5. Mai
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Rating:3

„Geistergeschichten aus aller Welt“ klang für mich nach einem Volltreffer. Düsteres Cover, internationale Folklore, kurze Spukgeschichten für zwischendurch. Am Ende war meine Begeisterung etwas verhaltener, was bei solchen Sammlungen natürlich nicht ungewöhnlich ist. Was mir tatsächlich sehr gut gefallen hat, waren die Randnotizen, Begriffserklärungen und kulturhistorischen Anmerkungen. Die Hintergründe zu Aberglauben, Figuren und Motiven sind oft spannender als manche der Geschichten selbst. Solche Einblicke machen die Sammlung aber noch wertvoller, finde ich. Inhaltlich bietet das Buch eine breite Mischung. Von märchenhaft über klassisch-literarisch bis hin zu folkloristisch. Von manchen Geschichten oder Figuren habe ich noch nie etwas gehört, z.B. „Die Vampirkatze“ oder „Die schwarze Prinzessin“. Es ist wirklich eine tolle Sammlung, Anspruch und Spannung schwanken aber deutlich. Manche Geschichten sind total atmosphärisch, andere eher trocken oder abrupt. Durch die Kürze der Texte ist es für mich kein Buch, das man in einem Rutsch liest, sondern das man immer mal wieder zwischendurch zur Hand nehmen kann. Ich liebe übrigens das Cover sehr. Das Bild basiert auf einem Werk von Eugène Grasset (1845–1917), und das Original trägt den Titel „Three Women and Three Wolves“. Insgesamt würde ich es als Lektüre für zwischendurch durchaus empfehlen, da es einfach super interessant ist, welche Geschichten sich die Menschen seit Jahrhunderten überall auf der Welt erzählen.

Geistergeschichten aus aller Welt
Geistergeschichten aus aller Weltby Anaconda Verlag