10. Mai
Realistisch, humorvoll und irgendwie auch herzerwärmend
Rating:5

Realistisch, humorvoll und irgendwie auch herzerwärmend

Also erstmal: wie schön ist denn bitte dieses Buch gestaltet? Daran habe ich ja schon alles geliebt. Wir begleiten in Malibu Orange eine im ersten Moment etwas gewöhnungsbedürftige aber ganz sympathische junge Frau, die einen Burnout erleidet und in dem Zusammenhang das erste mal in ihrem Leben lernt, auf ihren Körper und ihre Gesundheit zu hören bzw. auch mal etwas für sich zu tun. Nebenbei gerät das Leben ihrer besten Freundin, die es scheinbar immer gut verstanden hat, auf sich zu achten mehr und mehr aus den Fugen als sie in einer toxischen Beziehung landet. Das Buch greift viele wichtige Themen auf wie Freundschaft, Erwachsensein, toxische Beziehungen, Generationskonflikte etc. und überrascht dabei immer wieder mit viel Sinn für Realität und Humor. Der Schreibstil mit den vielen Gedankensprüngen und langen Schachtelsätzen war außergewöhnlich, aber für mich genau das Richtige . Ich konnte das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Es kann locker an einem Tag durchgelesen werden. Große Empfehlung! 🌸

Malibu Orange
Malibu Orangeby Ulrike HaidacherLeykam
19. Feb.
Rating:2.5

Nicht meins

Der Klappentext klang vielversprechend, aber der Schreibstil hat mir nicht gefallen, dadurch konnte ich nicht richtig in die Geschichte finden. Für meinen Geschmack blieben auch zu viele Fragen offen.

Malibu Orange
Malibu Orangeby Ulrike HaidacherLeykam
12. Jan.
Rating:3.5

04/2026 „Schwierig, wenn alle Bedürfnisse haben, die aber niemand ausspricht, weil niemand niemanden stören will, dann passiert einfach, was niemand will, was doch allen lieber ist, als wenn passieren würde, was jemand will, was aber das Risiko bergen würde, vielleicht jemanden zu stören, wobei niemand jemals herausfinden wird, ob jemand jemanden gestört hätte, weil ja niemand was gesagt hat.“

Was machst du, wenn du merkst, dass deine Freundin sich nicht helfen lässt? Ich bin schnell in das Buch eingestiegen. Die sehr verschachtelten Sätze mit ungefähr 100 Gedankengängen in einem haben mir super gut gefallen und spiegeln aus meiner Sicht sehr die Realität wider. Oft habe ich mich in den Sprüngen und den immer neuen Zusammenhängen durch neue visuelle Reize wiedergefunden und es hat mir sehr Spaß gemacht in die Geschichte einzusteigen. Tatsächlich habe ich auf den ersten Seiten mehrmals lachen müssen, was mir eigentlich nie passiert (Ich versichere: ich hab Humor!). Ich bin aber etwas zwiegespalten, ob diese Erzählweise für mich ein ganzes Buch tragen kann und mir auf lange Sicht gefällt. Was mich irgendwann gestört hat, waren die Einschübe, wie z. B. das ständige „haha“ oder Sätze nach dem Wortlaut: „Ach ich muss auch toleranter werden. Warum verurteile ich Menschen so schnell“. All in all wars aber ein gutes Buch, es hat mich sprachlich überrascht und das Thema gefiel mir sehr.

Malibu Orange
Malibu Orangeby Ulrike HaidacherLeykam
17. Nov.
Rating:4.5

Ich mochte den Schreibstil gerne, wobei man sich beim Lesen teils echt sehr konzentrieren muss. Ein einzelner Satz geht zum Teil über eine ganze Seite. Die Handlung ist extrem gut, wobei die Themen, die aufgegriffen werden, keine einfachen sind. Es wurde deutlich, wie schnell es gehen kann, dass sich ein Mensch, den man gerne hat, komplett verändert und man sich gegen diese Änderung machtlos fühlt. Mich hat das Buch sehr zum Nachdenken angeregt!

Malibu Orange
Malibu Orangeby Ulrike HaidacherLeykam
18. Juni
Rating:4

Ein Buch, das mich inhaltlich überrascht hatte. Es geht um Freundschaft und wie sie sich verändert, wenn eine Partei eine Beziehung eingeht. Es geht aber auch um die Frage, wann und wie wir eingreifen, wenn wir das Gefühl haben, dass diese Beziehung nicht gut für die Freundin ist. Können wir überhaupt eingreifen? Es halt nach und lässt mich nachdenklich zurück.

Malibu Orange
Malibu Orangeby Ulrike HaidacherLeykam
27. Feb.
Eine großartige Tragikomödie, die vielen von uns aus der Seele spricht.
Rating:5

Eine großartige Tragikomödie, die vielen von uns aus der Seele spricht.

Ulrike Haidacher gewährt uns hier, in Form ihrer Hauptprotagonistin Anja und deren Alltag, einen ganz banalen aber treffenden Blick hinter die Kulissen des „wahren Lebens“. Welche Hürden und Stolpersteine hält das alltägliche Leben für jeden von uns bereit, die in ihrer Einfachheit doch so weltbewegend für uns sind - Wie sieht es in uns aus? Welche Gedanken arbeiten in uns? Wie oft vergleichen wir uns mit anderen? Wie groß sind unsere Selbstzweifel? Womit hat jeder von uns zu kämpfen? Beugt man sich dem gesellschaftlichen Druck oder macht man doch sein „eigenes Ding“? Mit Anjas bester Freundin Magda wird dann noch das zwischenmenschliche Thema Freundschaft aufgegriffen, mit all den Freuden- und Schattenseiten, die wohl jeder von uns schon mal in einer ähnlichen Form erlebt hat. Warum hat sich mein Gegenüber verändert? Habe auch ich mich verändert? Wie gehe ich mit dieser Veränderung um? Was bin ich bereit zu tun und worüber bin ich bereit hinwegzusehen, um diese zwischenmenschliche Beziehung aufrecht zu erhalten? Wann kommt der Moment der Einsicht, dass man den anderen vielleicht doch loslassen muss? Dieses Buch kommt ganz ohne großartige welterschütternde Ereignisse aus und beinhaltet in seiner bodenständigen „Einfachheit“ doch eine schwere Thematik. Der Humor und die „Mundart-Elementen“ nehmen der Story viel von ihrer Schwere, was sie aber nicht weniger wirken lässt, im Gegenteil, das Leben ist eben nicht immer nur schwarz oder weiß, und auch, wenn uns manchmal alles noch so schwer scheint, sollten wir das Lachen nicht verlernen. Die Schreibweise der Autorin erscheint anfangs etwas eigen und ist gewöhnungsbedürftig, rundet das Gesamtbild aber großartig ab. Anjas Geschichte hat mich sehr bewegt, wohl auch deshalb, weil ich mich selbst darin so oft wiedergefunden habe und somit ein ganz besonderes Gefühl der Nähe zwischen Anja und mir entstanden ist. Dieses Buch wird mich so schnell wohl nicht loslassen und die Erinnerung an Anja, aber auch an Magda, wird mich noch sehr lange begleiten.

Malibu Orange
Malibu Orangeby Ulrike HaidacherLeykam
19. Dez.
Rating:3

In "Malibu Orange" erzählt Ulrike Haidacher die tragikomische Geschichte einer Freundschaft, die von Gewalt und Abhängigkeit auf die Probe gestellt wird. Die 1985 in Graz geborene Autorin ist auch als Kabarettistin bekannt und wurde für ihre Programme mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Österreichischen Kabarettpreis. Mit diesem Werk liefert sie ein intensives und nachdenklich stimmendes Porträt menschlicher Beziehungen, das sich literarisch und thematisch von ihrer Arbeit als Kabarettistin abhebt. Worum geht’s genau? Die Erzählerin kehrt mit Anfang 30 in ihr Elternhaus zurück, zieht wieder in ihr altes Kinderzimmer ein und trifft dort ihre beste Freundin wieder. Doch diese hat inzwischen Volker an ihrer Seite – einen dominanten Mann, der nach und nach ihr Leben verändert. Was zunächst harmlos wirkt, entwickelt sich zu einer bedrohlichen Dynamik: Die Freundin wird distanziert, bricht Kontakte ab, gibt ihren Job und ihr Studium auf und zieht mit Volker auf einen abgelegenen Hof. Aus der Perspektive der Erzählerin erleben Leser:innen die Eskalation psychischer und körperlicher Gewalt hautnah mit und werden mit schwierigen moralischen Fragen konfrontiert: Wie würde man selbst in einer solchen Situation handeln? Meine Meinung Das Buch hatte ich schon länger auf meiner Leseliste, und bei einem Bibliotheksbesuch habe ich endlich zugegriffen. Die Gestaltung des Buches ist ansprechend, besonders der Farbschnitt des Covers sticht ins Auge. Inhaltlich ist Malibu Orange jedoch alles andere als leichte Kost. Die Geschichte wird ausschließlich aus der Sicht der (ehemals) besten Freundin erzählt, was die Intensität und Nähe zu den Geschehnissen verstärkt. Besonders gelungen ist, wie das Buch Leser:innen in moralische Dilemmata hineinzieht, die man sich sonst vielleicht nicht stellt: Wie hätte ich in dieser Situation reagiert? Trotz der wichtigen und aufrüttelnden Themen wie häusliche und psychische Gewalt, Freundschaft, Dorfleben, Generationenkonflikte, Tod und Trauer, hatte ich Schwierigkeiten, mich vollständig in die Erzählweise einzufinden. Der Fokus auf den inneren Monolog der Protagonistin empfand ich als anstrengend, da Dialoge, die ich persönlich sehr mag, fast vollständig fehlen. Tatsächlich erscheint der erste längere Dialog erst auf Seite 32, was sich auf die Lesedynamik auswirkt. Die Erzählung wird zudem durch extrem lange Kapitel erschwert – bei über 200 Seiten hat das Buch nur vier Kapitel, sodass einzelne Abschnitte 50 bis 60 Seiten umfassen. Dies, kombiniert mit verschachtelten Sätzen, die teils mehr als eine Seite einnehmen, verlangte mir als Leserin einiges an Geduld ab. Auch sprachlich hatte ich gemischte Gefühle. Während der innere Monolog grundsätzlich die Gedankenwelt der Protagonistin gut einfängt, fand ich die wiederholte Verwendung von Füllwörtern wie „mhm“ oder „äh“ dennoch ermüdend. Außerdem hätte ich angesichts der sensiblen Thematik erwartet, dass das Buch gendergerechte Sprache verwendet, was leider nicht der Fall ist. Positiv hervorzuheben ist jedoch die Authentizität in den Gesprächen mit den Eltern der Protagonistin – der Generationenkonflikt wird hier treffend dargestellt und fühlte sich für mich sehr real an. Obwohl mich das Thema nachdenklich gestimmt hat und die dörfliche Atmosphäre gut eingefangen wurde, musste ich mich stellenweise zwingen, weiterzulesen. Das liegt weniger am Inhalt als an der Art der Umsetzung, die für mich teilweise zu sperrig war, um mich wirklich mitzureißen. Fazit Malibu Orange greift wichtige und vielschichtige Themen auf, stellt diese aber in einer Erzählweise dar, die nicht immer leicht zugänglich ist. Während die Atmosphäre und die moralischen Fragen stark beeindrucken, mindern die langatmigen Kapitel und der dominante innere Monolog den Lesegenuss. Ein lesenswertes Buch für Menschen, die sich mit anspruchsvoller Literatur beschäftigen möchten, aber keine leichte Lektüre erwarten – 3 von 5 Sternen.

Malibu Orange
Malibu Orangeby Ulrike HaidacherLeykam
20. Okt.
Rating:4

Nachdem ich in den ersten 80 Seiten mit den langen schachtelartigen Sätzen zu tun hatte in das Buch zu finden, konnte ich es danach nicht mehr aus der Hand legen und habe es am Stück verschlungen. Neben dem Thema, womit sich denke ich viele Millenial-Frauen identifizieren können, fand ich es super authentisch geschrieben. Zum Schluss sind auch Tranchen geflossen! Kann es wirklich weiterempfehlen. Zudem sieht es auch noch richtig schön aus!

Malibu Orange
Malibu Orangeby Ulrike HaidacherLeykam
23. Aug.
Rating:4

Plötzlich planlos

Bissiger Humor und Zynismus trifft hier auf das tiefgründige Thema der Planlosigkeit einer ganzen Generation, auf toxische Beziehungen, die man als beste Freundin von außen betrachtet und sich fragt, wie weit man mit seiner gut gemeinten Hilfe gehen darf und auf einen Generationskonflikt, den wohl jede Generation aufs Neue mit der älteren austrägt. Dass die Protagonistin ihre Gedanken derart ungefiltert aus sich rausfliessen lässt und uns an allen Gedanken teilhaben lässt, war anfangs etwas ungewohnt, aber doch so erheiternd und aufschlussreich und ja, ich konnte doch wirklich sehr viele ihrer Gedanken nachvollziehen. Auch die schlechten, für die sie sich direkt geschämt hat und sich dann aber doch eingestehen musste: ja, sind halt meine Gedanken dazu. Toller Roman. Sowohl in den heiteren Parts, aber genauso in den ernsten Stellen.

Malibu Orange
Malibu Orangeby Ulrike HaidacherLeykam
16. Aug.
Erwachsen werden & Verantwortung tragen
Rating:5

Erwachsen werden & Verantwortung tragen

Das schmeckt nach Erinnerungen. -Rezensionsexemplar- . Genre: spritzig, reflektierend & wütend. Eine Erzählung über BurnOut, übers zurückkommen, übers erwachsen werden & über toxische Beziehungen. Über Freundschaft, das Auseinanderleben & das Abschotten. Erzählstil wie eine Unterhaltung mit einer Freundin, so passend zum Plot. . Setting: Anja hat stressbedingt gekündigt & ist zurück bei ihren Eltern. Lichtblick ist die Jugendfreundin Marga, die aber einen neuen Freund hat & plötzlich ist alles anders. . Schnapp dir einen Kaffee & trink mit auf die Jugend & das Älter werden..

Malibu Orange
Malibu Orangeby Ulrike HaidacherLeykam
6. Aug.
Rating:5

"Man kann niemandem helfen, der das nicht selbst will." Anja ist Anfang 30 und zieht nach einem Hörsturz wieder zu ihren Eltern in die österreichische Provinz. Nur vorübergehend! Sie kündigt ihren Job als Krankenpflegerin und weiß nicht so richtig, wie es weitergehen soll. In dem Kaff gibt es wenigstens das Café Ulli und ihre beste Freundin Magda, mit der sie hier schon mit 14 Malibu Orange getrunken hat. Doch Magda hat jetzt einen Freund: Volker. Der hat viele Allergien und macht sein Granola selbst. Anja versteht nicht, was Magda von ihm will. Aber Magda verändert sich mehr und mehr und Anja weiß nicht, ob sie das so will oder ob es Volkers Einfluss ist. Der ist nämlich ziemlich kontrollierend und generell eher unheimlich. "Malibu Orange" ist ein Buch über das Erwachsensein, toxische Beziehungen und über Freundinnenschaft. Es geht um das Loslassen und den damit verbundenen Schmerz. Trotzdem ist der Roman voller Humor, Anjas Blick auf die Welt hat mich häufig laut lachen lassen. Am Anfang war der Stil (lange fast atemlose Sätze, satirische Sidenotes und österreichischer Dialekt) kurz gewöhnungsbedürftig, aber dann war ich ganz schnell drin und hab das Buch in weniger als 24 Stunden ausgelesen.

Malibu Orange
Malibu Orangeby Ulrike HaidacherLeykam
29. Juli
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In ihrem zweiten Roman „Malibu Orange“ stellt Ulrike Haidacher die essenziellen Fragen des menschlichen Daseins auf erfrischende und provokante Weise. Ihre Protagonistin Anja, die nach der Kündigung ihres Jobs in ihr obersteirisches Heimatdorf zurückkehrt und wieder bei ihren Eltern einzieht, wird schnell in ein Netz aus Veränderungen und Überraschungen gezogen, das von ihrer besten Freundin und deren mysteriösem Partner Volker ausgeht. Haidacher beherrscht die Kunst der Übertreibung und führt ihre Figuren zielgerichtet in absurde und oft tragische Situationen. Die Veränderung der besten Freundin durch Volkers Einfluss, von plötzlicher Granola-Liebe bis hin zum Rückzug auf einen abgelegenen Bergbauernhof, wird mit einer Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit dargestellt, die die Leser*innen gleichermaßen zum Lachen und Nachdenken bringt. Dabei gelingt es der Autorin meisterhaft, die klaustrophobische Atmosphäre eines kleinen Dorfes einzufangen und gleichzeitig aktuelle Themen wie Work-Life-Balance und den andauernden Pflegenotstand in ihre Geschichte einzuarbeiten. Besonders eindrucksvoll ist ihre Fähigkeit, die subtilen Veränderungen und die daraus resultierenden Spannungen in zwischenmenschlichen Beziehungen darzustellen. Anjas innerer Konflikt und ihre Beobachtungen über Magdas zunehmende Isolation und Anpassung an ihren dominanten Freund verleihen dem Roman eine bedrückende Dringlichkeit. Der scharfe Humor, der in Haidachers kabarettistischen Wurzeln gründet, sorgt dafür, dass das Buch trotz seiner ernsten Thematik leicht und zugänglich bleibt. "Malibu Orange" ist ein intensiver und humorvoller Roman, der die düsteren, oft vernachlässigten Aspekte von Freundschaft und Beziehungsdynamiken beleuchtet und auch tiefere Fragen über Lebensentscheidungen und deren Konsequenzen aufwirft. Eine brillante Kombination aus Komödie und Tragödie, die zeigt, wie fragil und oft illusorisch unsere Vorstellungen vom Glück und einem erfüllten Leben sein können. Ulrike Haidachers scharfsinniger Blick und ihr unnachahmlicher Erzählstil machen dieses Buch zu einem absoluten Lesegenuss. Ein echter Knaller!

Malibu Orange
Malibu Orangeby Ulrike HaidacherLeykam