Melancholisch – dumpf – unerwartet
Nachdem ich es gekauft und die vergebenen Sterne gesehen hatte, war ich zunächst etwas abgeschreckt. Deshalb habe ich mir bewusst vorgenommen, die anderen Rezensionen noch nicht zu lesen. Um ehrlich zu sein, fiel es mir gar nicht so leicht, eine passende Bewertung zu vergeben. Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig und mit Sicherheit nicht für jedermann. Der Hauptcharakter entwickelt sich zwar im Laufe der Geschichte, bleibt dabei aber eher an der Oberfläche. Auch die Nebenfiguren unterscheiden sich nicht besonders stark voneinander – teilweise wirkt es, als begegne man immer wieder derselben Person. Und trotzdem: Das Gefühl beim Lesen lässt sich nur schwer in Worte fassen. Zwischenzeitlich musste ich an den Film Stand by Me denken, aber auch an eigene Kindheitserinnerungen – dieses besondere Gefühl, dass hinter jeder Ecke ein Abenteuer warten könnte. Es muss schließlich nicht immer ein literarisches Meisterwerk sein, um eine wirklich gute Zeit beim Lesen zu haben. Was mich allerdings stark gestört hat, war das ständige „Aye!“. Hätte man dieses Wort weggelassen, wäre für mich definitiv noch ein halber Stern mehr drin gewesen (und es wäre bestimmt 10 Seiten schlanker geworden).

