Ein schöner Einblick von Nadjas Arbeit im Mädchenheim. Die Geschichte wird aus der Sicht von der Protagonistin Aurelia erzählt. Aurelia ist zu Beginn des Buches 13 Jahre alt und flieht vor ihrer Alkoholkranken Mutter. Es wird ihr Weg beschrieben, wo sie erst einmal bei ihrem Freund dem Drogendealer Freddy unterkommt, anschließend auf der Straße landet und dann in einem Mädchenheim. Ihr Weg ist holprig und alles andere als linear. Ich finde es eine ganz tolle Geschichte über den Weg, den Aurelia geht und welchen Herausforderungen sie sich stellen muss. Ihre persönliche Entwicklung steht dabei im ganzen Buch im Vordergrund. Man fiebert mit und drückt ihr in jeder Etappe die Daumen. Der Schreibstil war dabei flüssig und ich bin sehr gut mitgekommen. Allerdings hätte ich mit im Vorfeld eine Reihe von Triggerwarnungen gewünscht, auf die ich mich hätte einstellen können. So war das Buch keine leichte Kost. Daher hier einmal meine Triggerwarnungen: Suizid, Drogen, Alkohol, Essstörungen und Sex

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Inhalt/ Idee der Geschichte ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Charaktere ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Stil/Sprache ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️Verständlichkeit ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Cover ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Klappentext ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️Spannung „Er sprach über die Drogen, als seien sie eine Art Krankheit, die man dringend loswerden musste. Diese Sichtweise war Aurelia ganz neu. Sie hatte auch die Abhängigen nie als krank betrachtet. Denn in den Kreisen, in denen sie sich bewegt hatte, war das schlichtweg normal gewesen.“ „Die Zahl auf der Waage definiert nicht deine Schönheit.“ „Sie war schnell bereit, sich voll und ganz auf eine andere Person einzulassen, weil sie dadurch ihrer eigenen Gefühlswelt ein wenig entfliehen konnte. Doch wahres Selbstbewusstsein hatte ihr das nie gebracht.“ „Die Liebe, das war die Emotion, die das Erwachsenenleben mit all den Hürden und Schwierigkeiten erträglich machte.“ ~ Mein einziger Kritikpunkt wäre die Schriftgröße, die mir persönlich etwas zu klein ist. Allerdings bin ich von Beginn an so durch den Roman geflogen, dass dieser Aspekt schnell in Vergessenheit geriet. Zwei positive Dinge möchte ich besonders loben: das Gendern sowie die Fähigkeit der Autorin, sehr viele wichtige Themen unter einen Hut zu bringen und nichts zu kurz kommen zu lassen. Die Sichtbarkeit lässt sich nicht nur auf verschiedene Lebenssituationen und psychischen Erkrankungen beschränken, sondern greift ebenso Sexarbeit und Queerness auf. Der Schreibstil hat mir ebenfalls unglaublich gut gefallen. Das Buch kann ich allen Menschen wärmstens empfehlen, die sich dafür psychisch stabil fühlen, denn Triggerwarnungen gäbe es genug.

