Das ist keine Liebesgeschichte. Das ist keine Romance. Es ist eine verdammte Dystopie. Eine gut getarnte, denn die meisten Bewohner halten es für eine Utopie oder zumindest sehr nah dran. Es ist erschreckend wie die Frauen in der forschungseinrichtung von den Probanden reden im besonderen von diesen einem speziellen. Natürlich geht es auch ein bisschen um den Alltag der Protagonistin nicht nur um die Gespräche mit dem Insassen aber alter Schwede warum zur Hölle war dieses Buch in der Rubrik Liebesromane gekennzeichnet.... Naja ok der Untertitel klingt bissle so... 4,5*
Eine Welt ohne Männer oder zumindest die Zivilisation ohne Männer. Passiert ist das ganze angeblich weil die Welt zu voll war und die Regierungen einen Lösungsweg eingeschlagen haben der nach hinten losgegangen ist. Man wollte die Population eindämmen und hat ein Virus verbreitet dass Männer unfruchtbar macht, vor allem natürlich in den ärmeren Region der Welt. In Europa und anderen wohlhabenderen Regionen wurde zeitgleich ein gegenmittel verteilt alles unauffällig natürlich. Das Virus hat nur leider mehr getan als Männer unfruchtbar zu machen. Viele Menschen sind gestorben sogar sehr viele, Thanos wäre stolz auf das Virus so viele sind gestorben. Das einzige was mich an dieser Ausgangssituation extrem irritiert hat, ist das es um 2040 rum also gar nicht so weit weg zeitlich passiert sein soll und zwar weil die Männer das geplant haben. Also die Männer in den Regierungen und wohlhabende Männer und einfach Leute mit Macht und Einfluss. Aber als ob die Männer zu dem Zeitpunkt sich einen Plan ausgedacht haben, der die reproduktivität von Männern eindämmt. Seit Generationen werden ständig neue verhütungsmittel für Frauen erforscht und entdeckt oder erfunden und bei Männern lässt man das sein weil da gibt's ja zu viele nebenwirkungen lass das mal lieber die Frauen händeln. Also entweder ist es irgendwie so eine logiklücke für mich zumindest, denn natürlich wäre es sinnvoller das männliche Geschlecht zu stoppen weil das quasi immer fruchtbar ist und nicht wie die Frauen nur ein paar Tage im Monat aber wenn der ganze Scheiß ungefähr zwei jetzt Zeit passiert sein soll nie im Leben. Nie im Leben. Oder es kommt halt raus dass die Frauen die Geschichte umgeschrieben haben um selbst besser dazustehen weil in Wirklichkeit die das Virus entwickelt haben und zwar um Männer zu töten und es war gar kein Unfall oder irgendwie so. Würde mich nicht wundern, ich habe auch so die Vermutung dass noch andere Dinge nicht so sind wie behauptet. Mal abgesehen davon dass manche Dinge definitiv nicht so sind wie behauptet. Die Angestellten in den Einrichtungen sagen fast wortwörtlich Dinge über menschliche Wesen, Männer, wie in unserer aktuellen Zeit über Tiere für Massentierhaltung oder die Forschung gesprochen wird. Denn die Protagonistin fragt sich zu Recht ob die Männer denn glücklich sein können und bekommt zu Antwort, dass die es ja nicht anders kennen und ansonsten ja auch gar nicht mehr am Leben wären. Was ist noch schlimmer macht, dass dieser eine besondere Mann es eben noch anders kennt weil er draußen geboren wurde gefangen wurde und wie ein Alien gefangen gehalten wird. Regelmäßig wird auf all das aufmerksam gemacht was die Männer den Frauen jahrhundertelang angetan haben was Sie uns in unserer aktuellen Welt auch immer noch antun. Diese schrecklichen Dinge von schrecklichen Menschen begangen werden als Ausrede benutzt männlichen Wesen Empathie abzusprechen. Es wird so getan als wären Männer Menschen zweiter Klasse und nicht so viel wert wie Frauen und dass der Schutz der Frauen über allem steht. Es scheint gesellschaftlicher Konsens zu sein, dass Männer von Grund aus brutal und niederträchtig sind. Es gibt so viele gute Dinge in der Gesellschaft die hier geschrieben wird, aber manche gehen halt auch mit schlechten Dingen einher und andere werden offensichtlich missbraucht von denjenigen die die Macht inne haben. Die Antragstellung zur Schwangerschaft ist vielleicht ein wenig übertrieben andererseits wäre es vermutlich nicht schlecht wenn Familien oder auch Singles falls genügend finanzielle Rücklagen vorhanden sind, sich mehr damit auseinandersetzen würden was es bedeutet ein Kind zu haben und es großzuziehen. Und das bestenfalls bevor man schwanger wird. Der informationsfluss hingegen ist erschreckend.
