Man merkt dem Buch an, dass es von einer Poetin geschrieben ist - und überaschenderweise meine ich das nicht positiv.
Wie die Erzählung strukturiert ist, sagt mir nicht zu. Ditlevsen ist mehr darauf bedacht, die Stimmung als die Geschehnisse zu beschreiben. Da sie - wie sie selbst mehrmals schreibt - in ihrer Kindheit meist nichts fühlte, bleibt das leider flach und emotionale Resonanz aus. Außerdem geht sie häufig auf Aspekte (bspw. ihrer Beziehung zu ihrer Mutter) ein, die sie bereits vor 20 min (mit einem anderen Thema dazwischen!) beschrieben hat, ohne dabei wirklich Neues zu erzählen. Das ist ein wirkungsvolles Stilmittel in der Lyrik. Hier dachte ich dagegen genervt: "Den Punkt hast du doch schon gemacht! Ich hab's verstanden! Können wir fortfahren?" Ich war die meiste Zeit gleichgültig bis gelangweilt. Positiv hervorheben kann ich allerdings, dass ein gutes Bild davon entsteht, wie das Leben der Kopenhagener Arbeitsklasse in den 20er Jahren aussah. Außerdem habe ich die eingestreuten Gedichte genossen. Obwohl mich das viel gelobte Buch enttäuscht hat, schreckt es mich nicht davon ab, zum zweiten Band zu greifen. Schließlich ist der Hauptgrund, dass ich die Kopenhagen Trilogie ausgewählt habe, dass mich das im dritten Band besprochene Thema Abhängigkeit interessiert.


















































