Vorweg: ich hab das Buch gerne gelesen, den Stil mochte ich und die Beschreibungen der Landschaften waren toll, man konnte sich alles wirklich gut vorstellen.
Dennoch hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, die Geschichte schon zu kennen - sie erinnert mich ziemlich an Sarah Larks „Die Insel der tausend Quellen“.
Surinam - der Klang des Namens der kleinen niederländischen Kolonie schwankt zwischen wundervoll exotisch und bedrohlich, ebenso wie das Buch.
Es gibt eine abwechslungsreiche Fauna und eine scheinbar nie erschöpfende Flora. Da tummeln sich Wasserschweine an den wildromantischen Flussläufen und aufgeweckte Affen in den dunklen Baumwipfeln. Riesige Schmetterlinge rauschen über den Köpfen hinweg und ein Oppossum kann einen mächtig erschrecken! Von den verworrenen Wurzeln der Mangrovenbäume bleibt man ebenso gegeistert zurück wie von dem schweren, süßlichen Duft der Orchideen, der den Buchstaben zu entströmen scheint. Und spätestens von den zarten und wunderhübschen Blüten der Orangenbäume wird die Leserin restlos verzaubert.
Andererseits wimmelt es dort aber auch vor Moskitos, die durch das feuchtheiße Klima eine schier unendliche Zahl annehmen und schlimme Krankheiten übertragen können. So werden viele Kolonialisten von den immer wiederkehrenden Fieberschüben, der Malaria, dem Gelbfieber oder gar der Lepra dahingerafft. Das Land selbst scheint sich gegen die Kolonialisierung, die Plantagenwirtschaft und die unmenschliche Behandlung der Sklaven zu wehren.
Auch Frauen wurden zur Kolonialzeit, ebenso wie Sklaven, als Besitz der Männer angesehen, und so haben es unsere Heldinnen nicht leicht. Ihre Reise zu begleiten war äußerst spannend, die etwas mehr als 700 Seiten fliegen nur so dahin. Große Gefühle und die Begeisterung für das exotische Land wechseln sich mit Gewalt und Verzweiflung ab. Dabei ist der Erzählstil der Autorin flüssig, durch niederländische Einflechtungen authentisch und unglaublich lebendig. Einzig die immer wiederkehrenden Parallelen in den einzelnen Handlungssträngen haben mich gestört. Und so erhält der Roman von mir 4 von 5 im dunklen surinamischen Nachthimmel ganz strahlenden Sternen
Nicht nur die Autorin war traurig, Julie und ihre Welt am 01. Juli 1863 zu verlassen...
Prächtiger Historienroman perfekt in Szene gesetzt in Südamerika
Julie verliert ihre Eltern als sie noch ein Kind ist. Ihr Onkel ist ab jetzt für sie verantwortlich, der sie auch direkt in ein Internat weit weg von der Familie schickt.
Als sie kurz vor ihrem 18. Geburtstag steht, stellt sich für alle die Frage, was mit ihr geschehen soll. Während Julie gerne Lehrerin werden würde, plant die Familie ihres Onkels viel mehr sie loszuwerden. Doch die üppige Mitgift lässt sie zögern. Als ein Lieferant aus Surinam nach Amsterdam kommt um seine Ausstände bei Julies Onkel einzufordern, beschließt man kurzerhand die junge Julie gegen die offenen Posten einzutauschen. Karl Leevken kommt dieses Arrangement recht gelegen, denn die goldenen Zeiten der Kolonien und Plantagen neigt sich dem Ende zu.
Erst verheiratet, reist das Paar nach Surinam und Südamerika. Karl entpuppt sich als brutal und bösartig. Doch Julie findet sich ein. In das neuer Land, ihr neues Leben und auf der Plantage auf der noch immer Sklaven mit harter Hand gehalten werden und Zuckerrohr schlagen. Sie erlebt viel Neues und deckt Geheimnisse auf.
Eine prächtige Geschichte mit tollen Bildern und einer interessanten Geschichte. Ab und an wird der Umgang mit den Sklaven erschreckend realistisch beschrieben und lässt eine schwer glauben, dass es mal in Ordnung war so mit anderen Menschen umzugehen. Eine gute Geschichte die sich lohnt zu lesen.
Mein erster historischer Roman und ich muss sagen ich bin begeistert. Er ist wirklich wundervoll geschrieben, die Art und Weise wie die Autoren beschreibt hat mich in den Bann gezogen. Die Geschichte an sich ist echt interessant und faszinierend.
Das einzige was mich ein klein wenig gestört hat war das vorwegnehmen der Autorin, dass noch etwas mit dieser Situation passieren wird. Schwer zu erklären, aber das tut dem Buch nichts ab. Demnach sehr zu empfehlen.