18. Mai
Rating:3.5

Die Welt ist aus den Fugen in Thomas Arzts zweitem Roman “Das Unbehagen”. Das Leben dreht sich immer schneller, die Menschen verzweifeln und mitten unter ihnen Lorenz Urbach, frisch getrennt, im Job überfordert, scheiternd am Versuch, mit einer Wurmkiste das Klima zu retten. Kurz vor den Sommerferien verliert er endgültig die Kontrolle und die freie Zeit beginnt mit einem Disziplinarverfahren. Er hat seine Aggressionen nicht mehr unter Kontrolle, es ist, als würde seine wilde Seite sich Bahn brechen. Selbst haariger scheint er zu werden. Gar nicht weit weg, in den Tälern des Karwendelgebirges tobt derweil eine andere Bestie: Die nationalen Medien berichten von einer ganzen Serie grausam gerissener Tiere. Lorenz glaubt zu wissen, was dahintersteckt und begibt sich auf die Spurensuche. Thomas Arzt hatte ganz viele Vorschuss-Lorbeeren von mir, weil ich sein Debüt “Die Gegenstimme” wirklich großartig fand. Leider schafft er es hier nicht, an die Qualität seines Erstlings anzuknüpfen. Sehr gelungen ist die Darstellung des Einbruchs der unbarmherzigen Natur in die kultivierte Zivilisation, am Ende aber bremst der Roman genau da ab, wo er richtig loslegen könnte. Auch konnten nicht alle Figuren in Gänze überzeugen, ebenso wie die Beziehungen zwischen ihnen. Thomas Arzt ist ungeheuer stark in seinen Dialogen, in der Beschreibung von Handlung mitunter aber hölzern.

Das Unbehagen
Das Unbehagenby Thomas ArztResidenz