Ich muss vorweg schicken, dass ich Band 8 und 9 noch nicht kenne, vielleicht hat das an der einen oder anderen Stelle Einfluss auf meine Meinung zu „Der Spieler“ genommen. Die Geschichte baut sich geschickt über mehrere Erzählebenen auf, immer mit einer einzelnen Person im Fokus. Man erfährt nicht sofort alles über diese Personen, so dass man unweigerlich miträtselt, Dühnfort aber zumeist einen kleinen Schritt voraus ist. Auch wenn bereits früh klar ist, wo die Reise hingeht, dauert es doch bis kurz vor Schluss, um den wahren Täter auszumachen, den „Spieler“. Bis dahin haben sich zahlreiche menschliche Abgründe aufgetan und zumindest bei einem seiner Opfer taucht der Gedanke auf, dass dem Täter nichts anderes übrig geblieben ist, um nicht am Leben zu verzweifeln. So weit passt alles, es gibt aber einiges, das mich gestört hat. Dühnforts Kaffee-Obsession nervt zum Beispiel einfach und dass es ihm unmöglich erscheint, ein einfaches Familienessen zu kochen und unbedingt auf dem Viktualienmarkt einkaufen muss, ebenfalls. Warum er immer wieder Versprechungen macht, zu einer bestimmten Zeit zu bestimmten Terminen zu erscheinen oder zu Hause zu sein, weiß er wahrscheinlich selbst nicht, einhalten kann er sie nie. Gina misst bei sehr bedeutsamen Entscheidungen mit zweierlei Maß, siehe Wohnungssuche, Einschulung eines Kindes mit besonderen Bedürfnissen, Arbeitslast etc. Das führt zwangsläufig zu Konflikten, völlig unnötig. Ob es tatsächlich immer wieder zwischen Ermittlern zu diesem ermüdenden Kompetenzgerangel kommt oder irgendwann mal ein Autor das passend fand und seitdem jeder denkt, kein guter Krimi käme ohne dieses vermeintliche Stilmittel aus, frage ich mich sowieso schon lange.
4. Feb.Feb 4, 2026
Der Spieler. Ein neuer Fall für Kommissar Dühnfortby Inge LöhnigDer Audio Verlag
