18. Mai
Rating:4.5

"Wenn man läuft und stehen bleibt, steht man. Wenn man schwimmt und aufhört, beginnt man zu schweben. Das bringt die Magie auf den Punkt." (S. 21) Ich tapse in dieses Buch mit zaghaften Schritten wie die Autorin über den Schwimmhallenboden zum Beckenrand. Doch kaum habe ich die ersten Zeilen gelesen, umgibt mich ein wohliges Gefühl. Ich werde getragen von ihren Worten, in denen ich mich wiederfinde und weiß sofort, was der Titel "Schwimmen Schweben" zu bedeuten hat. Dieses Gefühl zieht sich durch den gesamten Text: Jaqueline Schreiber nähert sich in ihrem Essay dem Element Wasser auf einer sehr persönlichen, psychologischen Ebene. Sie schreibt von Angst, Scham und fremden Ufern. Und im selben Zug von der Überwindung all dessen, um sich wieder lebendig zu fühlen. Dabei schwingt immer auch mit, wie sehr unser Verhältnis zum Wasser von Herkunft und Erfahrung geprägt ist. Das Wasser vereint für Schreiber "Empathie, Unterstützung, Gesellschaftsteilhabe und Neugier". Es ist aber auch ein sehr körperlicher Text, der das Schwimmen als ganzheitlichen Heilungsprozess betrachtet und der die Erkenntnis liefert, dass nach schwer oftmals leicht kommt.

Schwimmen / Schweben
Schwimmen / Schwebenby Jaqueline ScheiberLeykam
21. Apr.
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Rating:5

In dem Essay setzt sich Jaqueline Scheiber mit dem Thema „Schwimmen" auseinander - sowohl auf privater als auch auf politischer Ebene. Ich fand die persönlichen Gedanken zum Thema sehr nahbar und nachvollziehbar. Wir sollten uns nicht an anderen Messen und mit anderen vergleichen - sondern uns damit auseinander setzen, was einem selbst gut tut. Ich konnte mich nach Jahren selbst wieder motivieren-schwimmen zu gehen - und mittlerweile ist es mir egal - wie viele Bahnen ich schwimme ! Es geht darum - sich zu überwinden - und mit Freude an der Schwerelosigkeit für eine kurze Zeit den Alltag im Wasser zu vergessen „Beim Schwimmen ist das alles anders. Zumindest für mich. Ich schwitze nicht, die Anstrengung ist nicht so hoch, dass sie mir die Luft abschürt, und der Lärm in meinem Kopf nimmt automatisch ab. Ich kann nicht in regelmäßigen Abständen mein Smartphone auf Benachrichtigungen oder Emails checken. Ich unterbreche mich nicht ständig selbst, weil mir auf dem Weg von einer Handlung zur nächsten etwas Neues einfällt. Das Schwimmen verlangt nach bedingungsloser Konzentration auf die Fortbewegung,wahrend ich schwerelos werde." Danke an @netgalley für das Exemplar

Schwimmen / Schweben
Schwimmen / Schwebenby Jaqueline ScheiberLeykam
17. Apr.
Rating:5

Absolutes Highlight.

Dieses Buch hat mich zu 100%. Ich hab es einfach gefühlt. Der schreibstil, die Gedanken, die Recherche, die persönliche Geschichte dahinter. Dieses Buch ist so reich. Absolut begeistert, mehr als lesenswert. Geschaltung nebenbei auch eine 10/10.

Schwimmen / Schweben
Schwimmen / Schwebenby Jaqueline ScheiberLeykam
15. Apr.
„Wenn man läuft und stehen bleibt, steht man. Wenn man schwimmt und aufhört, treibt man.“
Rating:4.5

„Wenn man läuft und stehen bleibt, steht man. Wenn man schwimmt und aufhört, treibt man.“

Als ich das Buch gekauft habe, war mir ehrlich gesagt gar nicht bewusst, dass es ein Essay ist. Gekauft habe ich es in dem klassischen Fall ja nicht da ich es gegen das PARTY PEOPLE getauscht habe. Ich hatte so viele Bücher durchstöbert und gleich mehrere eingepackt, dass dieses einfach mit in den Stapel gerutscht ist. Vielleicht war es genau deshalb so ein schöner Moment, als ich gemerkt habe, wie sehr mich dieses Essay berührt. Jacqueline Scheiber schreibt nicht einfach über das Schwimmen. Sie schreibt über all das, was man sonst gern wegdrückt: über Körper, Scham, Erwartungen, Selbstzweifel. Und vor allem über dieses Bodyshaming – das von außen kommt, aber auch das, das man sich selbst antut, oft ohne es zu merken. Ich habe mich beim Lesen mehr als einmal ertappt gefühlt. Dieses subtile Vergleichen, dieses ständige Bewerten des eigenen Körpers, diese Gedanken, die man gar nicht laut ausspricht, aber trotzdem jeden Tag mit sich herumträgt. Das Buch hat mir das ziemlich direkt vor Augen geführt. Gleichzeitig beschreibt sie dieses Schweben im Wasser, diese Routine, die man sich aufbaut oder eben nicht aufbaut. Und da habe ich mich wieder erkannt: wie schwer es ist, überhaupt in eine Routine hineinzufinden, sie irgendwann als wichtig zu empfinden und dann auch wirklich dranzubleiben. Nach all den gesundheitlichen und körperlichen Baustellen der letzten Jahre hat mich das Buch tatsächlich motiviert, wieder schwimmen zu gehen und meine Prioritäten neu zu sortieren – für mich, für meinen Körper, für mein Wohlgefühl. Für meinen Geschmack hätte es ruhig noch ein bisschen mehr ums Schwimmen selbst gehen dürfen – um das Wasser, die Bewegung, das Eintauchen. Aber das ist nur ein halber Stern Abzug in einem Buch, das mich an Stellen berührt hat, die ich lange ignoriert habe.

Schwimmen / Schweben
Schwimmen / Schwebenby Jaqueline ScheiberLeykam
5. Apr.
Nettes Essay, das Lust auf Wasser macht
Rating:4

Nettes Essay, das Lust auf Wasser macht

Ich war ja auch eine Wasserratte als Kind. Das hatte ich ganz vergessen. Habe auch lange nicht mehr drüber nachgedacht, wie das Freibad-Leben sich anfühlt, weil ich seit Jahrzehnten keine Freibäder mehr besuche. Vermutlich hat auch das was mit dicken Körpern zu tun. Deshalb mochte ich das Essay auch, weil mir nicht ganz bewusst war, wie politisch das Schwimmen ist. Ich weiß, dass sehr viele Leute vom Stil und der Sprache von Jaqueline Scheiber begeistert sind. Mich stört die Sprache nicht, sie erreicht mich aber auch nicht wirklich. In Summe hab ich das Essay gerne gelesen, glaube aber nicht, dass ich mich lange dran erinnern werde.

Schwimmen / Schweben
Schwimmen / Schwebenby Jaqueline ScheiberLeykam
29. März
Rating:4

Wäre ich nicht selbst Schwimmerin, hätte ich vermutlich nicht zu diesem Buch gegriffen. Und ich hätte etwas verpasst. Denn Jaqueline Scheiber schreibt in Schwimmen/Schweben über weit mehr als über den Wassersport. Sie schreibt über das eigene Körpergefühl, über Codes an Orten der Sportausübung, über das Entstehen von Routinen, über die gesellschaftliche Durchmischung im Freibad, über das Überwinden der eigenen Grenzen und über Leistungssport. Wie bei einem Essay mit 144 Seiten und einer großer Themenvielfalt zu erwarten war, geht Scheiber dabei nicht tief in Details hinein, sondern gibt zahlreiche Denkanstöße sowie vielfältiges Literaturtipps zum Weiterlesen, -sehen und -hören. Das Buch folgt ihrem Weg von einer Person, die sich vornimmt, regelmäßig Schwimmen zu gehen, zu einer Schwimmerin. Es ist auf vielen Ebenen sehr persönlich und damit gut anschlussfähig zu den Lebenswelten der Leser*innen.

Schwimmen / Schweben
Schwimmen / Schwebenby Jaqueline ScheiberLeykam
21. März
Rating:5

Eine Ode an das Schwimmen.

Ich liebe die Bücher von Jaqueline Scheiber, schon „Dreimeterdreißig“ hat mich absolut begeistert. „Schwimmen/Schweben“ musste ich mir natürlich gleich zulegen, auch weil ich selbst vor ein paar Monaten zur regelmäßigen Schwimmerin geworden bin und Schweben zum Schwimmen für mich dazugehört. Ich finde es beeindruckend, was die Autorin alles in so einem kurzen Essay verpacken kann - sie schreibt über ihre eigenen Erfahrungen mit dem Schwimmen, in Verbindung mit Themen wie Körperbilder, körperliches und psychisches Wohlbefinden, Politik, Geschichte, Klassismus, Kultur, Herkunft. Ein tolles Buch, wie immer in gelungener Erzählung und Sprache!

Schwimmen / Schweben
Schwimmen / Schwebenby Jaqueline ScheiberLeykam
13. März
Rating:4

Große Essay-Liebe für dieses Buch

Die Autorin nimmt die Leser:innen nicht nur mit ins Schwimmbad, aber das auch. Sie schaut auf ihre eigene Geschichte, in der zuvor Schwimmen kaum eine Rolle zu spielen scheint. Da ist zu zunächst die Urgroßmutter, die nie Schwimmen gelernt hat. Eher überraschend ist dann doch, dass die Mutter in ihrer Jugend Schwimmen als Leistungssport betrieben hat. Es geht um Vorsätze und deren scheitern. Doch das ist längst nicht alles. Es geht um Körperbilder, Fettshaming, Klassismus. Und bestimmt habe ich noch etwas vergessen. Der Text regt zum Nachdenken an und ist dabei ausgesprochen ermutigend. Der Stil ist zugänglich und flüssig zu lesen. Man mag gerne am Ende noch mit der Autorin weiter plaudern, weil man sich gerade erst auf das Thema geworfen fühlt und nun mehr will. Aber da hilft auch ein Blick in die Quellenangaben, aus denen man sich weitere Literaturempfehlungen mitnehmen kann.

Schwimmen / Schweben
Schwimmen / Schwebenby Jaqueline ScheiberLeykam
7. März
Rating:3.5

Mut zum eigenen Körper

Eine persönliche Liebeserklärung an das Schwimmen und die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper. Lange hat sich die Autorin nicht getraut, ins Schwimmbad zu gehen - aus Angst vor abwertenden Blicken auf ihren Körper, der nicht dem gesellschaftlichen Ideal entspricht. Doch irgendwann überwindet sie sich und entdeckt, welche wohltuenden Effekte das Schwimmen für Körper und Seele haben kann und wie sehr es ihren stressigen Alltag erleichtert. Aus den Ertahrungen der Autorin kann man durchaus etwas für sich mitnehmen. Wer kennt es nicht: Unser innerer Schweinehund hält uns immer wieder davon ab, etwas Gutes für uns selbst zu tun. Natürlich spielt dabei auch die gesellschaftliche Wahrnehmung eine Rolle. Einerseits werden durch soziale Medien heute mehr unterschiedliche Körpertypen sichtbar und akzeptiert. Andererseits scheint sich gerade in öffentlichen Medien erneut ein ungesundes Schönheitsideal zu etablieren, das ein verzerrtes Körperbild fördert. Umso schöner fand ich den Ansatz der Autorin, die Leser dazu zu ermutigen, die Menschen draußen im echten Leben wahrzunehmen. Denn jenseits der sozialen Medien gibt es Menschen wie du und ich - mit ihren Problemen, Unsicherheiten und ganz normalen Imperfektionen. Nach diesem nachdenklichen Essay habe ich auf jeden Fall Lust bekommen, noch mehr von der Autorin zu lesen. *unbezahlte Werbung- Rezensionsexemplar

Schwimmen / Schweben
Schwimmen / Schwebenby Jaqueline ScheiberLeykam