
Tolle Thematik, leider nur solide Umsetzung
Story: Nach dem Tod ihres Vaters drohen Trauer und Verlust die junge Schriftstellerin Nell zu überwältigen. Da findet sie unter seinen Besitztümern ein altes Foto: Es zeigt einen jungen Soldaten, der ihrem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Nell folgt den Hinweisen bis an die Küste Cornwalls, um die Geschichte ihrer Familie zu erforschen. Dabei begegnet sie der neunzigjährigen Estella, die sich an den Sommer 1944 erinnert, an eine verbotene Liebe und eine unvergleichliche Freundschaft. Und der charmante Josh weckt Gefühle in Nell, die sie längst verloren geglaubt hat. Meinung: Das Buch klang wirklich toll, doch leider hat es nicht das gehalten, was es versprochen hat. Zum einen war das Vorgeplänkel, bis die Geschichte überhaupt einmal anfängt, viel zu lang und nichtssagend. Wir lernen zwar alle Charaktere kennen und auch die Beschreibung der Umgebungen waren schön, aber auch nicht gerade zielführend. Kein Mehrwert, eher eine Bremse. Das hat sich leider durch das gesamte Buch gezogen. Und auch wenn die Geschichte wirklich toll ist, auch 1-2 wirklich schockierende Momente bot und den Krieg aus einem interessanten Blickwinkel dargestellt wurde, so fand ich die Liebe im Vergangenheitsteil als viel zu übereilt und übertrieben. Das klingt jetzt alles schlechter als es ist, denn Saberton hat einen schönen und eingängigen Schreibstil – vielleicht etwas zu detailverliebt. Sie hat sämtlichen Charakteren Leben eingehaucht und hat es geschafft, dass man wissen möchte, wie Estellas Geschichte endet. Dass das zwar schockierend, aber wenig überraschend ist, fällt da nicht weiter ins Gewicht. Vielmehr fand ich da eine bestimmte Stelle ganz am Ende mehr als unnötig, das hätte ich anders besser gefunden. Was bleibt ist ein solider Mix aus historischem und Gegenwarts-Roman, der eine erschreckende wie schöne und traurige Geschichte erzählt, mich aber nicht gänzlich packen konnte.






