Sprachkunst trifft moralischen Verfall
Das Bildnis des Dorian Gray hat mich überrascht. Wie viele Klassiker zeigt der Roman einen deutlich raffinierteren Umgang mit Sprache, als man ihn heute oft findet, und entfaltet gerade dadurch seinen besonderen Reiz. Handlung: Die Handlung entwickelt sich schnell und wirkte auf mich stellenweise etwas verwirrend. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass genau das beabsichtigt ist, um Dorians Entwicklung und seinen zunehmenden moralischen Verfall zu unterstreichen. Die Geschichte lebt vor allem durch ihre Atmosphäre. Schreibstil: Beim Schreibstil merkt man deutlich, dass Sprache hier als Kunst verstanden wird. Viele Passagen sind sehr bildhaft und voller kluger Beobachtungen, sodass man sich Zeit nehmen möchte, um sie auf sich wirken zu lassen. Charaktere: Dorian mochte ich anfangs sehr, weshalb sein Wandel umso packender war. Zu beobachten, wie seine Seele immer mehr verfällt, während sein Äußeres unverändert bleibt, macht einen großen Teil der Faszination des Romans aus. Setting: Besonders gefallen hat mir das Setting in der britischen High Society. Die Welt aus Luxus, Müßiggang und gesellschaftlichen Konventionen bildet den perfekten Hintergrund für die Geschichte. Tropes: Das Bildnis als Spiegel der Seele, Pakt mit dem Teufel, The Fallen Hero Fazit: Insgesamt halte ich Das Bildnis des Dorian Gray für absolut lesenswert. Der Roman verbindet sprachliche Eleganz mit einer zeitlosen Geschichte über Schönheit, Moral und Selbstzerstörung. Trotz seines Alters wirkt vieles überraschend modern und regt auch heute noch zum Nachdenken an.























































