Das Buch wurde mir vorgeschlagen und hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Der Schreibstil der Autorin ist fesselnd aber nicht überfordernd. Besonders gefallen hat mir der Sichtwechsel zwischen den Zeiten. Das Thema Mobbing begleitet durch das Buch und zeigt welche deutlich Ursachen und Auswirkungen es auf alle beteiligten Personen haben kann.
Es handelt sich um ein Jugendbuch und so war auch die Sprache entsprechend eher auf Jugendliche ausgerichtet was für die eigentliche Zielgruppe super passt aber auch ich könnte mich gut rein finden. Julia war mir sympathisch, ist ihrem Alter passte den Jugendlichen denken meist nicht so über Gefahren nach wie Erwachsene.
Auch die anderen Figuren waren gut beschrieben und man könnte gut nachvollziehen, warum sie so handeln.
Die Story insgesamt war auch sehr gut, lediglich Kleinigkeiten fand ich etwas verwirrend, wo Zusammenhänge fehlten oder ohne Überleitung plötzlich eine andere Szene mitten im Geschehen anfing. Da dürfte es 2–3 Sätze lang bis ich mit dem Sprung hinterher kam.
Es handelt sich um einen Dreiteiler daher gibt es hier auch ein offenes Ende welches einen Neugierig auf den zweiten Band macht.
Ich bin ja eigentlich nicht unbedingt Jemand der zum Thriller greift. Zum Jugendthriller gleich gar nicht, aber ab und zu, spricht mich auch mal ein Buch aus dem Genre an. Hier war es die Autorin die mich angesprochen hat, aber um ehrlich zu sein, haben es mir Cover und Klappentext auch angetan.
Der Schreibstil ist wirklich toll. Ich war mitten im Geschehen und hat nicht einmal das Gefühl, dass die Spannung nachgelassen hat. Ich fühlte mich gabz gut unterhalten und steh stellenweise auch noch auf der Leitung. Was ja okay ist bei einem Thriller, vor allem wenn er mehr als einen Teil umfasst.
Die Protagonisten machen auf mich einen authentischen Eindruck. Die Handlungen sind nachvollziehbar, wenn auch stellenweise etwas waghalsig. Zumindest hätte ich erhebliche Bedenken für einen Mann Aufträge zu erledigen, der nicht so recht mit der Sprache herausrückt um was es geht. Geld hin oder her. Aber vielleicht fällt das auch unter: Sie war jung und brauchte das Geld. Gerade nach ein paar Sachen die passieren, hätte ich vielleicht die Reißleine gezogen, aber das würde wahrscheinlich die Spannung rausnehmen und das Buch wäre auch schon zu Ende. Von daher bin ich gespannt, wie es mit Julia weiter gehen wird und ob sie skeptischer wird.
Die Handlung ist spannend und punktet durch eine, zumindest vermute ich dass das dahinter steckt, eine Familienfehd. 2 Familien, die sich nicht ganz grün sind und ihre Geheimnisse haben. Klingt nach Romeo und Julia, aber ohne Liebesgeschichte bisher. Auf jeden Fall ziemlich mitreißend und unterhaltsam. Mal schauen was da noch kommt.
Fazit
Für mich, als nicht unbedingt Thriller-Leser, ist dieses Buch ein gelungener Auftakt. Spannung ist garantiert und ich gebe zu, noch im Dunkeln zu tappen. Ist ja nich verkehrt, wenn es insgesamt drei Teile sein sollen. Ich bin somit ziemlich gespannt auf die anderen Teile und wie es mit der Familienfehde weitergehen wird.
Zum Buch:
Vor 28 Jahren trieb ein Serienmörder sein Unwesen. Man nannte ihn den Siebenschläfer, weil er exakt alle 7 Monate mordete.
Nun kommt wieder ein Bürgermeister ums Leben. Bestialisch verbrannt bei lebendigem Leib. Ist es derselbe Täter wie damals oder ist es ein Trittbrettfahrer?
Meine Meinung:
Gar nicht lang und ich stoße auf einen unschönen Logikfehler. Ein Opfer was mit Benzin übergossen, völlig verkohlt am nächsten Morgen auf seinem Bürostuhl gefunden wird. Ohne Abbrennen der Umgebung? Sicher nicht. Aber das nur dazu.
Der weitere Verlauf entschädigt erstmal dafür. Spannende und recht kurz gehaltene Kapitel stellen einem Julia und ihre Freunde vor. Etwas später wird man jedoch so in Familien- und Verwandschaftsverhältnisse verstrickt, dass man nicht mehr weiß, wo einem der Kopf steht. Mir persönlich hat das ziemlich den Spaß am Lesen genommen.
Da ich Rezi-Exemplare ungern abbreche, musste ich dem Buch aber noch eine Chance geben. Und ich wurde positiv überrascht. Es wurde immer spannender, die Charaktere glaubwürdiger und sympathischer. Der Schreibstil insgesamt ist stilsicher und auch für Jugendliche gut zu lesen. Die Rechtschreibung sollte aber auch ruhig nochmal überarbeitet werden.
Die Autorin schafft es in diesem Thriller, eine Intrige nach der anderen zu spinnen und den Leser völlig aufs Glatteis zu führen. Wenn ich dachte, ich versteh die Zusammenhänge, wurde ich eines Besseren belehrt.
Die Fehde der Familien, die 28 Jahre hält, ist schon echt fies. Aber niemand will der erste sein, der sie aufgibt.
Julia ist ein starkes Mädchen, das durch einen (unglücklichen) Zufall ins Kreuzfeuer dieser Fehde gerät und sich mit ihrer Art und ihrer Impulsivität wenig Freunde macht. Und sie lässt sich auf Leute eine die sie gar nicht kennt und auch nicht hinterfragt. Manchmal möchte ich sie gern zur Seite nehmen und bitten, nochmal genau nachzudenken, bevor sie sich ins nächste Elend stürzt.
Ich war gefesselt von Seite 1 ab und bin mega gespannt, was noch alles in den nächsten beiden Bänden auf uns zukommt. Potential und Handlungsstränge sind genug da, um verknüft zu werden. Der Schreibstil hat mir richtig gut gefallen. Spannend, aber nicht übertrieben, fesselnd und detailliert, aber nicht so, dass es zu viel gewesen wäre. Wenn man sich vor Augen führt, dass das ein Jugendthriller ist und kein blutrünstiger Splattershocker, dann ist das wirklich ein rundum gelungenes Debüt.
Ein Stern Abzug für die vielen vielen offenen Fragen, bei denen ich mir wenigstens teilweise eine Lösung erhofft hätte. Und Julias Handlungen sind manchmal schwer nachzuvollziehen... Aber das ist alles, was ich zu bemängeln habe. Ansonsten hat es mir richtig gut gefallen.