16. März
Rating:4.5

Die Frauen sind das wahre starke Geschlecht, das hat mir diese Reihe gezeigt. Und das nachverlust und Dunkelheit immer Licht folgt.

Manchmal gibt es Bücher, die man einfach nur liest. Und dann gibt es Bücher, die einen fühlen lassen. Die einen berühren, erschüttern, trösten – und am Ende mit einem leisen, bittersüßen Gefühl zurücklassen. Genau so ging es mir mit „Zimträume“ von Eva-Maria Bast, dem dritten und leider letzten Band der Backdynastie-Reihe. 🥺📚 Und wieder einmal musste ich während des Lesens feststellen: Eine für mich unglaublich emotionale historische Reihe geht zu Enden der Welt und ich. Schon nach den ersten Seiten spürt man, dass dieser Band etwas Besonderes ist. Wir begleiten Josefine, die entschlossen ist, das Vermächtnis ihres Mannes weiterzuführen – mitten durch die schlimmste Zeit der deutschen Geschichte. Durch die Jahre der NS-Zeit, durch Angst, Verlust und Unsicherheit. Doch Josefine ist nicht allein. Wir gehen diesen Weg auch mit ihren Töchtern, Schwiegertöchtern und Schwiegersöhnen – einer ganzen Familie, die versucht, in einer Welt voller Dunkelheit ihre Menschlichkeit zu bewahren. Besonders berührt hat mich das Schicksal von Frederike. Nachdem sie erfahren hat, dass sie nicht die leibliche Tochter von Josefine und Karl ist, flieht sie nach England, um dort ein neues Leben zu beginnen. Doch selbst dort lässt sie ihre Herkunft nicht los. Auch in der Ferne holt sie die Geschichte ein – und plötzlich wird einem als Leser wieder bewusst, wie sehr diese Zeit das Leben so vieler Menschen geprägt und erschüttert hat. Und auch die anderen Frauen der Backdynastie haben es in diesen Jahren alles andere als leicht. Sie verlieren Männer, sie verlieren Kinder, sie verlieren manchmal auch ein Stück Hoffnung. Gerade deshalb ist dieser Band wieder so unglaublich bewegend. 💔 Es gab Momente beim Lesen, da musste ich wirklich kurz innehalten. Momente, in denen mir ein Tränchen über die Wange lief. Und dann gab es diese eine Szene – ein Verlust einer Hauptfigur – bei der mir einfach ein eiskalter Schauer über den Rücken lief. Dieser Moment hat mich wirklich tief getroffen. Weil man die Figuren über die ganze Reihe hinweg so sehr ins Herz geschlossen hat, dass sich ihr Schicksal beinahe persönlich anfühlt. Was mich an dieser Reihe immer wieder fasziniert hat, ist der wunderschöne Schreibstil von Eva-Maria Bast. Sie schafft etwas, das nur wenige Autorinnen und Autoren können: Sie beschreibt Backträume, die wahr werden, mit warmen, fast liebevollen Worten – so, dass man glaubt, selbst den Duft von Zimt, Brot und frischem Gebäck in der Luft zu spüren. 🥐✨ Und gleichzeitig gelingt es ihr, die dunkelsten Kapitel unserer Geschichte in klaren, einfachen, aber unglaublich prägnanten Worten darzustellen. Nie überladen, nie reißerisch – sondern menschlich, nahbar und ehrlich. Dadurch hatte ich beim Lesen ständig das Gefühl, selbst vor Ort zu sein. Als würde ich neben den Figuren stehen. Mit ihnen hoffen. Mit ihnen bangen. Und manchmal auch mit ihnen verzweifeln. Natürlich streift das Buch auch die grausamen Dinge, die Jüdinnen und Juden in dieser Zeit ertragen mussten. Zum Glück bleibt es dabei eher am Rand, doch gerade diese kurzen Einblicke reichen aus, um die Brutalität dieser Epoche zu begreifen. Und doch zeigt dieses Buch auch etwas anderes. Etwas, das vielleicht noch wichtiger ist. Denn selbst nach der dunkelsten Nacht kehrt irgendwann wieder Licht zurück. Menschen finden wieder zueinander. Ein Betrieb kann wieder zum Leben erweckt werden. Und Familien können – wenn sie zusammenhalten – selbst die schwersten Zeiten überstehen. Gerade die Frauen dieser Geschichte zeigen dabei eine unglaubliche Stärke. Sie tragen Verantwortung, halten Familien zusammen, kämpfen weiter, obwohl ihnen so viel genommen wurde. Und genau darin liegt für mich die leise, aber kraftvolle Botschaft dieser Reihe: dass Frauen in Zeiten von Krieg und Verlust unermessliches Leid ertragen mussten – und dennoch gezeigt haben, wie stark sie sind und dass sie ebenso die Kraft besitzen, Verantwortung für Gesellschaft und Zukunft zu tragen. Als ich die letzte Seite von „Zimträume“ zugeschlagen habe, blieb ein Gefühl zurück, das schwer zu beschreiben ist. Ein bisschen Traurigkeit, weil diese Reise nun vorbei ist. Aber auch Dankbarkeit, diese Familie und ihre Geschichte begleiten zu dürfen. Diese Reihe hat mich berührt, bewegt und manchmal auch erschüttert. Und genau deshalb kann ich die Backdynastie-Reihe von Eva-Maria Bast wirklich von ganzem Herzen empfehlen. ❤️ Denn sie ist nicht nur eine historische Familiengeschichte. Sie ist eine Geschichte über Zusammenhalt, Mut, Verlust – und darüber, dass selbst nach den dunkelsten Zeiten wieder Hoffnung wachsen kann. So wie der Duft von Zimt, der irgendwann wieder durch eine Backstube zieht. ✨

Zimtträume – Die Frauen der Backmanufaktur
Zimtträume – Die Frauen der Backmanufakturby Eva-Maria BastAufbau TB
24. Sept.
Rating:5

Ein gelungener Abschluss der Trilogie rund um die Bielefelder Backpulver Fabrikanten. Für mich war dieser letzte Teil der Beste in einer wirklich guten Reihe. Der Autorin gelang es, mich den Zimt riechen und regelrechte Wut gegen einen hier, zwecks Spoilervermeidung, ungenannten Protagonisten, aufkommen zu lassen. Gekonnt wurde dies und viel mehr von der Sprecherin transportiert. Da ich voller Neugier auf den Fortgang der Geschichte, mal wieder zwischendurch zum Hörbuch gegriffen habe, durfte ich beides genießen. Schade, dass es nun Abschied nehmen heißt. Ich habe Familie Meister von Herzen gerne begleitet.

Zimtträume – Die Frauen der Backmanufaktur
Zimtträume – Die Frauen der Backmanufakturby Eva-Maria BastAufbau TB