Das war wie ein Fiebertraum.
Wer meine Leseliste kennt und meine Beiträge liest, der weiß, dass ich ein Fan von L. J.Shen und ihren Büchern bin. Und wie bei jeden Superstar muss es bei all den Bestsellern auch mal einen Flopp geben. Und das war Unlikely Love für mich. Aber fangen wir vielleicht von vorn an. Die Geschichte beginnt in Dublin auf einem Friedhof, auf dem sich die 18-jährige Rory von ihrem Vater verabschiedet, den sie nie kennengelernt hat. Um ihn und ihre Geschichte ihr ein bisschen näher zu bringen, schickt ein gutmütiger Pater sie zu seinem Enkel, der auf den Straßen Dublins mit seiner Gitarre die Herzen zum Schmelzen bringt. Rory ist von der ersten Sekunde an hin und weg, während ich mir noch denke, dass der Typ eindeutig eine wandelnde Red Flag ist. Sie verknallt sich in ihn und seine charmante Art und landet nach nur wenigen Stunden in seiner Kiste, wohl wissend, dass sie ihn nach 24 Stunden schon wieder verlassen wird, um in New York ans College zu gehen. Doch die beiden schließen einen Vertrag, der sie daran bindet, dass sie, sollte der unwahrscheinliche Fall eintreten, es miteinander versuchen werden, egal wo im Leben sie gerade stehen. 8 Jahre später tritt genau dieser unwahrscheinliche Fall ein, doch beide haben sich verändert und der charmante Mal, den Rory immer noch in ihrem Herzen trägt, hat sich zu einem gefühllosen Arschloch verwandelt, der ihr das Leben zur Hölle machen will. Die große Frage ist nur: warum? Der Idee an sich war wirklich gut und ich fand vor allem die kleinen (und großen) Anmerkungen zwischendrin unfassbar komisch. Was ich weniger lustig fand waren die Story und ihre Entwicklung, und auch die Charaktere konnten mich nicht wirklich abholen. Fand ich Rory eingangs nach total liebenswert und wollte sie als beste Freundin, kamen mir mittendrin Zweifel, ob ich ihre egozentrische Art am Anfang möglicherweise ausgeblendet haben könnte. Auch Mal machte es mir nicht gerade leicht, große Sympathien für ihn zu entwickeln. Der Mann ist ein einziges großes Geheimnis und hat sich mit seinen Taten nicht gerade mit Ruhm bekleckert. In der Mitte hätte ich den Einzelband beinahe aus der Hand gelegt, weil die Geschichte dermaßen haarsträubend wurde, dass ich mich gefragt habe, ob Shen sich einen Scherz mit ihren Lesern erlaubt. Die drei Sterne kann ich guten Gewissens für Idee, Schreibstil und Komplexität der Story vergeben, aber alles drumherum war nicht das, was ich von der Autorin normalerweise gewohnt bin. Ich bleibe dann doch lieber bei ihren düsteren Charakteren, die ein (großes) bisschen vom Weg abgekommen sind.



















