Eine sympathisch Ermittlerin kehrt nach ihrer Scheidung in ihr Heimatdorf zurück. Spannende Handlung, viel Lokalkolorit und ein düstere Geheimnis fesseln bis zum Ende, da allerdings kommen viele Handlungsstränge zu schnell zusammen.
Wendungsreicher, raffinierter Regionalkrimi, der in die Vergangenheit führt - spannend, manchmal humorvoll, dennoch sehr packend - zum Schluss hin waren es mir ein paar Schleifen zu viel - ansonsten ist alles top für mich!
Inhalt:
Chefinspektorin Franziska Fürst kehrt nach einer gescheiterten Ehe wieder in ihre Heimat nach Schöder, einer kleinen Gemeinde im Bezirk Murau in der Steiermark, zurück. Noch nicht richtig im Dienst, bekommt sie es mit einem Unfall, der sich am Günster Wasserfall ereignet hat, zu tun. Lehrerin Marion Leitner soll dort abgestürzt sein. Doch glauben kann das weder Franziska noch die Freundinnen von Marion. Diese hat nämlich Höhenangst und den Wasserfall mit seinen Stiegen gemieden wie die Pest. Leider kann Marion nicht befragt werden. Die liegt nämlich im Koma. Und dann kommt es zu weiteren Vorkommnissen........
Leseeindruck:
"Wasserfallsturz" hat ein düsteres, in Grautönen gehaltenes Cover. Ein erster Hinweis, dass der aktuelle Fall mit einem Ereignis aus der Vergangenheit zusammenhängt. Ich liebe so etwas ja. Von Anfang an war ich mittendrin. Die Figuren wirken authentisch und das Dorfleben ist anschaulich beschrieben. In manchen Dialogen wird Dialekt gesprochen. Der war auch für mich gut verständlich und hat meinen Lesefluss nicht gestört. Im Gegenteil. Das hat die Geschichte erst lebendig gemacht. Neben der Handlung in der Gegenwart gibt es ab und an Kapitel aus der Vergangenheit. Hier kommt eine Esther zu Wort, über die man nach und nach mehr erfährt. Esther ist Jüdin und muss miterleben wie ihre Welt nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten langsam zusammenbricht. Lange habe ich gerätselt was das mit dem aktuellen Fall zu tun hat. Dann gibt es noch Kapitel von Marion. Diese liegt zwar im Koma, lässt aber ihre Gedanken schweifen. Je weiter die Geschichte fortgeschritten ist, umso mehr Zusammenhänge taten sich auf. Irgendwann hatte ich eine leise Ahnung wer involviert sein könnte. Das ganze Ausmaß wurde mir aber erst am Ende bewusst. Da überschlagen sich die Ereignisse und plötzlich gibt es eine Situation, die mich verwirrt hat. Ab hier hatte ich ein paar kleine Probleme beim Lesen. Egal, denn der Krimi konnte mich gut unterhalten.
Fazit:
"Wasserfallsturz" hat alles was ich von einem Regionalkrimi erwarte. Authentische Figuren, Lokalkolorit und einen Fall, der das ganze Ausmaß erst nach und nach offenbart. Besonders gut haben mir die Kapitel, die in die Vergangenheit führen, gefallen. Man konnte alles wichtige lesen. Gleichzeitig wurde sich hier nur auf das wesentliche konzentriert und das Thema nicht zu ausschweifend erörtert. Das fand ich gut gelungen. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung.
Die Polizistin Franzi Fürst zieht von Wien zurück in die steirische Provinz. Mit allerlei Sorgen und Nöten im Gepäck, zieht sie in ihr Heimatdorf zurück. Doch lange währt die Dorfidylle nicht. Franzis ehemalige Lehrerin liegt nach einem Sturz am Wasserfall im Koma und irgendwer versucht zu verhindern, dass sie wieder aufwacht. Kann Franzi ihren ersten Fall in ihrer neuen Heimat lösen ohne dass noch mehr Unheil passiert?
Das Buch hat eine ganz tolle Haptik und einen super schönen Farbschnitt. Auch die Landkarte im Innendeckel ist hilfreich. Allgemein wurde das Buch mit viel Liebe gestaltet.
Schon beim lesen des Prologes bekommt man gleich ein beklemmendes Gefühl. Der eindringliche Schreibstil führt sofort zu einer Gänsehaut. Der österreichische Dialekt zwischendurch verleiht der Geschichte zusätzlich Authentizität.
Die Spannung wird nach und nach aufgebaut und hält sich bis zum Schluss. Neben der Spannung und der immer zu während Frage was passiert als nächstes, erhöhen die kurzen Kapitel stets das Lesetempo.
Franziska ist super sympathisch und hat gerade einiges zu stemmen. Auch Max ist super sympathisch und zusammen mit Franzi ein tolles Team und auch das Privatleben von Franzi wurde so unkompliziert und locker in die Geschichte eingebaut. Ich bin nämlich kein Fan davon wenn Autoren zwanghaft versuchen das Privatleben der Ermittler in die Geschichte mit einzubauen. Das nimmt dann meistens Überhand und lenkt vom eigentlichen Fall ab. Allgemein haben mir eigentlich alle Charaktere unheimlich gut gefallen (egal ob sympathisch oder nervig).
Insgesamt ist die Geschichte sehr unterhaltsam und kurzweilig.
Fazit: Ein mega spannendes, berührendes und tiefgründiges Buch. Ich bin ein großer Fan von historischen Hintergründen in Krimis und Thrillern und die Mischung in diesem Buch hat mir unheimlich gut gefallen. Man konnte zwar im letzten Teil des Buches schon erahnen, wer hinter der Tat steckt, aber wie alles miteinander verstrickt ist kam erst am Schluss so richtig raus und alle Fragen wurden beantwortet.
Das Nachwort war sehr aufschlussreich und man erfährt nochmal einiges mehr über die genauen Hintergründe und auch Beweggründe der Autorin.
Die nachfolgenden Generationen können nichts mehr für die Taten ihrer Vorfahren. Aber sie können dafür sorgen, dass so etwas nie wieder geschieht und auch nie in Vergessenheit gerät.
Ein gelungener Regionalkrimi, der dem Lesenden die Region Steiermark, den Dialekt und die Eigenheiten, der dort lebenden Menschen gut vermittelt.
Ermittelt wird natürlich auch. Franziska Fürst, die Pferdefranzi, hat es nicht nur mit zwei Mordversuchen, Wanderschmierereien und toten Schafen zu tun, sondern auch mit einem traurigen Blick in die Vergangenheit des Dorfes.
Die vielen Handlungsstränge werden ganz langsam miteinander verbunden. Man ahnt recht zeitig, wer es war, aber die genauen Umstände erfährt man erst im letzten Drittel des Buches. Die Autorin erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, die nach und nach ein Gesamtbild entstehen lassen. Das Zusammenleben im Dorf, der Zusammenhalt unter den Dorfbewohnern, aber auch das Aufrechterhalten der Fassade gegenüber den Nachbarn und die langjährigen Animositäten werden sehr deutlich beschrieben. Neben dem Fall muss sich Franziska auch mit ihren Vater und den beiden Kindern (inkl. eines Pubertiers) auseinandersetzen. Nach ihrer Scheidung müssen sich alle erst einmal wieder neu orientieren. Dass der Vater der Kinder sich nun ausgerechnet nach Graz versetzen lassen hat, macht die Situation für Franziska nicht leichter.
Die Autorin schafft eine gute Balance zwischen Ermittlungsarbeit und Privatleben. Auch lässt sie manches noch offen, so dass man sich auf eine Fortsetzung mit Franziska Fürst freuen kann.
Seit ihrem Sturz beim Günster Wasserfall liegt die Lehrerin Marion Leitner im Koma. Chefinspektorin Franzi Fürst und auch die Familie der Lehrerin glauben nicht an einen Unfall. Aber wer könnte ein Interesse haben sie zu ermorden? Die Spuren führen in die Vergangenheit.
Der Schreibstil ist leicht, bildhaft und zügig zu lesen. Die Protagonisten passen sehr gut in diesen Krimi hinein und der Spannungsbogen verläuft dabei genau richtig.
Fazit: Die Handlung des 62 Kapitel langen Buches spielt sich in der Steiermark im Dorf Schöder und im Nachbarort Murau ab. Der Dialekt kommt ab und zu zum Vorschein. Die Atmosphäre in dieser Story ist meiner Meinung nach ruhig und etwas dichter und ich hatte das Gefühl dass sie im letzten Drittel auch bedrückener wurde. Ich kam sehr gut in diesen Krimi hinein da mir der Schreibstil der Autorin sehr entgegen kam. In einigen Kapiteln wird es tragisch weil die Story dann von Marion Leitner und ihren Gedanken berichtet die ja im Wachkoma liegt. Die Story erzählt auch von Esther einem jüdischen Mädchen. So wurde dieser Krimi während des lesens immer komplexer und für mich persönlich wurden es drei Handlungsstränge die sich zum Ende hin miteinander verbinden. Diese Story die bis in die Wirren des zweiten Weltkrieges hineinreicht wurde für mich persönlich immer spannender und fesselnder zu lesen. Schuld, Freundschaft, Rache und Neid machen diesen Krimi zu einem aufregenden Leseerlebnis. Immer deutlicher zeichnet sich während des lesens ein Drama ab das mich mehr und mehr in seinen Bann schlug. Im letzten Drittel und auch schon davor zog die Spannung immer mehr an so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Diese Story ist meiner Meinung nach fesselnd, ereignisreich und unterhaltsam geschrieben. Ich vergebe für diesen vielschichtigen Krimi der viel Lokalkolorit beinhaltet sehr gerne fünf Sterne.