The book and the story were alright; a bit long-winded. And while I really loved a couple of the characters, I disliked most of them with a passion. I just didn’t connect with them. I didn’t SEE them, for they were rather flat, preoccupied, egocentric, narrow-minded and without much compassion, without deep, understandable emotions of any kind. The protagonists simply didn’t cut it for me.
Ich bin verliebt! Ich bin verliebt in fiktive Charaktere, in ihre Verschrobenheiten, in die beiden klugen Mädchen Grace und Tilly, in herrliche Formulierungen und Wortmalerei – ich bin verliebt in ein wundervolles Buch einer mir bisher unbekannten Autorin. Ich weiß gar nicht, wo ich mit meiner Begeisterung beginnen soll. Da wäre zuerst dieser typisch englische Ort, in dem jeder wenn auch nicht jeden, so aber wenigstens seine nächsten Nachbarn kennt. Alle haben sie ihre Eigenarten und tragen ihre kleinen und größeren Lasten. Alle versuchen, diese Lasten zu verbergen. Sie wollen nicht zu einem Außenseiter werden wie Walter Bishop, einer unter, aber nicht einer von ihnen. Walter, den seine Nachbarn hassen, der zurückgezogen lebt, über den auch der Leser nicht viel erfährt, ist Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte und der Schlüssel zu dem großen Mysterium, das alle anderen verbindet und das sie alle fürchten. Doch nicht nur die Figuren sind hervorragend gezeichnet. Auch der Sprachstil und die gelungene Übersetzung machen das Lesen zu einem Genuß! Hier gib es „schlecht gelaunte Haare“, ein Zimmer, das aussieht, „als hätte man es mit einem Eisportionierer ins Haus gelöffelt“, ein anderes, das „matt und unglücklich“ wirkte. Wunderbar! Ich konnte von einigen Sätzen gar nicht genug bekommen und habe sie immer und immer wieder gelesen. Trotz dieser Leichtigkeit, die Joanna Cannon über die Seiten legt, ist es ein ernsthaftes und wichtiges Thema, das sie beleuchtet. Es ist die Angst vor dem Alleinsein, dem nicht dazu gehören, der Andersartigkeit – eine Angst, die schon im Kleinen beginnt und zu etwas ganz Großem heranwachsen kann, wenn niemand den Mut hat, nach der Wahrheit zu suchen. „Der Sommer der schwarzen Schafe“ ist eins der Bücher, das ich digital gelesen habe und nun als Hardcover kaufen werde, um mir die Figuren und ihre Geschichte greifbar nach Hause zu holen. Ich möchte nicht, dass sie zwischen Bits und Bytes verschwinden 🙂 Für mich ist es das bisher beste Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe und eigentlich verdient es weit mehr als fünf Sterne.
1976. Der heißeste Sommer aller Zeiten in einer englischen Kleinstadt. In diesem Sommer verschwindet Mrs. Creasy. Alles tuschelt. Ist sie aus freien Stücken gegangen oder ist sie Opfer eines Verbrechens geworden? Die beiden Mädchen Grace und Tilly beschließen, das Verschwinden von Mrs. Creasy aufzuklären und nebenbei noch Gott zu finden. Eine wunderschöne Sommergeschichte mit skurrilen Menschen, mit viel Liebe und Humor geschrieben.
„Der Sommer der schwarzen Schafe“ von Joanna Cannon ist 2017 im Limes Verlag erschienen. Zum Inhalt lt. Verlagshomepage: Eine ganz normale Straße in einer ganz normalen Vorstadt irgendwo in England. Als während eines ungewöhnlich heißen Sommers Mrs. Creasy verschwindet, wird hinter verschlossenen Türen und vorgehaltenen Händen getuschelt. Ist sie aus freien Stücken gegangen? Oder wurde Mrs. Creasy Opfer eines Verbrechens? Die beiden Mädchen Grace und Tilly beschließen, die Sache aufzuklären. Sie klopfen an Türen, stellen Fragen – und kommen dabei einem ganz anderen Geheimnis auf die Spur. Jeder hier scheint etwas verbergen zu wollen. Und als die Hitze immer drückender wird, drängt eine lange vergrabene Wahrheit ans Licht, die für alle Bewohner Konsequenzen haben wird … Was kann ich zu diesem Buch sagen, ohne zu spoilern oder sonst irgendwie zuviel von all den Geheimnissen, Abgründen oder der Verselbstständigung von Vorurteilen zu verraten? „Es liege an der Hitze, hatte Mr. Forbes gesagt, als er sie mit einer Tasse Tee und der Fernsehzeitschrift wieder ins Haus holte. „Warum geben die Leute der Hitze die Schuld an allem?“, fragte Tilly. „Weil es leichter ist.“ „Leichter als was?“ „Leichter als den anderen die echten Gründe zu sagen.“ Die Autorin, die hier ihren ersten Roman vorlegt, erzählt aus wechselnden Perspektiven und Zeitebenen eine Geschichte, die vordergründig von den Bewohnern einer typischen englischen Kleinstadt erzählt. Zunächst scheint alles, trotz des Verschwindens von Mrs Creasy, recht idyllisch und harmonisch. Blickt man jedoch hinter die Fassade, sieht man die Abgründe und durch etliche Andeutungen wird langsam deutlich, dass so einige der Bewohner ihre Geheimnisse haben. Dabei gelingt es Cannon, ihre Andeutungen so zu streuen, dass man als Leser zwar doch bald meint zu ahnen, was passiert sein könnte. Trotzdem bleibt es undurchsichtig. Und im letzten Drittel schafft dieses Buch es, mich vollkommen zu überraschen und im positiven Sinne umzuwerfen. „Wir müssen doch was tun.“ „Eine Hexenjagd?“ „Wenn es sein muss, ja, eine Scheißhexenjagd.“ Cannon schreibt mit typischem britischen Humor – oft sehr schwarz und oft hintergründig und nicht gleich als solcher zu erkennen. Sprachlich ist dieses Buch für mich oft ein Wechselspiel zwischen heller Begeisterung und leichtem Angenervtsein, da ich immer wieder Schwierigkeiten damit habe, wenn etwas aus Sicht von Kindern erzählt wird. Allerdings rutschen die zwei dadurch in die Rolle von Beobachterinnen, die das ganze wiederum auch sehr interessant macht. Freunde von englischer Literatur werden an diesem Buch ihre helle Freude haben. Der Autorin ist es sehr gut und eindringlich gelungen, das Wechselspiel einer Gemeinschaft mit all ihren Tiefen und Höhen darzustellen. Auf dieses Buch und seine Charaktere muss man sich einlassen können – dann wird man es lieben …



