
Ganz anders als erwartet, dennoch ganz nett
Als ich das Buch im Laden entdeckte und den geheimnisvollen Klappentext, der viel Raum für mythisches Geschehen lässt, war es um mich geschehen - nicht zuletzt auch wegen dem schönen Äußeren des Buches. Aber von alldem war zunächst nichts zu lesen. Über die Hälfte der Geschichte entpuppte sich als Landschaftsbeschreibung und Teenagerunternehmungen - aber durchaus auf die nette Art. Denn die Autorin lässt den Landstrich des Lake Districts, dieses atemberaubend schöne Stück wilde Natur, geradewegs vor den Augen des Lesers entstehen. Ich habe durch Valeries Augen gesehen, und mich genauso wohl gefühlt, wie sie. So manche Einstreuung von „Teeniekram“ war dezent und hintergründig. Auch wenn das Buch viele leise Töne und pure Entspannung bereithält, plätscherte das Geschehen bis zur Hälfte des Buches mehr so dahin. Theresa Czerny verbringt viel Zeit darauf, den Leser auf die Weiten dieser unberührten Natur, das Kennenlernen der wilden Ponyherde sowie der verschiedenen Charaktere einzustimmen. Valerie war mir nicht gleich so richtig sympathisch, aber nach und nach ist sie mir doch irgendwie ans Herz gewachsen. Auch als sie und Ben sich endlich näher kamen, war ihre Liebesgeschichte überzeugend, blieb aber in ruhigen Bahnen. Erst ab etwa der Hälfte des Buches nahm die Geschichte dann langsam Fahrt auf, aber auch nicht so, dass es wirklich spannend gewesen wäre. Hin und wieder wurde Gerüchte und vage Andeutungen von Mysteriösem eingestreut; einzelne dieser Erzählfäden liefen jedoch erst auf den letzten drei Buchseiten zusammen - andere blieben weiterhin im Dunkeln. Die Geschichte ist definitiv anders als ich erwartet und erhofft hatte. Wäre jetzt das Ende nicht so einnehmend gewesen, hätte ich wahrscheinlich den Folgeband nicht weitergelesen. Aber ich habe durchaus eine nette Zeit an Valeries Seite verbracht und mit ihr die „Fells“, wie dieser Landstrich genannt wird, erkundet und habe mit Valerie, Ben und Valeries Kumpel Grayson, der so fast zur Familie gehört, sympathische Charaktere kennengelernt. Die meisten anderen Figuren blieben leider eher blass und mehr am Rand. Ebenso ist mir Bens Ponyherde ans Herz gewachsen, die ich an der Seite von Valerie und Ben zwei Mal aus brenzligen Situationen gerettet habe. Und nun, am Ende dieser Geschichte angelangt, bin ich einfach gespannt, wie sich die Ereignisse weiter entwickeln werden. Band zwei ist auf jeden Fall schon bestellt ;-).

