13. Aug.
Rating:5

Wow, epischer Kampf ist kein Ausdruck

Achtung könnte Spoiler enthalten! Die schlacht, in der sich allerlei übernatürliche Nationen gegen die Fomori und die Titanin wenden hat episches Ausmaß. Harry wird dabei sowohl als Ritter des Winters (hart und durchgreifend), aber auch menschlich und verletzlich dargestellt. Jim Butcher ist es durchaus gelungen, Spannung, romanze, Trauer und Wut angenehm miteinander zu verweben und dem Leser zu vermitteln. Das Buch lässt mich dennoch etwas traurig zurück (hier kommt der Spoiler, also lieber nicht weiterlesen, wenn man nicht gespoilert werden möchte! Meine Gedanken dazu müssen trotzdem raus), da Murphy einen tragischen, aber heldenhaften Tod erlitten hat. Ich werde sie sehr vermissen und bin gespannt, wie es weitergeht. Der 18. Band ist ja für 2026 angekündigt 👀

Die dunklen Fälle des Harry Dresden - Titanenkampf
Die dunklen Fälle des Harry Dresden - Titanenkampfby Jim ButcherBlanvalet
10. Aug.
Rating:4.5

„Titanenkampf“ zeigt, dass Jim Butcher auch nach 17 Bänden noch einen draufsetzen kann!

Nach den diplomatischen Schachzügen in „Friedensgespräche“ liefert Jim Butcher im 17. Band seiner langlebigen Urban-Fantasy-Saga nun genau das, worauf viele Fans sehnsüchtig gewartet haben: eine kompromisslose, bombastische und gnadenlos intensive Konfrontation, die so ziemlich alle Versprechen der Reihe auf einmal einlöst. „Titanenkampf“ macht seinem Namen alle Ehre und bildet den explosiven Gegenpol zum vorherigen Band. Die zahllosen politischen Spannungen, die sich während der „Friedensgespräche“ angestaut hatten, brechen hier mit aller Macht auf – und Harry Dresden findet sich mitten in einem apokalyptischen Krieg, der die übernatürliche Welt und Chicago selbst an den Rand der Zerstörung führt. Die uralte Titanin Ethniu – Verkörperung von Arroganz, Macht und unsterblichem Groll – ist nicht gekommen, um zu verhandeln. Sie ist gekommen, um zu vernichten. Mit ihrer in Wahnsinn getränkten Überzeugung, dass die Menschheit vergessen hat, was es heißt, klein und sterblich zu sein, entfesselt sie einen beispiellosen Vernichtungsfeldzug. An ihrer Seite marschiert ein Albtraum aus der Tiefe: die Fomori – monströse, albtraumhafte Kreaturen aus alten Mythen, die im Dunkel der Meere geschlummert haben und nun in Legionen aufsteigen. Ihr Ziel: nichts Geringeres als die vollständige Auslöschung Chicagos, als erste Warnung an die gesamte Welt. Inmitten dieses apokalyptischen Angriffs steht Harry Dresden, gebunden an seine Rolle als Winterritter – Champion der kalten Feenkönigin Mab. Doch trotz seiner Macht, trotz seiner Erfahrung, ist er mehr denn je gezwungen, über sich hinauszuwachsen. Denn dies ist kein gewöhnlicher Kampf, kein urbanes Scharmützel. Es ist Krieg. Gemeinsam mit einer verzweifelten Koalition aus Magiern, Rittern, Werwölfen, Vampiren und alten Freunden muss Harry das Unmögliche wagen: sich einer Göttin entgegenzustellen – mit kaum mehr als Mut, Verzweiflung und einem bröckelnden Rest an Hoffnung. Jeder Fehler, jede verpasste Gelegenheit könnte Millionen das Leben kosten. Und Harry weiß: Nicht jeder wird diesen Tag überleben. Auch er selbst nicht unbedingt. Wer „Friedensgespräche“ als gemächlich, politisch und dialoglastig empfand, wird hier einen radikalen Stimmungswechsel erleben. „Titanenkampf“ wirft die Leser von der ersten bis zur letzten Seite mitten in einen Dauer-Alarmzustand. Es gibt kaum Verschnaufpausen, weil sich die Action in einem irrwitzigen Takt steigert und beinahe jede denkbare Figur aus Harrys Welt in diesen Showdown involviert ist. Butcher gelingt es meisterhaft, dieses Chaos lesbar zu halten und dabei sogar noch emotionale Tiefe zu vermitteln. Die persönlichen Opfer, die Harry und seine Freunde bringen müssen, werden greifbar und gehen unter die Haut. Die Kämpfe sind keine bloßen Effekthaschereien, sondern existenziell, mit echter Tragweite. Zugleich zeigt Butcher, wie weit Harry gekommen ist — von einem Einzelkämpfer mit lädiertem Privatdetektivbüro hin zu einem zentralen Akteur im Ringen um das Schicksal ganzer Welten. Die Schlacht ist nichts Geringeres als ein literarisches Inferno. Sie ist monumental in ihrem Ausmaß, erschütternd in ihrer Brutalität und von einer Intensität, die dem Leser kaum Raum zum Durchatmen lässt. Dies ist kein gefälliger Showdown am Ende eines Romans – es ist ein durchkomponierter, seitenlanger Krieg, der alles in den Schatten stellt, was die Reihe bislang an Gewalt und Chaos zu bieten hatte. Butcher zieht alle erzählerischen Register, um die Apokalypse in Chicago spürbar zu machen: Magische Detonationen zerreißen den Himmel, uralte Kräfte reißen Straßen auf, legendäre Kämpfer stehen einander in gnadenlosen Duellen gegenüber. Die Gewalt ist nicht stilisiert oder heldenhaft verklärt – sie ist schmerzhaft konkret. Körper zerbrechen, Leben enden, Überzeugungen stürzen. Und mittendrin: Figuren, die wir über viele Bände hinweg begleitet haben, die hier an ihre Grenzen – und darüber hinaus – gebracht werden. Kaum jemand kommt unversehrt davon. Die Wunden sind nicht nur physisch, sondern tief emotional: Loyalitäten werden auf die Probe gestellt, Freundschaften bröckeln, Opfer werden gebracht, die nie wieder rückgängig zu machen sind. Butcher macht unmissverständlich klar, dass kein Charakter unantastbar ist – nicht für den Feind, nicht für das Schicksal, nicht einmal für die eigenen Entscheidungen. In dieser Schlacht werden nicht nur Gebäude dem Erdboden gleichgemacht – hier gehen Ideale, Selbstbilder und ganze Lebenskonzepte in Flammen auf. Und was danach übrig bleibt, ist nicht nur eine verwüstete Stadt, sondern eine Welt, die nie wieder dieselbe sein wird. Besonders eindrucksvoll ist, wie es Butcher schafft, den kolossalen Maßstab dieser Schlacht spürbar zu machen, ohne dass die Figuren darin verloren gehen. Selbst inmitten titanischer Verwüstungen finden sich intime, leise Momente, in denen Harry mit seiner Verantwortung, seinem Schmerz und seinen Ängsten ringt. Diese Balance zwischen epischem Spektakel und charaktergetriebenem Drama macht „Titanenkampf“ zu einem Höhepunkt der Buchreihe. So beeindruckend das alles ist, kommt „Titanenkampf“ nicht ganz ohne Abzüge davon. Der Roman wirkt an manchen Stellen schlicht überwältigend — so viele Figuren, so viele Schauplätze, so viele Konflikte prasseln gleichzeitig auf den Leser ein, dass es fast unmöglich wird, alles vollständig aufzunehmen. Besonders wer die Vorgängerbände nicht mehr präsent hat, könnte sich zwischen den vielen Fronten etwas orientierungslos fühlen. Zudem bezahlt Butcher den Preis für seinen kompromisslosen Ansatz: Einige emotionale Verluste oder finale Konfrontationen hätten mehr Raum verdient, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Hier merkt man, dass dieser Band fast ausschließlich auf Höhepunkt getrimmt ist, ohne die Entfaltungspausen, die den Vorgänger so geprägt hatten. Das bedeutet für manche Leser: wenig Zeit zum Atemholen, aber auch wenig Gelegenheit, manche Szenen sacken zu lassen. „Titanenkampf“ ist die alles verschlingende Sturmflut nach dem langen politischen Gewitter von „Friedensgespräche“. Jim Butcher liefert hier eines der kompromisslosesten Urban-Fantasy-Schlachtenepos der letzten Jahre, das kaum Wünsche offen lässt. Die Story ist packend, die Action überwältigend, die Verluste schmerzhaft — und Harry Dresden beweist endgültig, dass er nicht nur ein sarkastischer Privatdetektiv ist, sondern ein echter Krieger mit Herz und Verstand.

Die dunklen Fälle des Harry Dresden - Titanenkampf
Die dunklen Fälle des Harry Dresden - Titanenkampfby Jim ButcherBlanvalet
29. Juli

"Titanenkampf" heißt der aktuellste (17.!)Roman in der Harry-Dresden-Serie und ist eigentlich der Teil II von "Friedensgespräche" . Das passiert wohl, wenn man es mit zu viel Epik zu tun hat, als dass ein einziges Buch damit umgehen könnte - und das ist keine Übertreibung. Dieser Roman lässt sich nur als explosive Action ohne Unterbrechung beschreiben, die nie nachlässt. Selbst die Handlung zusammenzufassen, ist schwierig, denn sie ist kaum mehr als eine Reihe von Schlachten, die direkt aufeinander folgen, während Harry Dresden und seine Verbündeten sich zu einem finalen Showdown gegen einen allmächtigen Feind zusammenschließen, der Chicago zerstören und alle Einwohner töten will. Und wenn ich sage "vereinen", dann meine ich damit, dass jeder, der in der langen Geschichte der Serie jemals in einem Dresden-Roman aufgetaucht ist, einen Auftritt zu haben scheint. Und dann kämpfen sie. Und sie kämpfen. Und dann kämpfen sie noch mehr. Nach einer Weile sieht alles weniger wie ein Krieg und mehr wie ein chaotisches Spiel von Super Smash Bros. aus. Mit anderen Worten: Es gibt keine nennenswerte Geschichte. Ich denke, das ist wahrscheinlich der Grund, warum mir dieses Buch nicht so viel Spaß gemacht hat, wie es hätte sein sollen. "Titanenkampf" ist der Beweis dafür, dass man tatsächlich zu viel des Guten haben kann, und obwohl ich Action genauso mag wie jeder andere, kann ich sie nur bis zu einem gewissen Punkt ertragen. Sobald sich die Konflikte ein wenig zu sehr wiederholen, wird mir langweilig, was ich bei einem Dresden-Roman nie erwartet hätte. Da es zwischen all der Aufregung kaum Pausen gab, musste ich mir meine eigenen Pausen schaffen, was wahrscheinlich der Grund dafür ist, dass ich so lange gebraucht habe, um dieses Buch zu lesen, weil ich es immer wieder weglegen musste. Das lag aber nicht daran, dass ich die Action schlecht fand, denn im Gegenteil, Jim Butcher ist ein Genie, wenn es darum geht, Kampfszenen aller Art zu schreiben, von ausgedehnten Schlachtsequenzen bis hin zu magischen Duellen unter vier Augen. Ich wollte mich wirklich auf all die Spannung und den Nervenkitzel einlassen, aber gleichzeitig brauche ich ein Gleichgewicht, das eine wirkliche Erzählung und die Entwicklung der Charaktere erfordert. Und damit komme ich zu meiner kleinen Kritik. Man muss Butcher zugutehalten, dass er versucht hat, Momente der Tiefe und des Tiefgangs einzubauen, aus denen unser Protagonist lernen und wachsen kann. Tatsächlich gibt es einen MASSIVEN Handlungspunkt, der dazu diente, dies zu erreichen. Und ich habe es gehasst. Ich habe es gehasst, dass es nur gemacht wurde, um Harry zu verletzen. Ich habe es gehasst, dass es als Vorbereitung für zukünftige Teile benutzt wurde. Gedanken wie "Warum darf Harry nie glücklich sein?" und "Er hat etwas Besseres verdient" schossen mir durch den Kopf, während ich mich mit der Tatsache abfand, dass das, was ich gelesen hatte, tatsächlich passiert war, und zwar auf diese "billige" Art und Weise, wie es passiert war. Ich will nur sagen, dass es mich ziemlich erschüttert hat, und ich kann mich nicht dazu durchringen, dem Buch eine höhere Bewertung zu geben, weil es mich so wütend und traurig gemacht hat. Dennoch kann niemand leugnen, dass es eine Wendung war, die den Verlauf der Serie für immer verändern wird, und ich bin bereit zu sehen, ob Butcher tatsächlich etwas Sinnvolles daraus macht. Zugegeben, es wird eine Menge nötig sein, aber trotz allem möchte ich ihm den Vertrauensvorschuss geben. Wenn das Ziel dieses Buches darin bestand, den Leser in Aufregung zu versetzen, dann ist ihm das sicherlich gelungen. Die Frage, ob man davon im Guten oder im Schlechten beeinflusst wird, ist jedoch umstrittener. Während einige von all der unerbittlichen Action und den zahlreichen Veränderungen beflügelt und inspiriert sein mögen, fühlte ich mich persönlich geistig und emotional erschöpft. Natürlich bin ich immer noch froh, dass ich das Buch gelesen habe und ich werde diese Serie auf jeden Fall bis zum Ende durchlesen, aber ein Teil von mir fühlte nach dem Ende von "Titanenkampf" trotzdem eine große Erleichterung. Trotz seiner Epik zählt dieser Teil nicht zu meinen Lieblingsbüchern, und ich bin eigentlich ganz froh, dass er nun hinter mir liegt, so dass ich mich auf eine neue Ära für Harry Dresden freuen kann, in der alles passieren kann. Und hoffentlich kommen noch 16 weitere Bücher, da es sonst in meinem Bücherregal etwas blöd aussieht

Die dunklen Fälle des Harry Dresden - Titanenkampf
Die dunklen Fälle des Harry Dresden - Titanenkampfby Jim ButcherBlanvalet
26. Apr.
Rating:3.5

Was für eine Reise... kaum zu glauben aber ich habe es endlich geschafft und bin in der Harry Dresden Reihe auf dem aktuellen Stand angelangt. Und ich weiß tatsächlich nicht, ob ich Jim Butcher eine bestimmte Entwicklung jemals verzeihen werde. Es könnte sogar sein, das ich beim nächsten Band entscheide, ob ich überhaupt weiter machen werde. Eigentlich war es meiner Meinung nach ein Fehler Band 16 und 17 zu teilen, da sie ohne einander nicht funktionieren. Im Gegensatz zu fast allen anderen Bänden der Reihe, kann man sie quasi nicht unabhängig voneinander lesen. (Gut es macht so oder so mehr Spaß, wenn man nicht einfach irgendwo in der Mitte beginnt und keine der Figuren wirklich kennt.) Dazu kommt, das ich immer mehr den Eindruck habe, das Butcher nicht mehr weiter schreibt weil er selbst möchte, sondern weil Fans und Verlag es erwarten. Teilweise schleicht sich meiner Meinung nach eine gewisse Lieblosigkeit ein. Ich glaube Butcher ist die Reihe über, weiß aber nicht wie er aufhören soll. Gleichzeitig gäbe es einmal mehr gute Chancen für Änderungen... allerdings hat Butcher schon mehrere Möglichkeiten gehabt, seiner Reihe echte neue Wendungen zu geben und diese nicht genutzt. Trotzdem bietet Battle Ground einiges das ich als Fan der Reihe mag. Vor allem die epischste Schlacht die Harry Dresden je zu bieten hatte. Und ich gebe zu, im Grunde wäre es eine gute Möglichkeit gewesen die Reihe nun einfach ab zu schließen. Doch Butcher schreibt laut eigenen Aussagen endlich an Band 18.

Die dunklen Fälle des Harry Dresden - Titanenkampf
Die dunklen Fälle des Harry Dresden - Titanenkampfby Jim ButcherBlanvalet