Intellingent , humorvoll und bisweilen auch melancholisch - Liehr versteht das Leben, kann es gut beobachten und vor allem beschreiben. Frische Sprache, mit nie banalen Analogien oder Metaphern und vielen intelligenten Pointen. Sehr gute Unterhaltung zum Schmunzeln, Verweilen und Nachdenken!
Tom Liehr erzählt mit leichter Feder eine Geschichte über Lebenskrisen, verpasste Chancen und die wirklich wichtigen Dinge im Leben.
Ich habe “Im wechselnden Licht der Jahre” von Tom Liehr als unterhaltsame Lektüre für zwischendurch gelesen und wurde positiv überrascht. Der Roman erzählt die Geschichte von Alexander Bengt, einem Autor und Hobbymusiker Ende 50, der mit seinem nahenden 60. Geburtstag hadert. Als der amerikanische Songwriter Ayksen Brahoon sein Nachbar wird, sieht er die Chance, seinem Leben noch einmal eine neue Wendung zu geben. Liehrs lockere Schreibweise gefällt mir sehr gut. Er versteht es, ernste Themen wie das Älterwerden und die eigene Vergänglichkeit mit einer Prise Humor zu verpacken. Besonders die Rückblenden in Bengts Leben und seine Beziehung zu seiner Frau Tabea sind einfühlsam und authentisch geschrieben. Die Geschichte verbindet verschiedene Handlungsstränge (die Freundschaft mit dem Songwriter, Alex’ Buchveröffentlichungen und die Nachbarschaft, die jeweils eigenständige Erzählstränge bilden könnten), die sich zu einem großen Ganzen fügen. Allerdings hätte ich mir bei manchen Nebenfiguren etwas mehr Tiefgang gewünscht. Auch wirken einige Wendungen etwas konstruiert. Dennoch hat mich das Buch gut unterhalten. Es ist keine hochanspruchsvolle Literatur, aber eine gelungene Mischung aus Humor und Nachdenklichkeit über die wichtigen Fragen des Lebens. Für mich ist es ein solides 3,5-Sterne-Buch - perfekt für entspannte Lesestunden, wenn man eine Geschichte mit Herz und Humor sucht, die einen auch zum Nachdenken anregt.

