Spionage und Raketenwettlauf im 2. Weltkrieg, damals genauso krank wie wir es heute auch wieder sehen
Kopetzkys Roman ist grandios recherchiert, man fragt sich nur, wie konnte er all die Themen auf knapp 400 Seiten unterbringen?! Wir haben Simon und Hedi, zwei Physiker zwischen den Fronten. Eine unterschwellige Liebesgeschichte, die sich als roter Faden durch den Roman zieht. Dann die Suche nach der Wunderwaffe der Deutschen, der V2, und der daraus resultierende Wettlauf der Amerikaner und Russen nach den Raketenplänen und Bauteilen. Die Angst vor der atomaren Bedrohung. Wie nah war Nazi-Deutschland wirklich an der Bombe? Hier betritt Kopetzky spekulativen Raum, der diesen Roman erst ausmacht! Die Figur des Hans Kammler, dessen Tod nie bestätigt wurde und sich bis heute die Gelehrten darüber streiten lässt, ob er von den USA als Kriegsgefangener festgenommen und für ihr Raketenprogramm angeworben wurde. Mir war nie bewusst, wieviel Nazi-Technik in den amerikanischen und russischen Weltraumraketen steckt und das hochrangige NS-Wissenschaftler nach dem Krieg einfach in den Siegerstaaten weiterarbeiten durften. Wahnsinn! Ich habe ganz viel gelernt in "Atom", wurde gut unterhalten, habe nur durch die Kürze des Buches nie so richtig Bindung zu den Hauptfiguren bekommen. Aber sei es drum. Wer eine Affinität zu Spionageromanen hat, absolute Leseempfehlung, denn glaubt mir, da kommt sogar fast James Bond vor (ja, fast!).


