Was für ein Auftakt!
Ich habe gestern spontan zum ersten Band der 20th Century Boys gegriffen und bin jetzt sehr froh, dass ich auch schon den zweiten Teil zu Hause habe. Der Protagonist Kenji ist Anfang 30 und Teil einer Gruppe die bereits seit dem Grundschulalter befreundet ist. Über die Jahre haben sich einige Teile der Gruppe abgespalten, aber zum harten Kern hat er nach wie vor Kontakt. Die Geschichte beginnt mit einigen Einblicken in Kenjis Leben. Er hat den ehemaligen Schnapsladen seines verstorbenen Vaters übernommen und daraus einen Franchise Minimarkt gemacht, welchen er (wenig erfolgreich) gemeinsam mit seiner störrischen Mutter leitet. Nachdem Kenjis Schwester verschwunden ist, kümmern sich die Beiden zudem um seine kleine Nichte und versuchen sich so gut es geht über Wasser zu halten. Die Erzählung wird von Beginn an durch Erinnerungen an die Kindheit geprägt und der Frage, wie sie sich damals ihre erwachsenen Ichs ausgemalt haben. Ob Kinder, die sie waren, von den langweiligen Erwachsenen enttäuscht wären, welche sie heute sind. Allmählich geschehen seltsame Dinge. Eher beiläufig wird erwähnt, dass in Afrika eine schreckliche Epedemie ausgebrochen ist. Dann verschwindet die ganze Familie eines Stammkundens von Kenji. Ein Angehöriger der Freundesgruppe, zu dem lange kein Kontakt mehr bestand, schickt einen unerwarteten Brief und verstirbt kurz darauf. Und da ist dieses Symbol, das immer wieder auftaucht und Ihm irgendwie bekannt vorkommt - wenn er sich nur erinnern würde woher... Nach und nach erweitert sich die Erzählung um neue Charaktere, deren Zusammenhänge und Beziehungen im Verlauf, oft durch Rückblenden in die Kindheit, erklärt werden. Die Geschichte springt in den Zeitebenen hin und her, daher ist hier ein bisschen Aufmerksamkeit gefordert. Trotzdem habe ich mich immer gut abgeholt gefühlt und hatte nicht das Gefühl etwas zu verpassen. Die Panels sind detailliert gezeichnet und tragen die Stimmung des Mangas ganz wunderbar. Auch die Emotionen und Gedanken der Charaktere sind sehr nachvollziehbar und werden so gut dargestellt, dass nicht immer eine Erklärung nötig ist. Die Bilder sprechen Bände. Die Geschichte wird beinahe Cineastisch erzählt und ich kann mir die Umsetzung als Anime unheimlich gut vorstellen. Insgesamt hat mich der erste Band richtig abgeholt und ich kann ihn jedem wärmstens empfehlen, der auf mysteriöse und dystopische Geschichten steht. Ich selber lese hauptsächlich Bücher und eher weniger Mangas, würde aber jedem Bücherwurm den Ausflug in diese Art des Lesens sehr empfehlen und Allen die eh schon gerne zum Manga greifen, brauche ich wohl nicht erst sagen wie großartig diese Geschichte ist. Dringende Leseempfehlung!












