Schön für Zwischendurch
Es ist ein Schock für Stella, als sie nur drei Monate nach der Trennung von ihrem Freund zu dessen Hochzeit eingeladen wird - und die Braut ist ihre beste Freundin. Eigentlich will sie nicht hin, aber dann macht ihr Immobilienentwickler Beck Wilde ein Angebot … ‚Mister Mayfair‘ erfindet nun wirklich nicht das Rad neu - schöne, junge Frau trifft auf schönen, reichen Mann und die beiden gehen aus einem mehr oder weniger sinnvollen Grund eine Fake-Beziehung ein. Eigentlich das Unrealistischste, was man im Romance-Bereich so lesen kann. Aber - und das ist ein ziemlich großer Pluspunkt des Romans - hier wirkt es mal nicht so an den Haaren herbeigezogen. Vor allem, weil Beck erst mal gar keine Notwendigkeit dafür sieht, ihm würde auch ein freundschaftlicher Kontext reichen. Das ist sehr angenehm zu lesen, weil er damit nicht von Seite eins an ein merkwürdiges Platzhirsch-Gehabe an den Tag legt. Stella dagegen möchte nicht als Opfer gesehen werden, kein Mitleid bekommen und auch das ist bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar. Überhaupt wird in diesem Buch von den beiden sehr viel geredet. Überraschend erwachsen, überraschend reflektiert. Das fand ich ganz toll und gibt beiden Protas die Gelegenheit sich zu entwickeln und das auch noch glaubwürdig . So braucht es am Schluß auch kein künstlich aufgebauschtes Drama um zueinander zu finden. Allerdings geht das ganze bei nur knapp 350 Seiten zu Lasten der Beiden als Liebespaar. Das habe ich irgendwie nicht so richtig gespürt und sowohl der erste Kuss als auch die erste Nacht kommen gefühlt aus dem Nichts. Zumal dann auch alle spicy Szenen nur aus Becks Sicht beschrieben werden, was ich jetzt nicht so toll fand. Trotzdem hat mich der Roman gut unterhalten, er ist absolut perfekt, wenn man nette Zerstreuung zwischendurch sucht oder nach anspruchsvoller Lektüre etwas Leichteres ohne schwierige Thematik lesen möchte.

























































