5. Feb.
Rating:5

Die Kinder aus der Milchstraße hängen das  Alien-durch-die-Galaxie-jagen an den Nagel und bekommen von Janniks großem Bruder Bo Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Spiel. Bo schlägt den Kindern also vor, dass sie Adler spielen könnten. Er legt Spuren und Rätsel aus, wie bei einer Schitzeljagd und überlässt den Kindern die Wahl, ob sie gute oder böse Adler sein wollen. Die Kinder wollen gute Adler sein, uniformieren sich, tragen Abzeichen und helfen im Viertel wo Hilfe gebraucht wird. Das Spiel mach solange Spaß, bis die Streitereien und Meinungsverschiedenheiten  der Erwachsenen ihre Schatten über das Spiel werfen. Die Gruppe fängt an zu streiten, man hintergeht sich und fügt sich gegenseitig Schaden zu. Es gibt unterschiedliche Meinungen darüber, was gut und was böse, was richtig und falsch ist. Jannik und Loni scheinen die einzigen zu sein, die merken, dass etwas vollkommen schief und aus dem Ruder läuft und müssen ihre ganze Kraft aufbringen, um für ihre Ansichten einzustehen und nicht einfach nachzugeben. Das spannende ist die Rolle des alten Matiasek, der ein paar Gänsehautsätze raushaut, die mich haben schaudern lassen. Die Geschichte hat mich aufgewühlt und beschäftigt mich sehr sehr nachhaltig. Uns wird hier nämlich der Spiegel vorgehalten. Jeder von uns muss sich entscheiden. Jeden Tag. Im Großen und im Kleinen. Es ist deine Entscheidung. Ob du zuguckst und schweigst. Ob du blind mitmachst  vielleicht um dazuzugehören. Ob du aufstehst und laut und deutlich benennst, was hier schief läuft und nicht in Ordnung ist. Ich selber musste in den letzten Tagen die Erfahrung machen wieviel Überwindung es im Alltag kostet, z.B. dem Kollegen seinen in Gags verpackten Rassismus und die ausländerfeindlichen Stammtischparolen nicht unkommentiert durchgehen zu lassen. Und wieviel Mut es kostet STOPP zu sagen. Ich habe stopp gesagt und mich später trotzdem über mich selbst geärgert, weil ich nicht noch deutlicher geworden bin. Aber ich lerne dazu und werde beim nächsten Mal besser sein. Vielen Dank Uticha Marmon, für dieses Buch. Es sollte an allen Schulen gelesen werden.

Als wir Adler wurden
Als wir Adler wurdenby Uticha MarmonFischer Sauerländer