8. Mai
Rating:1.5

Wem Buch 1 gefallen hat, wird auch Buch 2 mögen. Ich hingegen fand Buch 1 schon langweilig und hatte gehofft, dass all die Set-Ups aus Buch 1 hier zu irgendwas führen würden. Doch stattdessen wurden die Probleme aus dem ersten Teil nur noch schlimmer. Allen voran die Charaktere. In dieser Reihe gibt es keine sympathischen Helden. Jeder der zahlreichen Protagonisten hat irgendwie Dreck am Stecken. Nicht mal Shikanoko, der namensgebende Held, ist gut. Stattdessen vergewaltigt er eine angehende Geistliche im Schlaf, was das Buch dann aber als romantisch verkaufen will. Die anderen Charaktere sind ebenfalls permanent horny. Eine Frau schläft mit fünf Männern, egal welchen Alters. Ein alter Mann gibt 'nem Jugendlichen einen feuchten Zungenkuss, ein anderer Fürst schläft nicht nur mit der Frau seines Bruders, sondern auch mit einer random Frau, die er im Wald gefunden hat. Als dann mal ein charakter kam, der mir halbwegs anständig vorkam, entpuppte der sich als Pädo. Ständig werfen sich auch Charaktere auf andere, egal ob Männlein oder Weiblein, um miteinander zu schlafen. Scheiß auf Build-Ups. Ausm Nichts muss gef*ckt werden. Da mir keiner der Charaktere zugesagt hat, hat der Rest der Handlung auch nicht für mich funktioniert. Es war mir einfach egal, was passiert und wer stirbt. Die Handlung hatte auch kein absehbares Ziel, auf das hingearbeitet wurde. Stattdessen gab es zig kleine Ziele, die aber kein großes Gesamtbild ergaben. Die Charaktere sind nicht nur horny, sondern auch inkonsequent. Eine Frau verliert ihren Liebsten, ist am Boden zerstört und zwei Tage später verliebt sie sich in den nächsten Kerl. Dann treiben's zwei Kerle miteinander, von denen einer aufgrund seiner Narben denkt, er würde niemals begehrt angesehen werden. Ihr treibt es doch ständig? Also muss doch irgendwo ein Begehren sein?!? Und dann noch der Schreibstil. Die Sätze sind oft abgehackt und unnatürlich formuliert. Vielleicht liegt das auch an der Übersetzung. Oft schwankt der Stil zwischen poetisch und erzählerisch, sodass zwar teilweise schöne Bilder geschaffen werden, gleichzeitig vieles auch zu vage oder gänzlich unbeschrieben bleibt. Es fühlt sich überhaupt nicht ausgeglichen an. Oftmals springen Objekte und Szenen auch hin und her, sodass ich oft die Orientierung verloren habe. Die Namen sind für Leute (die wie ich durch Anime/Manga) Berührungspunkte mit dem Japanischen hatten, halbwegs verständlich. Doch für alle anderen sind die ganzen Namen, Titel und Sitten schlimmer als das Elbisch aus Herr der Ringe. Was dann aber der Punkt war, an dem ich für mich entschieden habe, das Buch abzubrechen, war die Szene, in der zwei Jungs, beide noch Kinder, "leidenschaftlich" miteinander rumgemacht (+ mehr) haben. Nicht nur gab es wie immer bei Beziehungen in diesem Buch absolut kein Build-Up, sondern es kam ausm Nichts. Und dann folgten noch zwei weiterer solcher fragwürdiger Absätze, in denen die beiden über ihr Treiben diskutierten. Die anderthalb Sterne gibt es für das detaillierte Word-Building und die angedeutete Mythologie. Der Rest ist für die Tonne. Fazit: Shikanoko ist eine Reihe ohne erkennbares Ziel mit unsympathischen und inkonsequenten Figuren, deren einzige Konstante ihr Sexualtrieb ist. Dazu kommt ein unausgeglichener Schreibstil, der viele Passagen unverständlich werden lässt.

Die Legende von Shikanoko - Fürst des schwarzen Waldes
Die Legende von Shikanoko - Fürst des schwarzen Waldesby Lian HearnFischer Sauerländer