Dass der Mörder und das Mädchen auf dem Cover als Thriller betitelt wird, hatte bei mir eine andere Erwartung geweckt. Es ist eher ein guter Krimi.
Die Idee ist interessant und verworren, aber die vielen Charaktere und schnellen Wechsel zwischen ihren Erzählperspektiven haben den Einstieg erschwert.
An sich konnte man das Buch durch den angenehmen Schreibstil schnell und angenehm weglesen.
Schade für mich war, dass ich von Anfang an die richtig Vermutung hatte. Das hat vielleicht viel Spannung raus genommen.
3/5 ⭐
Ich finde es ja toll, wenn die Handlung in Stränge mit unterschiedlicher Perspektive geteilt wird, aber doch bitte nicht in jedem Kapitel. Ich habe immer wieder zwei Charaktere durcheinandergebracht, das war etwas nervig.
Desweiteren verstehe ich nicht, wie eine Autorin wirklich jeden Mann in diesem Buch schlecht dastehen lassen kann. Jeder Mann, wirklich jeder, tut etwas Böses, lügt und betrügt oder macht einfach alles kaputt durch sein Benehmen oder seine Reaktion in Gesprächen.
Auch war mir dieses Buch für einen Thriller etwas zu seicht. Immerhin gibt es ein paar Tote. Und es gibt eine Person, die in der Ich-Perspektive erzählt. Und bis zum allerletzten Kapitel weiß man nicht, wer das ist. Das hat mir wirklich gut gefallen, aber zum Schluss wirkte es so, als müsste nun auf Teufel komm raus ein Twist eingebaut werden.
Was, das war ja gar nicht der/die?!
Sowas aber auch!
Wie teuflisch und gerissen!
Äh, nein.
Was die weiblichen Charaktere betrifft, die diese Story quasi erzählen: unsympathisch, egoistisch, überfordert, sehr eigenartig. Ihre Gedanken, Gefühle, Handlungen waren für mich teilweise nicht nachvollziehbar. Warum trinkt jemand, der im dritten Monat schwanger ist, täglich mehrere Tassen Kaffee? Wieso redet die Betrogene nicht direkt mit ihrem Mann weiter, wenn sie so verletzt und verwirrt ist? Und verlangt dann indirekt Dinge von ihm, ohne sie auszusprechen? Und warum driften die Gedanken der Ermittlerin ständig vom eigentlichen Fall weg?
Ihr seht, ich war manchmal etwas wütend. Dieses "Ich erwarte das und das, sage es aber nicht, aber bin dann wütend, weil du es nicht so gemacht hast.". Ich verstehe das wirklich nicht. Dann noch die Darstellung der Männer durch und durch als Schweine, Betrüger, Lügner.
Das Buch ist ein solider guter Krimi, aber kein Thriller, dafür hat mir einfach zu viel gefehlt. Und die vielen Perspektivwechsel haben den Fall mehr in den Hintergrund gerückt. Es kamen viele private Probleme der Charaktere auf, die wohl wichtiger schienen.
Eher so 3.5 Sterne. Es war sehr spannend, mit toll ausgearbeiteten Charakteren, guten Beschreibungen und einer Atmosphäre, die einen ermöglicht mitzufühlen, was die Hauptpersonen durchmachen.
Aber es wird sehr früh klar, wer der Täter ist. Auch wenn die Geschichte dazu erst zum Ende aufgeklärt wird und man somit vorher nicht einmal ein Motiv erahnen kann. Dadurch wird das Ende leider sehr platt und der ganzen vorhergehenden Geschichte nicht gerecht.
Mir gefällt allerdings der Schreibstil und die Erzählweise sehr, so dass ich mir definitiv noch weitere Bücher der Autorin vornehmen werde.