Es war einfach komplett langweilige. Zuerst fand ich die naive Fritzi ganz witzig und ihren Ehrgeiz ganz toll. Aber später entwickelte sich eine 0815 Liebesgeschichte. Für mich persönlich, ohne besonderen Bezug zu den Charakteren. Es zeigt natürlich auch die Dramatik nach dem ersten Weltkrieg wie Invalide abgewertet werden, wie schwer es Künstler und Frauen haben. Dennoch habe ich keine Tiefe gespürt und habe das Buch als sehr oberflächlich empfunden.
Eher 3,5. War unterhaltend für einen Strandtag, aber eben auch nur das; schnell gelesen, schnell vergessen, nette Lektüre eben

Joan Weng hat mit „Das Café unter den Linden“ ein sehr unterhaltsames Buch über die bunt-schillernd und zugleich abgrundtief-dramatisch 20er Jahre in Berlin geschrieben. Dauerwelle-tragenden Frauen, in Kolonien lebende schwule Künstler, chauvinistischen Männern, Kriegsüberlebende und vieles mehr was die Weimarer Republik so zu bieten hatte, greift Weng in seinem Roman auf, um die Zeit und die Menschen darzustellen. Dabei schuf Joan Weng sehr nicht nur sympathische und liebenswerte, wenngleich auch etwas merkwürdige Figuren, sondern eine sehr interessante Umgebung. Sowohl das Anwesen des Grafens, in dem die Kolonie lebte, als auch das Café unter den Linden selbst wurden sehr authentisch beschrieben und boten dem Leser eine angenehme Atmosphäre. Die Liebesgeschichte, die Fritzi mit ihrer Ankunft in der Kolonie heraufbeschwor, gefiel mir sehr gut, auch wenn sie sich von anderen Liebesgeschichten nicht groß unterschied. Vielmehr überzeugte mich am Ende der tolle, flüssige und lebendige Schreibstil Wengs und die mit ihm einhergehenden großartigen Ausschmückungen der Zeit. Ich habe das Buch sehr gern gelesen und möchte euch daher eine #leseempfehlung für einen tollen Roman geben.


