
Stellenweise etwas langatmig, aber so tiefgreifende High Fantasy Welten benötigen einfach umfassende Ausführungen. Durchzuhalten hat sich gelohnt, die verdrückten Tränen am Ende des Buches waren es mehr als wert. Ein großartiges Leseerlebnis.
Der zweite Band in der „Die Legende von Richard und Kahlan“ Reihe konnte mich nicht ganz so überzeugen wie der erste, was aber wirklich meckern auf ganz hohem Niveau ist. Der Autor hat in diesem Band weit ausgeholt und sehr ausschweifend Ereignisse aus der Vergangenheit beleuchtet. Diese Hintergrundinformationen waren vielleicht nicht alle essenziell, aber für diesen umfassenden Weltenaufbau wohl doch in seiner Gesamtheit wichtig und haben auf jeden Fall zu einem besseren Verständnis des großen Ganzen für den Leser beigetragen. Phasenweise war das Buch dadurch aber sehr langatmig und durch die Kapitel, in denen sich Richard mit der Hexenmeisterin Samantha in einer Höhle befindet und versucht alte Wandzeichen und -symbole zu entziffern, musste ich mich wirklich quälen. Aber, wie so oft bei High Fantasy, wurde ich am Ende für mein Durchhaltevermögen mehr als belohnt. Neue Feinde, blutige Auseinandersetzungen, überraschende Wendungen, unerwartete Ereignisse und neu gewonnene Freunde, nicht zu vergessen die emotionalen Erschütterungen und Verluste von liebgewonnen Charakteren, hier ist wirklich mit allem zu rechnen und ich persönlich kann nie genau sagen, wohin die Reise wohl als nächstes führen wird. Der Spannungsbogen in der hier von Terry Goodkind geschaffenen Welt, mit all seinen Ideen und Schöpfungen, wird stetig hoch gehalten. Auch wenn man als Leser mit der Zeit das Gefühl bekommt, dass Richard und Kahlan nie zur Ruhe kommen werden, weil sie Probleme und Bösewichte anziehen wie das Licht die Motten, wird ihre Geschichte und das Geschehen einfach nicht langweilig - 4 Sterne.

