Das Autorenpaar hat sich in meinen Augen im Vergleich zu "Abfahrt in den Tod" durchaus gesteigert. Einige Dinge aus dem ersten Teil werden aufgegriffen und weiter erzählt (beispielsweise die Beziehung von Andrea und Marc), der Krimi dagegen ist ein neuer Fall. Tatort und Haupthandlungsort ist der Skiort Sankt Moritz in der Schweiz, wer die Gegend kennt (egal ob im Winter oder im Sommer), wird deswegen auch aufgrund des regionalen Bezugs seine Freude haben. Gut gefallen hat mir auch der Bezug zum Umweltschutz. Wie werden vor allem liefergelegene Skigebiete mit der Tatsache umgehen, dass die Schneefallgrenze durch den Klimawandel immer weiter ansteigt? Wie weit darf man gehen, um die Menschen zu erhalten, die vom Wintertourismus leben? Eine Frage, die auch ich mir immer wieder gestellt habe, schon bevor ich dieses Buch gelesen habe. Der Krimi selbst ist wohl für erfahrene Krimileser nichts Neues (Andreas Spürsinn hat sich im Vergleich zu Teil 1 außerdem nicht unbedingt verbessert), aber die bereits genannten Punkte lassen das Buch trotzdem zu einer sehr vergnüglichen Lektüre werden, die aber auch nachdenklich macht.
In Mordsschnee begleiten wir Andrea Brunner und Marc Gassmann durch ihren zweiten gemeinsamen Winter. Marc jagt wie immer der großen Kristallkugel hinterher und Andrea fühlt sich dabei etwas nutzlos, vor allem, da sie immer noch keinen richtigen Job hat. Als dann noch eine Ex-Freundin von Marc auftaucht knallt es gewaltig zwischen den beiden. Als Marc dann eben jene Ex-Freundin tot in ihrem Hotelzimmer auffindet, wird er ganz schnell zum Hauptverdächtigen, hatte er doch in aller Öffentlichkeit kurz vorher eine Auseinandersetzung mit ihr. Andrea glaubt an die Unschuld Marcs und unterstützt seinen Anwalt bei den Ermittlungen um dessen Unschuld zu beweisen. Dabei stößt sie auf allerlei Ungereimtheiten und stößt auf einen Skandal, den in St. Moritz niemand haben will. Diesmal steht der Rennbetrieb nicht ganz so im Vordergrund, auch wenn wir Marc über die ein oder andere Strecke begleiten dürfen. Es geht vielmehr um den Klimawandel und ws er für die Skiregionen in den Alpen bedeuten wird. Wird Wintersport ohne technische Hilfe in Zukunft überhaupt möglich sein und welchen Preis müssen wir dann bezahlen. Der Fall war wieder ziemlich spannend und auch hier werden wieder zwei Perspektiven beleuchtet, denn zusätzlich zu Andreas Blickwinkel begleiten wir noch Jonas, einen jungen Umweltschützer aus St. Moritz. Die Auflösung dessen was geschehen ist, ist überraschend und das Ende ziemlich furios. Auf den Täter bin ich tatsächlich nicht gekommen, auch wenn es am Schluss ganz logisch war, dass es genau derjenige gewesen sein musste. Ich freue mich schon auf ein drittes Buch von Michaela Grünig und Marc Giradelli, ich will doch unbedingt wissen, wie es mit Marc und Andrea weitergeht.

