
ein wunderbar passender Abschluss & eine Reihe, die tief ins Herz geht
~ Mentale Stärke ~ Wie Band 1 und 2 schon bewiesen haben, ist dies keine Buchreihe, die mit gigantischer Aktion überzeugt. Zwar müssen unsere Heldinnen die Welt retten, aber weniger in der Art SIE MÜSSEN DIE WELT RETTEN (Also überdramatisch, in Großbuchstaben), sondern eher in der Art *sie müssen die welt retten. (Eindringlich in Kleinbuchstaben, das Kleingedruckte im Vertrag, den sie unterschrieben haben. Die nicht verhandelbaren Konditionen.) Auch Band 3 fokussiert eher das Miteinander und Zwischeneinander der Figuren, obwohl es hier doch ein bisschen mehr Konfrontationen gibt, als noch in den vorherigen Bänden. Jedoch haben sich diese Szenen gut in das Gesamtbild eingefügt und weder die Handlung noch die emotionalen Entwicklungen überschattet. Dennoch gab es Momente, mit denen ich nicht gerechnet habe, kleine Entwicklungen, die doch ein bisschen an meinem alles-wird-gut-werden-Glauben gerüttelt haben. Neben körperlichen Verletzungen kämpft Winnie auch in diesem Buch um ihre mentale Stärke und gegen die sie langsam erdrückende Hoffnungslosigkeit. Erneut beweist Anne Pätzold auf wunderbar einfühlsame Weise, dass sie es versteht mentale Kraftakte abzubilden und das Zusammenhalt und wahre Stärke im Miteinander und emotionaler Unterstützung stecken. Die kleine Widerstandsgruppe hält sich in ihren Niederlangen und Triumphen gegenseitig fest. ~ kleine Heldentaten retten auch die Welt ~ Winnies selbstaufopfernde Liebe war ein Schlüsselpunkt der Reihe. So frustrierend ich es auch manchmal fand davon zu lesen, weil alle Überlebensinstinkte in mir geschrien haben, dass sie wegrennen soll – ohne Winnies Märtyrer-Ader wäre in dieser Reihe noch viel mehr schief gegangen. Ihre Bereitschaft sich vor Sasha und Jo zu werfen, ihre Hingabe und Liebe auf diese Art zu demonstrieren, in einer Welt, die sich so gerne passiv verhält, hat ein paar ganz wunderbarer Dinge mit meinem Herz gemacht. Sashas Kapitel waren tatsächlich meine liebsten gewesen, weil sie durch ihre Verwandlung emotional entrückt von allem ist. Sie hat eine Machen-Perspektive eingenommen, sie ist dadurch ein aktiver Gegenpol zu Winnies Sorgenkarussel. Ihre neu gewonnene Klarheit war ein richtiges Highlight, weil sie die Entscheidungen treffen konnte, die Winnie sich nicht traute zu treffen und die Beziehung zu ihrer Schwester, die bisher eher Caretaker-Caregiver war, endlich ausgleichen konnte. Sashas Verwandlung und erzwungener Neustart bringt die Beziehung zu Winnie in ein Gleichgewicht, das vorher fehlte und ich liebs ganz sehr, dass das so geschehen ist. ~ Fazit ~ A Night of Wishes and Regrets ist ein wunderbar passender Abschluss, zu einer Reihe, die tief ins Herz geht. Leise, aber eindringlich hat Anne Pätzold Figuren in eine harte Welt eingewebt, die nicht immer gleich die richtige Antwort haben, aber sich beständig dahin vorkämpfen. Für mich ist diese Reihe eine wundervolle Antwort zu dem, was Twilight vor vielen Jahren in mir ausgelöst hat: stille Heldinnen, die durch ihre Empathie bestechen. Ein Fokus auf mentale Gesundheit und all die Gefahren, die sich darin verstecken können.



















