Leider konnte mich das Werk nicht fesseln. Die Zeitsprünge haben mich oft rausgerissen und die Eltern des Protagonisten blieben für mich blass, sodass ich der Auflösung nicht entgegen gefiebert habe und mich diese ziemlich kalt gelassen hat. Das Buch plätscherte für mich so dahin, obwohl es gute Ansätze verfolgt hat und tief in die Beziehung eines Kindes zu seinen Eltern geht. Ich bin nur leider nicht mit dem Sprach- und Erzählungsstil warm geworden, obwohl ich die Thematik des Überdenkens selbst gut nachvollziehen kann.
Sehr surreal und etwas wirr. Weiß nicht so recht, was ich davon halten soll. Es war nicht schlecht, aber auch nicht richtig gut. Irgendwie hab ich es zwischendurch wieder recht gerne gelesen, aber check die Story eigentlich so gar nicht.
Ich muss zugeben ich habe erst sehr spät, eigentlich erst nach dem beenden des Buches den Titel verstanden. Da stand ich komplett auf dem Schlauch und habe an das Auto gedacht. Aber in 'Trabant' von dem Autor Stefan Sommer ist immer mal die Astronomie ein Thema und als ich mir die Definition gegoogelt habe, hat es Sinn gemacht.
Ein Trabant ist ein kompaktes, natürlich entstandenes astronomisches Objekt, das sich in einer Umlaufbahn um ein anderes, deutlich massereicheres Objekt befindet.
Genauso dreht sich unser Protagonist Georg um seine Eltern.
Eigentlich soll Georg auf der Hochzeit seines besten Freundes Vedad in Kroatien die Traurede halten, aber im nächsten Moment bringt eine SMS seines Vater ihn dazu in seinen Opel Corsa zu springen und sich auf den Rückweg nach München zu machen.
Auf der Fahrt denkt Georg über den Grund der sonderbaren SMS, seiner Vergangenheit, Kindheit und vorallem über seine Eltern und deren Beziehung nach. Was ist mit seinem Vater los...ist er krank, hat er eine Affäre oder ist er gar ein Geheimagent? Verrückte und weniger verrückte Theorien tun sich in Georgs Kopf auf, oft mit seinem Kumpel Vedad am Ohr, der ihm trotz Hochzeitstrubel sehr unterstützt.
Es ist keine klassisch erzählte Geschichte und hat auch kein klassisches Ende. Der Roman lässt mich zwar etwas grübelnd, aber auch zufrieden zurück. Ich weiß nicht ob ich mir alles so richtig zusammengereimt habe wie der Autor das beabsichtigt hat, aber ich habe das Buch gerne gelesen.
Ich mag Georg und hoffe sein Vater ist ein Geheimagent.
Eine SMS, die alles verändert und eine Autofahrt voller Gedanken und Rückblicke. Einige surreale Stellen, die mich sehr an Thomas Glavinic erinnert haben
Eine wirre SMS des Vaters veranlasst Georg, sich ins Auto zu setzen und kurz vor der Hochzeit des besten Freundes Hals über Kopf aus Kroatien abzuhauen. Er muss das Schlimmste verhindern, die Wahrheit herausfinden und seine Familie retten – daran führt kein Weg vorbei. Auf der Fahrt zurück nach Deutschland sind skurrile Gedanken und ebenso skurrile Erlebnisse Georgs ständige Begleiter.
Georg macht sich viele Sorgen – häufig unbegründet, er hasst es, im Mittelpunkt zu stehen, er hat Ängste, die sich auch körperlich äußern und er fühlt sich vor allem in der Schulzeit so fehl am Platz, dass es kaum auszuhalten ist. Was sich alles nach einem richtig seltsamen Typen anhört, hat jedoch auch eine andere Seite. Denn Georg hat eine ganz besondere Bindung zu seinen Eltern und ein unerklärliches Gespür für das, was in unserer Welt für die meisten im Verborgenen bleibt. Wenn es darauf ankommt, kann er über seinen Schatten springen und seine größte Faszination sind Himmelskörper – was auch den Titel des Buchs erklärt. Der Trabant der Erde ist der Mond und ebenso scheint Georg der Trabant seiner Eltern zu sein und umgekehrt.
Im Laufe der Kapitel erzählt der Autor viele lustige und rührende Stationen von Georgs Kindheit. Das gelingt ihm mit seiner bildhaften und lebendigen Sprache so gut, dass ich mich schnell so fühlte, als wäre ich mittendrin im Familienleben. Viele Momente zwischen Georg und seinen Eltern haben mich tief bewegt und mich oft an meine eigene Kindheit erinnert.
Auch das Ende des Romans geht richtig ans Herz und kommt mit einer unerwarteten Wendung um die Ecke. Ich habe die letzten Seiten sogar zwei Mal gelesen, weil ich dieses zarte und empfindliche Verglimmen all der Sorgen noch einmal erleben wollte.
Georg hat mich von Anfang an eingenommen und ich bin unglaublich dankbar, dass es dieses Buch gibt. Es zeigt, dass in unserer Welt meist kein Platz ist für all die sensiblen und einsamen Seelen, die sich eine Daseinsberechtigung im Orbit des Alltags so sehr wünschen würden. Ich empfehle dieses Buch allen, die Lust haben auf große Gefühle, auf das Annehmen der eigenen Schwächen - die aber genauso gut Stärken sein könnten - und auf ehrliche und ungeschönte Verletzlichkeit.
Manche Bücher treffen mitten ins Herz... Ich habe "Trabant" gefühlt und gelebt – und in einem Rutsch durchgelesen.