"Cordelia sah das Pferd zuerst. Es stand an die Außenwand eines Gasthauses gelehnt, als hätte es gesoffen, und schaute leer in die von einer Unzahl Sterne perforierten Nacht." So beginnt die außergewöhnliche Geschichte von Maja, ihrer Nichte Cordelia und dem Pferd, welches später den Namen Isodora bekommen wird. Und es ist genauso skurril, wie der Anfang vermuten lässt. Wer nimmt denn einfach, mitten in der Nacht, ein herrenloses, müdes Pferd mit zu sich nach Hause in den Garten, "dessen Körper ein raumgreifendes Mahnmal für alles, was ihr widerfahren war" war? Was sich aus diesem Beginn entwickelt erinnert an "Die Farm der Tiere". Gerne möchten die beiden Frauen, die sowieso schon eine ungewöhnliche Wohngemeinschaft pflegen, die überarbeiteten Tiere dazu bewegen zu streiken. Die Hühner sollen keine Eier mehr legen müssen und Schweine laufen auf einmal auf der Straße herum. Langsam übernehmen Heu und Stroh auch die Herrschaft im Haus. Die Katze der Nachbarinnen kommt immer häufiger zu Besuch und nach einem Waldspaziergang vollendet ein Beagle die ungewöhnliche WG. Ich habe dieses Buch und die Idee dahinter unheimlich gerne gelesen. Die pointierte Art zu Schreiben und Situationen zu spitzfindig auf den Punkt zu bringen, feiere ich sehr. Einzig ein paar kleinere Längen hindern mich daran 5 Sterne zu vergeben., ansonsten....großartig!!
Ich war sehr begeistert von der Idee, hätte mir aber noch mehr Gesellschaftskritik gewünscht hier!
Maja lebt mit ihrer Nichte Cordelia zusammen in ihrem Haus. Eines Tages finden sie ein herrenloses Pferd und nehmen es mit nach Hause. Nach und nach kommen noch ein paar andere herrenlose Tiere auf verschiedenen Wegen zu den beiden und beschließen zu bleiben. Der Schreibstil ist super fließend und humorvoll, das Buch mit insgesamt 250 Seiten auch eine angenehme Länge. Durch das unkonventionelle Familienmodell von Maja und Cordelia, Majas Beruf und die Tatsache, dass sie mehrere ihnen zugelaufene Tiere im Haus und Garten aufnehmen, entsteht eine interessante Dynamik. Die Idee des Vereins, der sich für das Streikrecht der Tiere einsetzt, finde ich spannend. Auch die Beziehung zwischen Maja und ihrem zugelaufenen Hund finde ich zum Schluss sehr interessant und hätte mir hier schon früher etwas mehr dieser Art gewünscht. Insgesamt lässt mich das Buch etwas ratlos zurück, weiß nicht so ganz, was die Pointe war. Hat aber trotzdem Spaß gemacht zu lesen, gerade weil nichts davon vorhersehbar war und zum Nachdenken angeregt hat.

