Royale Langatmigkeit
Bex macht ein Austauschjahr an der Uni in England und wird zufällig ins gleiche Wohnheim einquartiert, wie der Kronprinz der Royals. Ein entspannter Liebesroman, der sich über 700 Seiten erstreckt. Abgesehen von der sehr hohen Wahrscheinlichkeit, dass eine einfache amerikanische Austauschstudentin vermutlich niemals einfach zwei Zimmer neben dem englischen Kronprinzen an der Universität leben würde, mochte ich den Anfang vom Buch wirklich gerne. Wir lernen Bex als eine starke Jugendliche kennen, die sich nicht von der royalen Abstammung ihrer Mitstudierenden einschüchtern lässt. Die Kennenlernphase ist wirklich schön gestaltet. Realistisch, langsam, über den Umweg einer Freundschaft entsteht eine nette Romanze mit einigen Hürden. Es gibt im Buch keine ausschweifenden spicy Szenen, die wegen haarsträubender Synonyme und 20 Seiten Detailbeschreibung übersprungen werden mussten, was ich persönlich gut finde. Das Leben der Royals wird nicht am laufenden Band romantisiert, was ich für einen Liebesroman mit royalen Thema wirklich außergewöhnlich finde. Aber für mich hören die positiven Aspekte des Buches damit auch schon auf. Die Entwicklung fast aller Charaktere, insbesondere von Bex, ging für mich völlig in die falsche Richtung, das Buch hatte unfassbare Längen, in denen eigentlich nichts passiert ist, unter anderem dem geschuldet, dass die Protagonisten an zwei verschiedenen Enden der Welt waren. Die Konflikte, die zum Ende der Geschichte aufgetreten sind, wurden eigentlich gar nicht aufgelöst, das Ende war nach 700 Seiten noch viel zu offen und was das 'Bonuskapitel' nach dem Ende dann noch sollte, erschließt sich mir überhaupt nicht. Die Geschichte hätte in 400 Seiten locker zuende erzählt sein können, wenn weniger mit Füllmaterial gearbeitet worden wäre. Wenn das Ende genau so sein sollte, okay, aber dann hätte das Bonuskapitel gerne ersetzt werden können durch die Beantwortung der Frage, vermutlich aller Lesenden, die über die letzten 100 Seiten als große Kernfrage im Mittelpunkt stand, aber eigentlich bereits ab Seite 1 im Raum war. Insgesamt war die Geschichte nicht schlecht, die Idee eine schöne, wie gesagt, dass das Leben der Royals nicht kitschig und realitätsfern romantisiert wurde, fand ich persönlich fantastisch. Dennoch bleibt es aufgrund einiger Schwächen nur mittelmäßig.












