Rating:5★
Ein toller Auswandererroman voller unglaublicher Abenteuer
Seitdem ich den Roman im Frühjahrsprogramm des Emons-Verlag gesehen habe, warte ich schon sehnsüchtig auf dessen Erscheinen. Ich fand den Buchklappentext so spannend und auch das Cover wunderschön. Und….wow, was für eine spannende Geschichte über ein Land, das ein General Gregor McGregor Siedlern im Jahr 1820 schmackhaft machte, ihnen ihre Ersparnisse abluchste und diese in einen möglichen Tod schickte, da das Land nicht, wie von ihm vorgegaukelt, bereits besiedelt war. Die Geschichte wird in mehreren Handlungssträngen erzählt. Zum einen wird die Geschichte von der reichen Bürgerstochter Julie erzählt, die sich in den Pferdeknecht Carl verliebt, der daraufhin von ihrem Vater entlassen wird. Carl beschließt daraufhin nach Poyais auszuwandern und Julie mitzunehmen, damit sie ein gemeinsames Leben trotz des Standesunterschieds führen können. Julie ist eine mutige junge Frau, widersetzt sich den Heiratswünschen ihres Vaters, entkommt dem Kloster, was ihre Alternative zur Heirat sein sollte und will mit Carl auswandern. Allerdings müssen beide auf getrennten Schiffen dort hinfahren. Die anderen Handlungsstränge erzählen von Liam und auch von Jeffrey, seinem Bruder, der Soldat in der Armee des Generals war und dessen Charakter und Werdegang ein Stück miterlebt hat. Hier erfährt der Leser dann auch hautnah nach und nach mehr von dem Charakter des Generals. Zunächst blieb für mich unklar, warum diese beiden unterschiedlichen Geschichten erzählt wurden, da sich hierzu aus dem Buchklappentext nichts ergibt. Sie werden später aber zusammengeführt, so dass sich ein abgerundetes Bild darstellt. Ich fand die Ankunft auf der Insel und das dortige Überleben super spannend und habe es mit fast angehaltenem Atem verfolgt. Was Julie, Carl, Liam und sein Bruder Jeffrey und auch all die anderen Protagonisten, die von der Autorin liebevoll in die Geschichte eingefügt wurden, alles erlebten, bleibt dem Leser vorbehalten. Für mich war es eine in sich stimmige, trotz der vielen Protagonisten, sehr gut erzählte Geschichte. Was mir besonders gefallen hat, war hier der bildhafte Erzählstil und auch das Verweben der gesamten Protagonisten, so einige kamen dann auch wieder vor, als ich damit gar nicht mehr gerechnet hatte. Eine rundherum gelungener Roman, den ich historisch interessierten Lesern, die gerne auch abenteuerliche Geschichten mögen, sehr empfehlen kann. Es sind viele abwechslungsreiche Lesestunden garantiert.
Poyais. Ein Land, das es nie gabby Uli AechtnerEmons Verlag