Eyes Closed zeigt schonungslos, wie Jugendliche durch Propaganda und Verschwörungsideen manipuliert werden können. Es unterstreicht, wie entscheidend kritisches Denken für junge Menschen ist.
Patrick Bards Jugendroman Eyes Closed ist keine leichte Lektüre. Das Buch konfrontiert die Leser*innen früh mit psychologischer Manipulation und zeigt eindrücklich, wie Menschen durch gezielte Isolation und Entzug gefügig gemacht werden – eine verstörende, aber wirkungsvolle Darstellung davon, wie Dankbarkeit als Kontrollinstrument missbraucht werden kann. Inhaltlich ist der Roman durchaus stark und relevant. Besonders deutlich wird, dass Bard hier ein klares pädagogisches Ziel verfolgt: Jugendlichen Mechanismen von Fake News, Verschwörungstheorien und ideologischer Verführung verständlich zu machen. Dieses Anliegen wird vor allem durch die Figur der Jeanne getragen. Allerdings merkt man der Sprache stark an, dass sich das Werk primär an ein jüngeres Publikum richtet. Trotzdem lohnt es sich, dranzubleiben. Fazit: Ein wichtiges und gut gemeintes Jugendbuch mit starker Botschaft, aber einer sehr offensichtlichen Zielgruppenansprache. Inhaltlich überzeugend, sprachlich jedoch eher schlicht. Für Jugendliche sehr empfehlenswert, für Erwachsene interessant, vor allem wenn sie Kinder im Alter der Zielgruppe haben.

