30. Sept.
Mondlicht, Schwerter und Drama pur
Rating:5

Mondlicht, Schwerter und Drama pur

Mondlicht, Schwerter und Intrigen – klingt schon nach der perfekten Mischung, oder? Genau das serviert Lian Hearn hier wieder in epischer Breite. Band drei bringt alles, was man sich als Fan dieser Reihe nur wünschen kann: große Emotionen, noch größere Schlachten und diese ganz spezielle Spannung, die einen nachts wachhält, weil man einfach noch ein Kapitel lesen muss. Takeo ist wieder mittendrin, irgendwo zwischen Prophezeiung, Pflicht und Herz. Und während er sich mit einer Armee an Feinden rumschlagen darf, kämpft Kaede auf ihre ganz eigene Weise – stark, klug, verletzlich und trotzdem voller Feuer. Das Schöne ist: hier gibt es keine Nebenfigur, die nur Statist ist. Selbst die kleinsten Auftritte haben Gewicht, und jeder Zug in diesem Schachspiel der Clans könnte das Ende oder den Triumph bedeuten. Manchmal dachte ich mir: Mensch, Junge, warum machst du es dir so schwer? Aber genau dieses Hin- und Hergerissensein macht Takeo so verdammt menschlich. Und diese Balance zwischen epischem Kino und emotionalem Tiefgang ist es, was die Reihe so einzigartig macht. Hier knallt es eben nicht nur auf dem Schlachtfeld, sondern auch im Herzen. Die Beschreibungen? Einfach grandios. Du liest von einem Bambuswald oder einem Mondaufgang, und plötzlich sitzt du gedanklich mit einem Katana auf der Schulter mittendrin. Alles wirkt so lebendig, dass ich mir mehr als einmal wünschte, jemand würde endlich eine hochwertige Serie oder einen Film daraus machen. Kurz gesagt: Wer Action, Romantik und eine Prise Schicksalsdrama in asiatischem Setting liebt, bekommt hier das volle Paket. Band drei ist kein Lückenfüller, sondern ein echtes Highlight, das zeigt, wie gut Fantasy funktionieren kann, wenn Herzblut, Spannung und Style zusammenkommen. Hut ab, Frau Hearn – das ist Kopfkino vom Feinsten!

Der Clan der Otori. Der Glanz des Mondes
Der Clan der Otori. Der Glanz des Mondesby Lian HearnFischer Sauerländer
15. Okt.
Rating:5

Mein Favorit der Reihe.

"Der Glanz des Mondes" bildet den Abschluss der Reihe um Takeo (ich weiß, dass es noch weitere Bände in dem Universum gibt, die teilweise auch unmittelbar mit dieser Geschichte gekoppelt sind, aber für mich liest sich das Buch wie das Ende einer Trilogie). Es setzt im Prinzip direkt am Ende des zweiten Bandes an und führt die Erzählung über sehr viele Wirrungen und Intrigen zu einem Ende, das mir persönlich gut gefallen hat - ebenso wie der Weg dahin. Wie üblich ist die in dem Buch eingefangene und übermittelte Atmosphäre genau richtig, um das Setting in einem, dem mittelalterlichen Japan nachempfundenen Land, wiederzuspiegeln, aber auch die Hoffnungslosigkeit, der die Protagonisten über Teile des Buches gegenüber stehen. Persönlich war für mich die Interaktionen und Verhältnisse der beschriebenen Figuren (Haupt- wie Nebencharaktere) ein weiteres heraustechendes Merkmal des Buches (bzw. eigentlich der gesamten Reihe), die ich sehr genossen habe. Insgesamt ein gutes Lesevergnügen, bedingt durch viele, auch kleinere Plotwists, die der Geschichte die nötige Spannung geben, ohne die zuvor beschriebene Atmosphäre zu zerstören. Weil mir das Ende gefallen hat, war es für mich der stärkste Teil der Reihe und es gibt wenig zu meckern.

Der Clan der Otori. Der Glanz des Mondes
Der Clan der Otori. Der Glanz des Mondesby Lian HearnFischer Sauerländer