21. Dez.
Rating:1

Ich weiß gar nicht so Recht, wo ich anfangen soll. Erinnert ihr euch noch daran, dass ich sagte, manchmal fiele es mir schwer, Rezensionen zu schreiben, da ich das Gefühl habe, einfach nicht die richtigen Worte zu finden? So geht es mir auch bei diesem Buch, allerdings nicht, weil es mich emotional berührt oder schlicht einfach umgehauen hat, nein, sondern weil es in meinen Augen ein absoluter Fehlgriff ist und ich Angst habe, konstruktive Kritik zu sehr mit persönlicher Verärgerung zu verwechseln und dass die Rezension daher möglicherweise weit aus negativer ausfällt, als gewollt. Dennoch möchte ich versuchen, meine Gedanken und in diesem Fall Verärgerung und Enttäuschung in Worte zu fassen. Meine Enttäuschung und Verärgerung darüber, dass das Buch einfach nicht das hält, was es verspricht. Denn ja, ich bin wütend und verärgert über dieses Buch, denn die ursprüngliche Vorfreude verwandelte sich schnell in ein kontinuierliches Augenrollen und Kopfschütteln. Im Grunde hört sich das Buch richtig gut an. Ein junges Mädchen das als Tourguide eine Gruppe von Senioren durch ganz Europa begleiten soll klingt nach einer unglaublich tollen, aufregenden und vor allen Dingen spannenden Geschichte. Besonders für Menschen wie mich, die nichts lieber tun, als neue Länder zu entdecken und vor allen Dingen auch große Fans von Städtetrips sind, hörte sich dies nach dem perfekten Buch schlechthin an. Alleine der Titel jagt mir ein Gefühl von Gänsehaut über den Rücken; der Titel ist einfach so wahr und echt und ich liebe ihn. Das ist aber eigentlich auch schon fast alles, was ich an diesem Buch wirklich mag. POSITIV Es gibt wirklich wenig Positives, was ich über dieses Buch sagen kann. Ich mochte den Humor, manchmal zumindest. So wenig ich Aubree auch mochte, gab es einige lustige Situationen, die tatsächlich ihr und ihrem Charakter entsprochen haben. Ebenfalls mochte ich Sam wirklich sehr, ein hoffnungsloser Romantiker, der trotz dessen, dass alles so schnell ging, lange nicht so oberflächlich wirkte wie Bree. Ich weiß nicht genau, wieso ich bei ihm nicht so empfunden habe wie bei Bree, vielleicht einfach weil Sam eine ehrliche Haut ist, der auch mal Risiken eingeht und der trotz seiner nicht so schönen Vergangenheit ein lebensfroher Mensch ist, der eher positiv eingestellt ist als negativ und auch gerne mal Neues ausprobiert, ohne sich direkt davor zu verschließen und stur die Arme vor der Brust zu verschränken und mit dem Kopf zu schütteln. Alles in allem gefiel mir die Grundidee wie gesagt unglaublich gut. Eine Tour durch Europa mit einer Gruppe Senioren? Yes baby. Leider konnte mich die Umsetzung dann doch nicht überzeugen. NEGATIV Fangen wir mit unserer Protagonistin an, Aubree, die von allen bloß Bree genannt wird und eine verwöhnte kleine Göre ist, die nicht nur absolut naiv, sondern irgendwie auch ziemlich dümmlich wirkt, dazu auch selbstsüchtig und überheblich und einfach irgendwie total charakterlos. Bree befindet sich eindeutig ziemlich weit oben auf der Liste der nervigsten Buchcharaktere in YA History. Ich habe wirklich versucht, sie zu mögen. Im Grunde ist ein naiver und nerviger Charakter ja die perfekte Vorlage für Character Development und obgleich sich Bree tatsächlich während der Reise etwas weiter entwickelt hat, ging alles einfach viel zu schnell. Es wirkte erzwungen, übereilt und irgendwie absolut oberflächlich, als hätte sie für den Moment vielleicht verstanden, worum es im Leben eigentlich geht, aber als würde diese Veränderung nicht lange anhalten. Kurz und knapp: ich habe sie gehasst, von Anfang bis Ende. Ich mochte ihre negative Einstellung ALLEM gegenüber einfach nicht. Ich habe mich alles andere als mit ihr infizieren können. Angst zu haben ist eine Sache, sich vor allem zu versperren, eine andere. Alles was neu war, war in ihren Augen nicht nur angsteinflößend, sondern falsch und schlecht. Sie hat sich vor allem versperrt, hat alles abgelehnt, stand allem grundsätzlich erst einmal negativ gegenüber und hat nicht einmal versucht, das Leben so zu nehmen wie es kommt. Sie hat sich schlicht geweigert, Neues auszuprobieren und das hat mich nicht nur in den Wahnsinn getrieben, sondern mich fast dazu gebracht, das Buch gar nicht erst zu beenden. Außerdem verbringt sie die meiste Zeit damit, Freunden, Bekannten, Familie etc. pp. ihre kindischen Lügen aufzutischen. Selbst für die kleinsten Unannehmlichkeiten erfindet sie irgendwelche Lügengeschichten. Statt zum Beispiel mit der Wahrheit rauszurücken und ihrem Gegenüber zu sagen, dass sie einfach sehr wählerisch ist, was Essen angeht, behauptet sie, sie hätte sie ein Glutenunverträglichkeit. Dass hier und da mal eine Notlüge notwendig ist, okay, verstehe ich, aber sie hat für absolut alles eine Lüge aufgetischt, was sie nur noch unsympatischer gemacht hat. Es war mir einfach unmöglich auch nur im Geringsten Sympathie für Bree zu empfinden. Im Prinzip war Bree das absolute Gegenteil von mir, mithin war es mir unmöglich, ihre Entscheidungen nachzuvollziehen bzw. mich überhaupt in irgendeiner Art und Weise mit ihr zu identifizieren oder auch nur eine Verbindung zu ihr aufzubauen. Nichtsdestotrotz ist definitiv eine Entwicklung von Bree feststellbar. Das einfältige Mädchen, dass sich allem Neuen quer in den Weg gestellt hat, wurde plötzlich offener, lebenslustiger, glücklicher, was toll ist, wirklich, allerdings wurde dies alles so oberflächlich und übereilt dargestellt, dass ich es ihr einfach nicht abgekauft habe. Gestern hat sie noch alles gehasst und heute ist sie verliebt in Europa und in die ganze Welt? Sicher doch … Ein weiterer Punkt der mich unglaublich genervt hat, war die Insta Love zwischen Bree und Sam, unserem Love Interest. Sam war eigentlich ein super netter und süßer, vor allen Dingen aber umgänglicher Charakter, wäre da nicht diese Insta Love bzw. Insta Insta Love gewesen, die dem ganzen einen dunklen Schatten übergeworfen hat. Bree und Sam kennen sich nicht; wissen noch nicht einmal, dass der jeweils andere existiert. Sam arbeitet in dem Unternehmen, für das Bree die Tour durch Europa leitet und ist die Person, die sie täglich telefonisch über den aktuellen Sachstand informieren muss. Sam ist mithin auch derjenige, an den Bree sich wenden soll, wenn es Probleme gibt. Eines Abends telefonieren sie zum ersten Mal, sagen wir für 10 Minuten und schwupp, ist er der absolut größte und tollste Kerl der Welt; der Typ, bei dem ihr Herz schneller schlägt, wenn sie an ihn denkt und der Typ, für den sie sogar einen ganzen Abend in Amsterdam sausen lässt, nur um in ihrem Hotelzimmer auf seinen Anruf zu warten. Ernsthaft? In der einen Minute wusste noch keiner etwas von der Existenz des jeweils anderen und in der nächsten Minute sind sie schon irgendwie seelenverwandt? Sie geben sich direkt schmalzige Spitznamen und flirten über das Telefon, als wären sie schon ewig ein Paar die momentan in einer Fernbeziehung leben. Nein Danke. Ich habe nichts gegen Liebe auf den ersten Blick (ob ich daran glaube oder nicht, ist eine andere Sache) es muss eben einfach nur gut und plausibel umgesetzt sein. Diese Fake-Beziehung war meiner Meinung nach so an den Haaren herbeigezogen, dass bei mir keinerlei romantische Stimmung aufkam, auch nicht, als Sam NATÜRLICH irgendwann vor Ort auftauchte, um Bree unter die Arme zu greifen. Ich kam aus dem Augenrollen gar nicht mehr raus. Ich war so kurz davor, das Buch nicht zu beenden, aber dann erinnerte ich mich daran, wie sehr ich es hasse, ein Buch einfach so abzubrechen, zumal ich finde, dass man zu einem abgebrochenen Buch keine richtige Rezension schreiben kann und zu diesem Buch wollte ich unbedingt eine Rezension schreiben, da ich meine Verärgerung und Enttäuschung über diese Geschichte und vor allen Dingen diese charaterlosen und flachen Charaktere einfach los werden musste. Es hat sage und schreibe 250 Seiten gedauert, bis ich zumindest einige der Charaktere etwas anfing zu mögen. Es gab irgendwie einfach nichts, was ich hätte mögen können, weil man kaum etwas über die Charaktere erfahren hat. Man hatte einfach das Gefühl, sie waren bloß da, um die Seiten zu füllen, um Bree und Sam nicht alleine auf diese Reise gehen zu lassen. Ebenso ein Dorn im Auge war mir die Beziehung zwischen Bree und Elizabeth, zwei Schwestern, die wahrscheinlich unterschiedlicher nicht sein könnten und so gar nichts gemeinsam haben. Bree bekommt ein Telefonat mit, in dem Elizabeth nichts weiter tut, als auf gemeinste Art und Weise über ihre Schwester herzuziehen und Bree macht nicht einmal den Mund auf. Okay, sie schmollt und sie schreit ihre Schwester irgendwann an, aber sie ist einfach nicht Frau genug, ihre Schwester darauf anzusprechen. Trotzdem tut sie weiterhin genau das, was ihre Schwester von ihr will, während sie sich hinter ihrem Rücken über sie aufregt und sie dafür hasst, dass sie sie immer wie ein Baby behandelt und ihr offenbar so gar nichts zu traut. Dann hör einfach auf dich wie ein Baby zu verhalten liebe Bree, dann wird man auch aufhören, dich wie eins zu behandeln. Natürlich ist das Leben innerhalb der Familie nicht immer einfach und ob Geschwister oder nicht, manchmal versteht man sich eben einfach nicht. Punkt. Das was da zwischen Bree und Elizabeth ablief jedoch war in meinen Augen einfach lächerlich. Die beiden reden kaum, sehen sich kaum, mögen sich kaum und dennoch tut Bree all das, was ihre Schwester ihr sagt und obwohl Elizabeth Bree offenbar für ziemlich beschränkt hält, bittet sie sie um einen Gefallen? Ziemlich selbstsüchtig und egoistisch, dass sind sie offensichtlich beide. Keiner steht dem anderen in dieser Sache etwas nach. Dieses Buch hat mich so unglaublich wütend gemacht. Die Autorin hätte hieraus eine wundervolle, abenteuerliche Geschichte über einen Roadtrip durch ganz Europa machen können, hat sich dann aber doch für ein nerviges Teenage Drama entschieden. Wieso? Wieso hat man die Senioren nicht ein wenig mehr mit eingebunden und dafür ein bisschen Teenage Drama und Insta Love weg gelassen? Ich bin mir sicher, diese Geschichte hätte einfach großartig werden können, hätte man bloß all dieses Potential nicht verschenkt. Womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären, der mir unglaublich missfallen hat. Die versprochene Tour durch Europa war irgendwie kaum vorhanden. Man erhielt zwar ein paar Einblicke in einige der Ortschaften, die sie besuchten, dieses Gefühl auf Reisen zu sein, blieb allerdings irgendwie aus. Es gibt ähnliche Bücher, die in mir das Gefühl auslösen, sofort in die erwähnten Städte reisen zu wollen, dieses Buch hat in mir dieses Gefühl allerdings nicht ausgelöst, da kaum auf die Städte/die Orte eingegangen wurde, zumindest nicht so intensiv, wie ich es mir bei einem Buch über einen Roadtrip durch Europa eben vorgestellt und gewünscht hätte. Es ist so wenig hängen geblieben, dass ich mich gar nicht mehr richtig an alle Städte erinnern kann, in denen die Seniorengruppe Halt gemacht hat, was unglaublich traurig und schade ist. Ich liebe es einfach, wenn man in solchen Geschichten die Orte nicht nur zu Nebenschauplätzen macht, sondern sie ein wichtiger Aspekt der eigentlichen Geschichte werden, dass sie sich auswirken auf Plot, die Figuren, das Vorankommen der Story … Durch den Verlauf der Geschichte hindurch wurde dann immer mal wieder etwas Drama produziert. Allerdings handelte es sich dabei um Dramen, die unnötig waren und teilweise echt an den Haaren herbeigezogen. Sie wirkten alles andere als echt und schlichtweg übertrieben. Hier hätte man definitiv andere Wege finden können, die Leser bei Laune zu halten. Was den Schreibstil angeht, konnte mich auch dieser nicht richtig fesseln. Vielleicht war ich auch voreingenommen, weil mich weder Story in ihren Bann zogen, noch die Charaktere mich begeistern konnten, allerdings war mir die Geschichte viel zu nüchtern geschrieben; viel zu emotionslos. Die Autorin hat die Geschichte alles andere als anschaulich erzählt. Ich weiß nicht, wie ich mich ausdrücken soll, doch gerade bei solchen Geschichten finde ich ist es sehr wichtig, dass sie so erzählt und beschreiben wird, als dass der Leser einen Film vor dem geistigen Auge ablaufen hat, sodass man als Leser einfach den Wunsch verspürt, sofort zum Beispiel nach Wien zu reisen, wenn er davon liest, oder nach Prag oder sonst wohin. Leider war dies nicht der Fall. Ich las zwar die Worte, aber es entstandenen keine Bilder dazu, weshalb mich all das ziemlich unberührt gelassen hat. LOHNT SICH DAS BUCH? Ich behaupte einfach mal ganz frech, nein. In meinen Augen lohnt sich dieses Buch überhaupt nicht, weder für Romantiker, noch für Reisebegeisterte, da es diesem Buch einfach an allen Ecken und Kanten fehlt. Das Buch ist oberflächlich und verfügt weder über Herz, noch über Seele. Auch die Charaktere können es in diesem Fall nicht wett machen, weil keiner in Erinnerung haften bleibt. Für mich stellt dieses Buch eine absolute Enttäuschung dar und definitiv eines meiner Jahresflops. Ich wollte dieses Buch mögen, ich wollte es wirklich, allerdings habe ich das Gefühl, je mehr man sich unter Druck setzt, ein Buch zu mögen, desto weniger mag man es am Ende. Sehr schade um das verschenkte Potential. Von mir jedenfalls bekommt das Buch, so traurig es auch klingen mag, keine Leseempfehlung.

Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens
Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebensby Jen MaloneMagellan
25. Aug.
Rating:4.5

Die perfekte Sommerlektüre! Dieses Buch vereint alles, was man sich von einem sommerlichen Jugendroman nur wünschen kann! Es ist kurzweilig, witzig, herzerwärmend und gefühlvoll. Die Geschichte hat mich sofort in ihren Bann gezogen, zumal der wundervolle Humor der Autorin bereits innerhalb der ersten paar Seiten ans Licht rückt, wodurch ich mich schnell in der Geschichte wohlgefühlt habe. Ich habe ohnehin einen Faible für tollpatschige Chaot:innen und Aubree dementsprechend schnell in mein Herz geschlossen. Bei der grundlegenden Storyline sollte man am besten nicht zu viel im Hinblick auf seine Logik und Realistik hinterfragen, um beim Lesen den maximalen Spaß zu erreichen. Unterhaltung steht hier ganz klar im Vordergrund und es gibt viel zu lachen. Dieses Buch lebt von interessanten Städten, Insiderwissen, traumhaften Kulissen, urkomischen Zwischenfällen und erinnernswerten Abenteuern. Die Protagonistin verstrickt sich immer mehr in ihren Lügen und man sieht das große Drama dementsprechend schon lange vorher kommen, aber der Weg dahin war trotzdem unheimlich schön und ich habe mit jedem weiteren Kapitel noch mehr mitgefiebert. Manches erscheint hier zwar durchaus konstruiert, aber die Geschichte ist nicht annähernd so oberflächlich wie man jetzt vielleicht erstmal denken mag. Im Gegenteil, dieses Buch ist einfühlsam, vielseitig und mitreißend. Leise klingen ernste Themen, wichtige Werte und erwachsene Entscheidungen an. Die Geschichte ist nicht immer nur unbeschwert und lustig, sondern besitzt auch Tiefe, indem sie traurige Erlebnisse, falsche Entscheidungen und negative Emotionen nicht ausschließt. Aubree durchläuft in diesem Buch eine großartige und beeindruckende Entwicklung und wächst mit jeder weiteren Erfahrung noch mehr über sich selbst hinaus, was unheimlich schön zu begleiten war. Dadurch dass die Geschichte aus ihrer Sicht in der ersten Person Singular erzählt wird, können wir ihre Gedanken und Gefühle sowie ihre Ängste und Träume hautnah miterleben. Sie lernt hier so viel über sich selbst, ihre Fähigkeiten, das Leben und ihre Mitmenschen, wobei man als Leser:in wiederum auch einiges für sich selbst mitnehmen kann. Die restlichen Charaktere sind ebenfalls unheimlich toll und herrlich lebendig. Wir lernen hier eine bunte und quirlige Truppe an vielfältigen und einzigartigen Persönlichkeiten kennen, die für einige Lacher und witzige Szenen, aber auch für wertvolle und bewegende Momente sorgen. Die Senioren sind teilweise ein bisschen schrullig, dabei aber auch so herzlich und besonders, dass man sie einfach nur lieben kann. Sie sprühen nur so vor Energie, Lebenserfahrung, Freude, Mitgefühl und Enthusiasmus. Und Sam ist sowieso ein Goldstück. Die Liebesgeschichte ist süß und romantisch, wobei ich mich insbesondere in ihre Anfänge am Telefon verliebt habe. Die Gespräche zwischen den beiden sind einerseits witzig und ein bisschen peinlich, aber auch voller zarter Gefühle und Herzklopfen, die beim Lesen rüberkamen. Ihre Liebesgeschichte hat zwar ein nerviges Laster, aber ich mochte Aubree und Sam zusammen trotzdem unheimlich gerne. Gegen Ende geht einiges ziemlich schnell und das Buch schließt letztlich auch etwas abrupt und unerwartet, aber im Gesamten passt ihr Abschluss zur Geschichte. Jen Malone schreibt locker-leicht und jugendlich-frisch, wodurch man beim Lesen nur so durch die Seiten fliegt. Ihr Schreibstil ist witzig, charmant, humorvoll und lebendig, dabei aber auch einnehmend und gefühlvoll. Das Buch lässt sich flüssig lesen und hat mir einige wundervolle und abwechslungsreiche Lesestunden beschert. 4,5/ 5 Sterne ⭐️

Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens
Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebensby Jen MaloneMagellan
23. Sept.
Rating:5

Aubree ist ein gemütlicher Mensch, ein typischer Couch-Potato. Durch einen unglücklichen Zufall ist sie daran schuld, dass ihre zielstrebige Schwester Elizabeth ihren geplanten Trip als Reiseleiterin in Europa nicht unternehmen kann. Also bleibt nur eine Möglichkeit, Aubree muss an ihrer Stelle fahren und das ist die wohl größte Herausforderung. Bree, wie Aubree genannt wird, wirkt wahnsinnig abhängig von ihrem Elternhaus. Sie wirkt total unselbständig und noch nicht bereit für die Welt mit ihren 17 Jahren. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass sie absolute Panik schiebt als der Trip nach Europa immer näher rückt. Und wie es der Zufall so will beginnt die Reise bereits mit einer Katastrophe und sie merkt schon am Flughafen, dass sie ohne fremde Hilfe niemals diese Reise überstehen wird. Ich hatte zunächst die Sorge, dass Aubree mich während des Lesens langweilen würde mit ihrer Art, aber zum Glück schafft sie es aus sich heraus zu kommen und die Welt neu zu entdecken. Mit jeder Seite ist mir Bree sympathischer geworden, auch wenn sie Fehler macht versucht sie immer mehr Selbstständigkeit zu erreichen. Neben der Protagonistin Aubree sind da auch noch unsere sechs charmanten Senioren, die Reisegruppe, die Bree leiten soll. Und natürlich ist hier ein bunter Mix aus Menschen gewählt wurden, die irgendwie alle etwas besonderes an sich hatten. Ob man will oder nicht, man schließt jeden von ihnen irgendwie ins Herz. Die Dynamik der Gruppe, und damit auch die Entwicklung von Aubree, lebt von den Städten und dadurch erhält die Geschichte erst ihren Charme. Vor allem zwei ältere Damen hatten es mir total angetan, beide waren zuckersüß in ihren Enthusiasmus und Kaufrausch. Insgesamt finde ich, hat die Autorin hier einen wunderbaren Mix geschaffen. Neben der Geschichte sind die Städtebeschreibungen wirklich gelungen, ich finde Jen Malone hat sich wirklich gut vorbereitet und die Städte des Europa-Trips versucht so gut wie möglich darzustellen. Das Buch macht Lust auf Reisen und weckt selbst in mir das Fernweh. Im Übrigen finde ich auch die Gestaltung wirklich sehr gelungen, neben dem prägnanten Titel finden sich auf dem Cover auch Poststempel all der Städte die Aubree erkundet und insgesamt ist das Buch in Postkarten-Optik gestaltet. Insgesamt hat mich "Acht Städte, Sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens" wirklich sehr gut gefallen, und das obwohl mir das Ende das Herz ein klein wenig gebrochen hat. Fazit: Aubrees Trip nach Europa ist auf jeden Fall eine Lesereise wert. Jen Malone hat mit "Acht Städte, Sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens" nicht nur eine Geschichte über das Erwachsen werden geschrieben, sondern auch einen witzigen Städtetrip gestaltet, der die Lusta uf Reisen beim Leser erweckt.

Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens
Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebensby Jen MaloneMagellan
23. Sept.
Rating:5

Inhalt: Nur schweren Herzens gibt Aubree ihrer Schwester Elizabeth das Versprechen, für sie einzuspringen und die Leitung einer Reisegesellschaft von sechs Senioren zu übernehmen. Die Reise geht durch sechs Städte innerhalb von Europa. Aubree hat ihre Heimat noch nie verlassen müssen. Doch Elizabeth hat einen wasserdichten Plan: Ein großer Ordner, ein Namenstausch und der Ausweis, auf dem sich beide Schwestern doch sehr ähneln, wird helfen. Aubrees Reise beginnt chaotisch und steckt voller Tücken und Probleme. Dieser Trip wird zu einem Abenteuer werden, an das sie sich noch lange erinnern wird. Erweiterter Inhalt und Schreibstil: Aubrees geheime Vor-Abschluss-Schulparty ist irgendwie ein wenig aus dem Ruder gelaufen. Statt einer gemütlichen sechs Freundinnenparty ist die Feier zu einem kleinen Gelage im elterlichen Haus ausgeartet, bei dem unter anderem Alkohol konsumiert wurde. Als es an der Tür klingelt, ist Aubree alarmiert. Doch ihre Schwester Elizabeth öffnet und steht einem Polizisten gegenüber, den sie noch aus der Schulzeit kennt. Der Grund seines Erscheinens, die Beschwerden der Nachbarschaft, rückt bald in den Hintergrund. Eine Differenz mit Elizabeth, lässt den Beamten zu härteren Mitteln greifen. Alkohol an Minderjährige auszuschenken ist verboten. Ein Griff an das Handgelenk des Polizisten kann als Bedrohung ausgelegt werden. Schneller, als Elizabeth glauben kann, befindet sie sich im Gewahrsam. Die Strafe, die Elizabeth erwartet, klingt im ersten Moment harmlos. Sie darf den Bundesstaat nicht verlassen. Doch für Elizabeth bedeutet diese Einschränkung viel mehr. Ihre Karrierechancen bauen auf einem Aushilfsjob in der Wiederwahlkampange eines Kongressabgeordneten auf. Eine wichtige Spendengeberin eines Abgeordneten hat den Abgeordneten um Hilfe gebeten, jemanden zu finden, der in letzter Sekunde als Reiseleiter für ihr Unternehmen einspringt und dabei ganz nebenbei Elizabeth vorgeschlagen. Da Aubree an Elizabeths Verhaftung auch ein wenig Schuld trägt, kann sie den Vorschlag der Schwester nicht ausschlagen: Aubree soll als Elizabeth nach Europa reisen und die Seniorengesellschaft als Reiseleiterin während der Städtetour begleiten. Doch Aubree ist so ganz anders als ihre Schwester. Sie ist alles andere als organisiert. Sie spricht keine Fremdsprachen und war noch nie auf Reisen. Bislang hat sich ihre Mutter immer um alles gekümmert. Bald schon entwickelt Elizabeth einen Plan und schneller, als Aubree sich versehen kann, befindet sie sich im Flugzeug. Doch schon da beginnt das Chaos. Sollte man ausnahmsweise von fremden Menschen Medikamente annehmen, wenn man starke Flugangst hat? Elizabeth hätte gewiss darüber nachgedacht. Doch nicht Aubree, die teils unüberlegte und spontane Entscheidungen trifft. Was die Figur sympathisch macht. Als Aubree ihre Seniorengruppe erreicht, ist sie bereits mit den Nerven am Ende. Der Leser hingegen hat schon eine Menge gelacht und klebt an den Seiten des Buches. Die Geschichte hat gerade erst begonnen, denn die Gruppe aus sechs rüstigen und charakterlich sehr unterschiedlichen Rentnern steckt voller Abenteuerdrang. Jeder von Ihnen sorgt dafür, dass Aubree die Tage ihrer Reise nicht so schnell vergessen wird. So trifft man hier auf den dickbäuchigen Texaner Hank, der mit seiner Frau Maisy reist; alle zehn Jahre machen beide eine Hochzeitsreise und verlieben sich jeden Tag erneut ineinander. Man trifft auf den ruhigen und intelligenten Lehrer Mr. Fenton, der seine Dienstzeit doch vermisst und die besten Freundinnen Emma und Mary, die einen Jugendtraum verwirklichen möchten sowie Dolores, die Aubree bald mit ihrer stillen und geheimnisvollen Art Sorge bereitet. Eine lustige Truppe also, die für einiges an Wirbel sorgen wird. Mit ihren spärlichen Kenntnissen von Europa, ihrer chaotischen und tolpatschigen Art und dem Willen, alles irgendwie hinzubekommen, wirkt Aubree schnell sympathisch. Bald gesteht sich das Mädchen ein, dass sie nicht viel über den alten Kontinent weiß. Sicher, Europäer machen gute Schokolade und sind komplett fußballverrückt. Reicht dieser Kenntnisstand, um eine Reisegruppe zu führen? Lasst euch überraschen. Fazit: Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens ist ein humorvoller Roadtrip. Ein zusammengewürfelter Haufen eigenartiger und komischer Figuren begibt sich auf eine Reise, die der Leser so schnell nicht vergessen wird. Die chaotische Aubree und die Senioren, die unterschiedlicher nicht sein könnten, machen diese Reise lebendig und versetzen den Leser in die schönsten Städte Europas. Aber auch die lesenswerte Darstellungen europäischer Länder, aus Aubrees humorvoller Perspektive, machen das Werk liebenswert. Buchzitate: Ich mag vor sechs Tagen die Highschool abgeschlossen haben, aber es gibt Momente im Leben, da braucht man einfach sein Plüschtier. Okay, das war jetzt wieder hundertprozentig Aubree, aber auf keinen Fall trinke ich schwarzen Kaffee, nur um nicht aus der Rolle zu fallen. Igitt! Na großartig. Nackt badende Omas, sexsüchtige Texaner auf goldener Hochzeitsreise und Erpresser-Opas. Was kommt als Nächstes?

Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens
Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebensby Jen MaloneMagellan
22. Sept.
Rating:5

„Es gibt doch diese Filmszenen, in denen sich die ungleichen Helden mit einem Mal zu einem Team Zusammenfinden und in Zeitlupe die Strasse runter marschiert kommen, während dazu laut der Soundtrack plärrt. Tja, und jetzt stelle man sich das Ganze mit sechs Rentnern vor.“ Aubree ist das ganze Gegenteil ihrer Schwester. Während diese ihren Collageabschluss in der Tasche hat und bereits als Wahlkampfhelferin aufgestellt, ist Aubree im Sommer vor ihrem Collage und weiß so gar nicht, was sie will. Am liebsten erst einmal den ganzen Sommer am hauseigenen Pool mit Freundinnen chillen und so rein gar nichts tun. Durch sehr widrige Umstände muss nun Elizabeth über den Sommer daheim bleiben, aber sie sollte einen Reisegruppe durch Europa führen, dass ist ein Job, der an dem Job der Wahlkampfhelferin dran hängt. Das bedeutet, sie muss diesen Reiseleiterjob auch unbedingt machen! Aubree ist die Lösung, sie muss den Job übernehmen. Aubree ist dezent überfordert, ist sie doch noch nie daheim raus gekommen und hatte auch nicht vor, die große, weite Welt zu sehen. Aber da sie ja auch an Elizabeths Dilemma schuld ist, lässt sie sich breit schlagen und übernimmt den Job – als Elizabeth. Eigentlich sollte von vornherein klar sein, dass das schief gehen muss! Aber Aubree reist nach Amsterdam und nach ersten Schwierigkeiten landet sie im richtigen Hotel und lernt „ihre“ Rentner kennen. Diese sind (natürlich) alle grundverschieden, aber im Laufe der Reise lernt auch der Leser die Rentner besser kennen und ich mochte sie irgendwie alle. Auch wenn der Texaner Hank richtig prollig und laut ist, irgendwie war er liebenswürdig und es braucht doch auch so einen Menschen in einer Reisegruppe. Am meisten sind mir natürlich Emma und Mary ans Herz gewachsen! Richtig interessant wird es allerdings, als später der Sohn der Chefin des Reiseunternehmen dazu stößt, aus besonderen Gründen. Aubree hat schon täglich mit ihm telefoniert und dabei haben die beiden immer etwas geflirtet. Und nun steht er tatsächlich bei ihr und soll sie auf der weiteren Reise begleiten, sie als Elizabeth. Spätestens jetzt ist dem Leser klar, das geht schief. Aus der chaotischen Aubree wächst aber so langsam ein neuer Mensch, sie wird selbstbewusster, erwachsener. Nach und nach kann man ihre Entwicklung spüren und das empfand ich als sehr gut. Vieles war sicherlich überzogen und von Klischees überladen. Das fand ich manchmal etwas anstrengend. So scheint es in Deutschland nur Blutwurst zu essen zu geben und jeder trägt Jägerhut und Lederhose. In Amsterdam scheint außerdem jeder mit Holzschuhen rumzulaufen usw. Das setzt sich immer wieder fort, und ich weiß nicht, ob das die Autorin ernst meint oder nur mit Klischees spielen mag. Allerdings hat mich die Reise an sich und das Setting in den Städten immer wieder entschädigt. So konnte man mit Aubree in Wien oder Prag bummeln, in Italien am Strand liegen oder auf dem Boot fahren. Ich mag solche Romane sehr gern und auch hier konnte mich dieser „Road-Trip“ verzaubern. Einmal angefangen, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, es machte so viel Spaß. Außerdem ließ sich das Buch recht schnell und flüssig lesen. Und das Schönste: Aus dem Couchpotato Abree wurde eine junge Frau, die das reisen plötzlich liebte, die das Besondere an den neuen Städten, die sie für sich entdeckte, fand. Auf jeden Fall ein toller Jugendroman, den ich klar empfehlen kann. Ich werde ihn auf jeden Fall in meiner Lesegruppe für die 12-15 jährigen vorstellen!

Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens
Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebensby Jen MaloneMagellan