigt den Thron. Dieser ist auch der Vetter von Eleonore und verweigert ihr die Ehe mit dem Waliser. Eleonore setzt aber alles daran, Llewelyn zu ehelichen, denn sie sieht in Wales ihren Platz um zwischen den beiden Kriegsparteien zu vermitteln und so für dauerhaften Frieden zu sorgen. Und so geht sie zuerst ins Exil, dann in Gefangenschaft um endlich ihr Ziel zu erreichen: Wales. Aber wird es ihr auch gelingen zum Frieden beizutragen? Sabrina Qunaj versteht es kaum wie eine andere historische Geschehnisse in spannende Romane zu verpacken. Von der ersten Seite an fiebert man mit Eleonore mit, die eine sehr starke aber auch integere Persönlichkeit ist. Dieser Roman wird alle begeistern, die auch gerne Rebecca Gablé lesen.


